Botox und Hyaluronsäure, ein schlagkräftiges Duo

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Botox und Hyaluronsäure sind unbestritten die meistverwendeten Mittel für Faltenunterspritzungen. Sie besitzen allerdings ziemlich unterschiedliche Eigenschaften. Wenn man sie geschickt kombiniert, können Verjüngungseffekte sichtbar gesteigert werden. In diesem kleinen Überblick erfahren Sie mehr.

So wirken die Unterspritzungsmittel 

Botulinumtoxin, hauptsächlich bekannt unter dem Medikamentennamen Botox, hat andere Wirkmechanismen als Hyaluronsäure. Entsprechend helfen die Substanzen auch gegen unterschiedliche Faltentypen und Alterungserscheinungen:

  • Botox gilt seit den 90er Jahren als das Wundermittel gegen Falten. Viele wissen jedoch nicht, dass es nur gegen mimische Falten wirklich effektiv ist. Sie werden hauptsächlich durch die Aktivität der Gesichtsmuskeln hervorgerufen, zum Beispiel Blinzeln, Stirnrunzeln oder das Zusammenkneifen der Augen. Der volle Effekt des Faltenglätters setzt nach einigen Tagen ein. Als Neuromodulator unterbindet Botox die Weiterleitung von Nervenreizen. Gezielt in mimische Muskeln des Gesichts gegeben, bleiben die Muskelfasern dauerhaft entspannt.
  • Hyaluronsäure dient eher dazu, tiefer eingegrabene Linien unsichtbar zu machen. Sie besteht aus Polysacchariden, bestimmten Biomolekülen, die große Mengen Wasser binden können. Im Körper ist die Substanz ganz natürlich vorhanden, zum Beispiel im Hautgewebe, in den Gelenken und im Augapfel. Durch den Arzt injizierte Hyaluronsäure kann tiefe Falten anheben und so weniger oder ganz unsichtbar machen. Auch ausgedünnte oder abgesunkene Hautpartien lassen sich damit aufpolstern. Die Wirkung beginnt sofort und verstärkt sich im Laufe der kommenden Tage noch.

Bei Botox wie bei Hyaluron hält die Wirkung einige Monate an, bei Letzterem meist etwas länger. Beide Mittel werden über zielgenaue, kurze Injektionen unter die Haut gebracht. Eine vollkommen natürliche Alternative zu Hyaluronsäure ist Eigenfett. Es wird durch eine Fettabsaugung gewonnen und in die aufzupolsternden Zonen gegeben. Ein Großteil davon wächst fest ein. Falten oder andere Alterungszeichen lassen sich so auf Dauer abmildern.

Unterschiedliche Behandlungszonen 

Als Faustregel gilt: Botox kann gut mimische Falten im oberen Gesichtsbereich neutralisieren. Das sind zum Beispiel „Zornesfalten“ zwischen den Brauen, Stirnfalten oder bestimmte Augenwinkelfalten. Hyaluronsäure kommt häufig in der unteren Gesichtshälfte zum Einsatz, etwa gegen tiefe Nasolabialfalten zwischen Nasenflügeln und Mundwinkeln („Kummerfalten“) oder gegen Falten, die sich von den Mundwinkeln zum Kinn hinab erstrecken. Es gibt jedoch viele Fälle, in denen der alleinige Einsatz von Botox oder Hyaluron nicht ausreicht. Erst eine Kombinationsbehandlung bringt durchschlagenden Erfolg.

Freundlicher blicken ohne Zornesfalten 

Wenn der Arzt zum Beispiel Falten zwischen den Brauen neutralisieren soll, ist Botox erst einmal das Mittel der Wahl. Diese unerwünschten Erscheinungen, die medizinisch als Glabellafalten bezeichnet werden, gehen meist auf häufiges Zusammenkneifen der Augen zurück. Die entsprechende Muskelaktivität führt auf Dauer zu tiefen Falten, die den Gesichtsausdruck verdüstern.

  • Botox unterbindet das Anspannen der Muskeln, die zur Faltenbildung führen. Bei schwächer ausgeprägten Zornesfalten genügt das für eine praktisch vollständige Hautglättung.
  • Tiefer eingefurchte Zornes- oder Glabellafalten bleiben leider auch nach einer Botox-Gabe sichtbar. Eine zusätzliche Verabreichung von Hyaluronsäure kann das Gewebe unter den Falten anheben und sie unauffälliger bis unsichtbar machen. Als Alternative kann auch Eigenfett gespritzt werden.

Der so erzielte freundlichere Blick verleiht der Patientin oder dem Patienten gewöhnlich eine deutlich gewinnendere Ausstrahlung.

Stirnfalten lassen Betroffene gestresst und angespannt wirken

Auch tiefere Quer- oder Längsfalten auf der Stirn erfordern öfter die kombinierte Injektion von Botox und Hyaluronsäure. Zunächst muss der Arzt mit Hilfe seiner Erfahrung die Muskeln identifizieren, die das individuelle Faltenbild hervorrufen.

  • Die gezielte Botox-Injektion sorgt für die dauerhafte Entspannung der verantwortlichen Muskeln. Je nach Dosis wird das In-Falten-Legen der Stirn ganz oder größtenteils unterbunden.
  • Eventuell vorhandene tiefere Falten werden durch Hyaluron oder wahlweise Eigenfett aufgepolstert und so neutralisiert.

Die Patientin oder der Patient wirken nach gelungener Behandlung der Stirnfalten in der Regel sehr viel vitaler und weniger gestresst.

Wenn Augenfalten besonders tief sind 

Tiefe Augenfalten ziehen sich oft strahlenförmig von den Augenwinkeln Richtung Schläfen. (© Shiny Diamond - pexels.com)
Die Ringmuskulatur um die Augen ist den ganzen Tag über tausendfach aktiv ­– nämlich wenn wir blinzeln. Je nach Beschaffenheit der Haut an den Augenrändern kann das ab einem bestimmten Alter störende Faltenbildung zur Folge haben. Solche Falten ziehen sich oft strahlenförmig von den Augenwinkeln Richtung Schläfen.

  • Botox kann den äußeren Anteil der Ringmuskulatur beruhigen. Das beschränkt das Auftreten der Falten oder verhindert es ganz. Bei fachgerechter Behandlung wird der Lidschluss nicht beeinträchtigt.
  • Mit dem Alter haben sich zwischen Augenrändern und Schläfen oft schon tiefere Falten eingeprägt. Sie können durch Hyaluron- oder Eigenfett-Unterspritzung abgemildert werden.

Bei tieferen Falten an den Augenrändern muss der Arzt die Ursache genau ermitteln. Es gibt auch Exemplare, die sich bis in die Stirnzone erstrecken. Sie entstehen durch Muskelverspannungen und müssen mit Botox, nicht mit Hyaluronsäure behandelt werden.

Erfahrung ist unverzichtbar 

Für eine kombinierte Behandlung mit Botox und Hyaluronsäure braucht der behandelnde Arzt sehr viel Erfahrung. Nur so kann er einschätzen, welche Behandlungsmaßnahmen erforderlich und erfolgversprechend sind. Unangebrachte Hyaluron-Injektionen an falscher Stelle können Faltenbildung sogar verstärken. Überdosiertes und falsch gespritztes Botox kann ungewollte Effekte hervorrufen.

Entscheidend ist, dass der Behandler die Ausstrahlung des Gesichts in ihrer Gesamtheit im Blick hat. Oft ist es von Vorteil, ein paar Fältchen stehen zu lassen und auf totale Glätte zu verzichten. Das macht das Behandlungsergebnis authentischer. Natürlich sollte die Wunschvorstellung der Patientin oder des Patienten bei allen Maßnahmen der Faltenunterspritzung die Richtschnur sein.

Botox und Hyaluron sind im Allgemeinen gut verträglich 

Faltenunterspritzungen mit den beiden Mitteln werden weltweit jeden Tag unzählige Male durchgeführt. Seit ihrer Einführung vor und um die Jahrtausendwende sind die Behandlungen gut erprobt. Durch die Injektion von Botox wie von Hyaluron können sich kurzzeitig Rötungen und Schwellungen an den Einstichstellen ergeben. Gewöhnlich bilden sie sich schnell wieder zurück. Moderne Hyaluronpräparate enthalten ein leichtes Betäubungsmittel, das unangenehme Empfindungen abdämpft. Zusätzlich kann vorher eine Betäubungscreme aufgetragen werden.

Bei unsachgemäßer Behandlung oder Einsatz minderwertiger Materialien kann es zu Blutergüssen, vorübergehenden Lähmungen oder Knötchenbildung kommen. Derlei ist es bei einem erfahrenen Arzt sehr selten. Bei Eigenfett sind Unverträglichkeiten oder allergische Reaktionen ausgeschlossen, was die Anwendung für viele Patientinnen und Patienten besonders interessant macht. Dafür ist die Gewinnung des Eigenfetts, die eine minimalinvasive Operation erfordert, deutlich aufwendiger. Welche Art Faltenunterspritzung bei Ihnen auch vorgenommen wird: Sie sollten in jedem Fall darauf achten, dass die entsprechende Expertise bei Ihrem Behandler vorhanden ist.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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