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Brustvergrößerung - besser vor oder nach der Schwangerschaft?

Dr. Meyer-Gattermann

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verfasst am

©Brustvergrößerung-fotolia-74531869-underdogstudiosFrauen mit Kinderwunsch sollten keine Brustvergrößerung mit Zugang durch den Warzenvorhof wählen. (©Brustvergrößerung-fotolia-74531869-underdogstudios)Viele Frauen fragen sich, wann der richtige Zeitpunkt für die Realisierung ihres Wunsches nach einer Brustvergrößerung ist. Besonders schwierig wird die Entscheidung dann, wenn zwar eine dauerhafte Unzufriedenheit mit Form und/oder Größe der Brüste besteht, aber gleichzeitig auch ein Kinderwunsch. Oder wenn die Frau durch eine Schwangerschaft ihre vormals schönen Brüste und damit auch Einiges an Attraktivität eingebüßt hat, sie aber noch ein Kind haben möchte.

Sollte also abgewartet werden bis die Familienplanung abgeschlossen ist, auch wenn die Frau einen deutlichen Leidensdruck verspürt? Die Antworten auf diese Fragen werden nicht ganz eindeutig ausfallen. Vielmehr gilt es, die Argumente für und dagegen abzuwägen, um dann individuell zu der richtigen Entscheidung zu kommen.

Wird die Brustdrüse durch die Operation Schaden nehmen?

Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass eine Brustvergrößerung im Allgemeinen mit Silikonimplantaten durchgeführt wird. Diese werden zumeist durch einen Schnitt in der Unterbrustfalte eingeführt und unter den Brustmuskel gelegt.

Bei dieser Technik wird in keiner Weise die Brustdrüse berührt oder gar funktionell beeinträchtigt. Sie wird nur mittelbar nach vorn geschoben. Es bestehen also hinsichtlich Verletzungen der Brustdrüse durch diesen Eingriff keinerlei Bedenken.

Frauen, die noch schwanger werden wollen, sollten lieber keine Brustvergrößerung durch einen Zugang durch den Brustwarzenvorhof oder an dessen Rand wählen. Hier könnte die Drüse bei der Präparation Schaden nehmen und die Stillfähigkeit beeinträchtigt werden.

Ist Stillen nach einer Brustvergrößerung möglich?

Die Brustimplantate werden im Allgemeinen hinter den Brustmuskel gelegt, der sich unterhalb der Brustdrüse befindet. Die Implantate werden dort vom Körper mit einer bindegewebigen Kapsel umhüllt - eine natürliche Abwehrreaktion des Körpers auf Fremdkörper.

Außerdem bestehen hochwertige Implantate heutzutage aus einem auslaufsicheren Silikon-Gel, ummantelt von einer reißfesten Silikondeckschicht. Zusammengenommen ist es also sehr unwahrscheinlich oder fast unmöglich, dass Silikon in die Muttermilch gelangen könnte. Stillen ist also gefahrlos möglich nach Brustvergrößerungen.

Wird die Brust mit Implantat nach einer Schwangerschaft und Stillzeit ebenso schön bleiben wie zuvor?

©fotolia-73882143- taramara78Stillen ist auch nach einer Brust-OP möglich. (©fotolia-73882143- taramara78)Diese Frage kann kaum mit Sicherheit positiv oder negativ beantwortet werden. Einerseits erfährt die Brust durch die Hormonumstellung bei Schwangerschaft eine Größenveränderung. Gleiches gilt umso mehr beim Stillen. Sie könnte also so groß werden, dass die Hautelastizität eine komplette Rückbildung und Schrumpfung der Haut nicht mehr zulässt.

Das Stützgewebe der Brust könnte durch die vorübergehende Größenzunahme so gedehnt werden, dass auch dieses nicht mehr rückbildungsfähig ist und nicht mehr fest werden kann.
Andererseits haben Frauen, die sich einer Brustvergrößerung unterziehen vorher kleine Brüste und nur wenig Brustdrüsengewebe.

Dieses wird durch eine OP nicht sehr viel größer und durch die beschriebene Hormonumstellung auch nicht besonders viel Milch bilden können - wie es bei größeren Brüsten der Fall ist. Also ist es auch unwahrscheinlich, dass kleine Brüste sich durch Schwangerschaft und Stillzeit großartig verändern.

Brustvergrößerung - vor oder nach der Schwangerschaft?

Dem entsprechend ist festzuhalten, dass eine Schwangerschaft grundsätzlich auch bei Frauen mit Brustimplantaten ohne weiteres möglich ist. Brustimplantate sind also keinesfalls ein Grund, sich für den Abbruch einer Schwangerschaft entschließen zu müssen.

Es kann keine gesicherte Aussage darüber getroffen werden, wie sich eine Brust durch Schwangerschaft und Stillzeit verändert. Brüste, die vor der Brustvergrößerung klein und fest waren, verändern sich höchstwahrscheinlich kaum. Eine Frau sollte sich grundsätzlich darüber klar werden, ob sie eine Brustvergrößerung vor oder nach der abgeschlossenen Familienplanung realisieren will. Häufig ist ein Kinderwunsch latent vorhanden, aber es gibt noch keinen konkreten Zeitplan.

In diesen Fällen sollte sich die Frau auch fragen, ob sie bereit ist, ihre Wünsche bezüglich der Brüste noch unbegrenzt lange aufzuschieben. Wenn der Kinderwunsch konkret ist und die Schwangerschaft so bald als möglich eintreten soll, ist es besser, die Brustvergrößerung erst danach durchführen zu lassen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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