Botox hilft nicht nur gegen Falten

Claudia Galler

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Botulinumtoxin ist ein Gift, das von Bakterien gebildet wird. Seine muskellähmende Wirkung glättet nicht nur Falten, sondern kann auch bei ernsten Erkrankungen wie langanhaltenden Muskelkrämpfen oder chronischer Migräne helfen.

Was versteht man unter „Botox“?
Botox ist ursprünglich der Handelsname eines Medikaments mit dem Arzneistoff Botulinumtoxin A, im Alltag wird der Begriff oft stellvertretend für alle Präparate mit diesem Wirkstoff verwendet. Unter einer „Botoxbehandlung“ versteht man in der ästhetischen Medizin die Spritzung eines Botulinumtoxins zur Faltenglättung. Botulinumtoxin kann auch in der klassischen Medizin z. B. bei neurologischen Bewegungsstörungen (Dystonien) oder übermäßiger Schweißproduktion (Hyperhidrosis) eingesetzt werden.

Botulinumtoxin lähmt schon in winzigen Dosen die Muskeln
Botulinumtoxin ist ein Eiweißstoff, der u. a. von dem Bakterium Clostridium botulinum gebildet wird. Im Tierversuch reicht ein Bruchteil eines Nanogramms dieses starken Giftes aus, um eine Maus zu töten. Da Botulinumtoxin die Reizübertragung zwischen Nervenzellen hemmt, werden Muskeln gelähmt und das vegetative Nervensystem beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kommt es zum Ersticken durch Lähmung der Atemmuskulatur. Man kennt die sieben Subtypen des Toxins A bis G. Therapeutisch wird Botulinumtoxin A eingesetzt, da es am stärksten und längsten wirkt. Das Toxin kann eine lebensbedrohliche Vergiftung hervorrufen (Botulismus). Dies wird oft durch verdorbene Fleisch- und Wurstwaren (botulus, lat. die Wurst) oder fehlerhaft eingekochtes Gemüse oder Obst ausgelöst. Betroffene leiden unter Erbrechen, Übelkeit, Sehstörungen und Lähmungen.

Botox gegen Zornesfalten, Krähenfüße und Bunny Lines
In der ästhetischen Medizin wird Botulinumtoxin in einer Dosierung von wenigen Nanogramm unter die Haut gespritzt. Überaktive Muskeln werden dabei gelähmt, so dass starke Mimikfalten verschwinden. Die Haut wird glatt, scharfe und angespannte Gesichtszüge werden weicher und freundlicher. Die im Handel befindlichen Präparate sind zugelassen zur Behandlung der Glabella-Falten, also der senkrechten „Zornesfalten“ zwischen den Augenbrauen. Aber auch andere Falten wie horizontale „Sorgenfalten“ auf der Stirn, „Krähenfüße“ am äußeren Augenwinkel oder „Bunny Lines“ (Falten beim Naserümpfen seitlich der Nasenwurzel) werden behandelt. Die erste Wirkung der Faltenglättung zeigt sich nach 24-28 Stunden, das Ergebnis hält etwa 3-6 Monate. Als Nebenwirkungen kann u. a. eine übermäßige Entspannung der betreffenden und benachbarten Muskeln auftreten. Das Gesicht erscheint dann mehr oder weniger unbeweglich.

Hilfe bei Schiefhals, Lidkrampf und übermäßiger Schweißbildung
Die muskellähmende Wirkung von Botulinumtoxin wird bei der Behandlung von Dystonien genutzt. Diese neurologischen Bewegungsstörungen werden durch unfreiwillige, langanhaltende Muskelanspannungen ausgelöst. Dazu gehören z. B. Schiefhals, Lidkrampf oder Verkrampfungen im Mund-Rachen-Bereich sowie der Stimmbänder. Auch bei Hyperhidrosis und chronischer Migräne kann Botulinumtoxin eingesetzt werden. Die Dosierungen betragen je nach Krankheitsbild wenige bis einige zehn Nanogramm.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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