Bauchdeckenstraffung nach Magenbypass: So funktioniert's

Dr. Koeller-Bratz

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© vladimirfloyd - fotoliaÜberschüssige Haut kann eine Wiederherstellungs-OP erfordern (© vladimirfloyd - fotolia)Wenn Sport und Diäten nicht mehr helfen, ist für stark übergewichtige Menschen die letzte Lösung oftmals eine Magenbypass-Operation. Auch wenn solch ein Eingriff langfristig das Gewicht reduzieren kann, ist die Angelegenheit mit der OP für viele keinesfalls ausgestanden.

Das Problem ist: Das Fett mag zwar verschwunden sein, doch die Haut ist es keineswegs. Denn starkes Übergewicht kann die Körperhülle so weit dehnen, dass das Bindegewebe dauerhaft ausleiert oder gar reißt. Ab einem bestimmten Grad sind die so hervorgerufenen Schäden irreparabel. Dann können weder sportliche Übungen, Massagen noch Cremes den ursprünglichen Zustand wiederherstellen.

Die überzähligen Hautfalten können durch drohende Entzündungen und eingeschränkte Hygienemöglichkeiten auch ein gesundheitliches Risiko darstellen. Wer sich damit nicht abfinden möchte, muss über einen weiteren operativen Eingriff nachdenken: eine Hautstraffung.


Der Weg zu einem natürlichen Körpergefühl

Ärzte haben durch chirurgische Maßnahmen die Möglichkeit, überschüssige Haut zu entfernen: Die Haut wird gestrafft, um eine natürliche Körpersilhouette entstehen zu lassen. Patienten, die diesen Weg wählen, müssen sich allerdings von dem Gedanken verabschieden, nach der OP in einem Idealkörper aufzuwachen. Hauptziel der Hautstraffung ist es, den Patienten ein gesundes Körpergefühl zu ermöglichen und medizinische Risiken, die durch die überschüssige Haut entstehen können, auszuschalten oder zu minimieren.

Wer sich zu einer Hautstraffung entschließt, sollte ein ausführliches Gespräch mit einem Plastischen Chirurgen suchen. Er sollte vor dem Eingriff seinem Idealgewicht so nahe wie möglich sein, da eine spätere Gewichtsabnahme weitere Straffungen nötig machen kann. Sport und eine gesunde Ernährung sind hier die richtigen Mittel.

© Koeller-Bratz Die individuelle Beratung mit Ihrem Plastischen Chirurgen ist für das weitere Verfahren unumgänglich (© Koeller-Bratz )Wie bei vielen anderen Operationen ist es im Vorfeld wichtig, auf bestimmte Medikamente sowie auf Nikotin und Alkohol zu verzichten, da sie die Wundheilung behindern können. Hier ist ein klärendes Gespräch mit dem behandelnden Arzt notwendig.

Der häufigste Straffungseingriff nach einer Bypass-Operation ist die Bauchdeckenstraffung, die unter Vollnarkose etwa zwei bis drei Stunden Zeit in Anspruch nimmt. Hier stehen unterschiedliche Techniken mit verschiedenen Schnittführungen zur Verfügung.

Allen gemeinsam ist, dass der überschüssige Haut- und Weichteilmantel gekürzt, die gerade Bauchmuskulatur wieder gestrafft und der Bauchnabel versetzt wird. Welche der Techniken jeweils zur Anwendung kommen sollte, wird der Plastische Chirurg bei einem Gespräch erörtern.


Risiken eines Eingriffs

Zu beachten ist, dass die Eingriffe auch mit optimaler Vorbereitung keineswegs immer harmlos verlaufen. Das ist unter anderem von der Krankheitsgeschichte der Patienten abhängig. Dadurch besteht immer ein Risiko, zum Beispiel einer Wundheilungsstörung. Andererseits hinterlassen die Eingriffe stets Spuren bei den Patienten, etwa durch eine Narbenbildung. Sie entsteht, weil die Haut in mehreren Schritten aufwendig vernäht werden muss. Die Kunst ist es, die Narben so unauffällig wie möglich erscheinen zu lassen.

Hinzu kommt, dass in manchen Fällen auch Folge-Operationen notwendig sind, wenn das Gewebe nachgestrafft werden muss. Das kann zu zusätzlichen körperlichen und psychischen Belastungen führen. Solche Operationen bergen die üblichen Risiken wie z. B.

  • Blutung
  • Blutergüsse
  • Bildung von Wundwasser
  • Taubheitsgefühl
  • Schwellung
  • Thrombose
  • Embolie
  • Wundheilungsstörungen

Nach der Operation

Patienten müssen nach einer Bauchdeckenstraffung mit einem Klinikaufenthalt von etwa zwei bis vier Tagen rechnen. Danach geht es ihnen in der Regel soweit gut, dass sie sich zu Hause selbst versorgen können. Die weitere Nachsorge erfolgt ambulant. Je nach Heilungsverlauf werden die Arztbesuche entsprechend engmaschig geplant.

©fotolia-Cara-FotoEine Bauchdeckenstraffung sollte erst durchgeführt werden, wenn Sie Ihr Idealgewicht halten können (©fotolia-Cara-Foto)Während der ersten Zeit nach der Behandlung sind Ruhe und Schonung die besten Heilungshelfer. Ruckartige Bewegungen oder sogar Sport sollten auf jeden Fall vermieden werden, um die Wundheilung nicht zu stören. Schmerzmittel und eine normale gesunde Ernährung helfen dabei, die erste Zeit zu überstehen und die Wundheilung einzuleiten.

Insgesamt sollten vier Wochen lang das Heben schwerer Lasten, körperliche Anstrengungen und Über-Kopf-Arbeiten vermieden werden. Während dieser Zeit sollten Patienten ein Kompressionsmieder tragen. Bereits zwei Tage nach der Operation werden meist die Wundschläuche entfernt und der Patient kann wieder duschen.

Was Sie beachten sollten

Damit das Risiko während und nach der OP möglichst gering gehalten und ein ideales Ergebnis erzielt wird, sollten nur Fachärzte für Plastische Chirurgie Hautstraffungen durchführen. Sie können die Chancen einer Kostenübernahme durch die Krankenkasse einschätzen und ein gegebenenfalls notwendiges Attest erstellen.

Sprechen Sie deshalb unbedingt mit dem Arzt Ihres Vertrauens ab, inwiefern eine Hautstraffung bei Ihnen notwendig und möglich ist, wie Sie den Heilungsprozess nach einer OP bestmöglich unterstützen können und welche Folgen und Kosten auf Sie zukommen.

Insgesamt ist festzuhalten, dass eine Hautstraffung eine hohe Patientenzufriedenheit mit sich bringt, sofern ein erfahrener Chirurg den Eingriff vornimmt, die Risiken dadurch gering gehalten werden und sich der Patient an die Anweisungen des Arztes hält.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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