Die Betäubung bei der Operation des Lipödems

Herr Gonzales

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© AntonioGuillem - istockBei der Operation des Lipödems ist die Menge des zu entfernenden Materials entscheidend (© AntonioGuillem - istock)Die Tumeszens Lokal Anästhesie ist eine sehr gute und beliebte Betäubungsmethode, die sich für Behandlungen an kleineren Flächen eignet. Wenn aber die Liposuction bei einem Lipödem an den gesamten Beinen und am Gesäß durchgeführt wird, ist diese Betäubungsart ungeeignet, weil die zu infiltrierende (einflößende) Menge an Lokalanästhetika und Adrenalin in den Operationsgebieten toxische Werte (schädliche) erreicht, was einen tödlichen Effekt haben kann.

Deswegen sollte in solchen Fällen eine Vollnarkose durch einen Anästhesisten gemacht werden (TIVA=Total intravenöse Anästhesie).

Die Vollnarkose bei der Operation des Lipödems

Heutzutage erhält die zu behandelnde Person Schlafmittel und schmerzlindernde Medikamente, sodass sie schläft und keinen Schmerz spürt. So ist man in der Lage Absaugmengen von bis zu 11 Litern (Megaliposuction) in einer Sitzung zu erreichen, was das Absaugen des gesamten Lipödems darstellt und die Sicherheit des behandelten Patienten gewährleistet. 

Auf der einen Seite ist es dem Patienten nicht zumutbar, zwei- bis dreimal eine begrenzte/ unvollständige Liposuction zu erleiden, nur weil man die Möglichkeit, eine Vollnarkose bei einem Lipödem zu machen, nicht hat. Auf der anderen Seite kostet es aber auch das Dreifache.

Der Einsatz von Lokalanästhetika

Lokalanästhetika sind Substanzen, die an Nervenfasern die Entstehung und Weiterleitung von Aktionspotentialen (Empfinden) blockieren. Sie wirken nicht nur an peripheren Nerven (die außerhalb des Gehirns und Rückenmarks gelegen sind und den gesamten Körper durchziehen), sondern an allen durch Aktionspotentialen reizbaren Strukturen, wie dem Zentralnervensystem, Myokard (Herzmuskel) und an glatter und gestreifter Muskulatur, was ihr Nebenwirkungsspektrum bedingt.

Die Lokalanästhetika werden nach der Injektion ins Gewebe nicht im gesamten Umfang lokal abgebaut. Dies geschieht hauptsächlich durch Absorption (Aufnahme), und Elimination (pharmakologische Vorgänge des Abbaus bestimmter körperfremder Substanzen bis hin zur Ausscheidung). Als Folge dessen verteilt sie sich im ganzen Körper mit entsprechender Wirkung.

Die Operation belastet den Kreislauf, wegen des Umfangs und Absaugvolumens stark. Die unmittelbare postoperative Phase muss unter medizinischer Beobachtung am besten unter stationären Bedingungen ablaufen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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