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Brustverkleinerung & Bruststraffung: Ablauf & Nachsorge

Dr. Fenkl

von
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© razoomanetu - fotoliaSolange die Brust gut geformt und groß bzw. klein genug ist, gibt es kein Problem. Was aber, wenn nicht? (© razoomanetu - fotolia)

Die unzähligen verschiedenen Formen, Größen, Variationen und Veränderungen weiblicher Brüste sind ebenso faszinierend wie auch oft individuell belastend. Viele Betroffene schleppen sich durch eine harte Pubertät, leiden in ihren Ehen, weil sie sich ihrer Brust schämen. Sie leiden weiter und sehen am Ende nur noch die Brust, mit der sie nicht zufrieden sind. Denn sie schränkt sie in ihrer Weiblichkeit und Lebensqualität ein. Da hilft nicht das hübsche Gesicht, nicht der attraktive Körper, nicht der tolle Beruf und nicht das gepflegte Äußere. Es stört die Brust – jeden Tag.

Keine Brust gleicht der anderen

Viele unserer Patientinnen haben sich vor der ersten Vorstellung beim Plastischen Chirurgen oft über Jahre, teils über Jahrzehnte, gequält. Ursächlich sind oft falsche Scham, Angst vor Narben und Entstellung, der tolerante Ehepartner, der immer sagt: „Ich liebe Dich so wie Du bist.“ und nicht zuletzt negative Berichte über misslungene Operationen gleicher Art im Internet oder in den Medien.

Für den Plastischen und Ästhetischen Chirurgen ist die Erörterung von Problemen mit der Brust das Normalste der Welt. Das passiert in seiner Praxis jeden Tag vielfach. Natürlich nicht so für die betroffenen Frauen. Aber was passiert denn beim Plastischen Chirurgen?

Vor der OP findet das Beratungsgespräch statt

Im ersten Beratungsgespräch ist die Erhebung einer gründlichen Krankheitsgeschichte wichtig. Vorerkrankungen könnten die Therapiemöglichkeiten einschränken oder müssen unter Umständen beachtet werden. Dann ist natürlich besonders wichtig, worunter Frau leidet und welche Vorstellungen und Wünsche sie hat. Danach sollte die Brust vom Arzt untersucht und ausgemessen werden. Am Ende ergibt sich schon mal das erste Gesamtbild.

Ein kompetenter Plastischer und Ästhetischer Chirurg kennt nicht nur eine Operationstechnik. Vielmehr kann er im Allgemeinen aus einem ganzen Strauß verschiedener Operations- und Behandlungstechniken aussuchen. Er wählt gezielt aus, welche sich für seine individuelle Patientin am besten eignet, sobald er ihre Wünsche und Erwartungen kennt.

Anschließend zeigt und erklärt er seinen Patientinnen anhand einer Foto-Präsentation die verschiedenen OP-Techniken und OP-Ergebnisse, die sie realistisch erwarten können. Aber auch die zu erwartenden Narben. Die meisten Patientinnen sind überrascht, wie wenig die Operationsnarben nach ca. 1 Jahr, wenn sie abgeblasst sind, sichtbar bleiben.

Jetzt gilt es, festzulegen, was unternommen werden soll. Dabei hilft es den Frauen oft, wenn ihre erschlaffte Brusthaut (z. B. nach Schwangerschaften oder Gewichtsverlusten) vor dem Spiegel vom beratenden Arzt so zusammengehalten wird, als wäre die Brust schon gestrafft bzw. verkleinert. Auf diese Art können gewisse Mengen an überschüssigem Brustgewebe manuell "optisch reduziert" werden, so dass sich Frau das besser vorstellen kann. Anhand dessen kann man als Arzt oft besser verstehen, wie die Patientinnen denken, empfinden und was sie sich wünschen.

Erst danach wird – schon im Verlauf des ersten Beratungsgesprächs – das bestmögliche operative Vorgehen gemeinsam festgelegt. Natürlich auch zusammen mit den zu erwartenden Kosten der Operation. Der definitive Entschluss zur Operation erfolgt erst in den nächsten Tagen.

Solche Entscheidungen können in der Regel ein ganzes Leben komplett verändern. Deswegen sollte man sich gegebenenfalls erst zurückmelden, nachdem man ein paar Nächte darüber geschlafen hat.

© Gennadiy Poznyakov - fotoliaMit der richtigen Planung und Nachsorge können Narben nach der Brust-OP auf ein Minimum reduziert werden. (© Gennadiy Poznyakov - fotolia)Die Einwilligung zur Operation

Erst wenn alle Fragen geklärt sind, wird ein sogenannter separater Einwilligungstermin etwa zwei Wochen vor der OP vereinbart. An diesem Termin werden

  • letzte Fragen beantwortet,
  • die theoretischen Risiken der Operation zur Sprache gebracht (Anmerkung: OP-Risiken sind dazu da, rechtzeitig erkannt und konsequent vermieden zu werden),
  • ein gemeinsamer Behandlungsvertrag geschlossen und
  • eine professionelle Foto-Dokumentation des präoperativen Befundes angefertigt.

Vor der Fotografie sollten die Patientinnen darauf achten, keinen BH anzuziehen, der in die Brusthaut einschnürt und vorübergehende Schnürabdrücke produziert. Denn sie könnten auf den Dokumentations-Fotos später irritieren.

Die Vorbereitung auf die Operation

Jede planbare Operation sollte unter optimalen Bedingungen stattfinden. Eventuelle Krankheitsphasen sollten ausgeschlossen werden. Sehr wichtige Tipps erhalten alle Patientinnen von uns im Rahmen der OP-Einwilligung mündlich und schriftlich.

Ein ganz wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Keine Frau möchte unnötig lange und auffällige Narben haben. Um möglichst kurze, unauffällige Narben zu erhalten, ist es sehr wichtig, ein möglichst geringes Körpergewicht vor der Operation zu erreichen. Darüber sind sich alle Plastischen Chirurgen einig. Ein hoher Schlankheitsgrad kann im Vergleich zu einem „Mittelgewicht“ eine Narbenlänge von insgesamt ca. 20 cm und mehr einsparen.

Eine Gewichtsabnahme nach dem Brusteingriff könnte das Füllgewebe der Brust verringern und zu einem erneuten Erschlaffen der Brust führen. Eine Gewichtszunahme nach der OP würde die Brust wieder füllen und unter Umständen besser stehen lassen. Sie würde aber auch die Haut wieder dehnen.

Alles über die Operation

Die Operation ist für alle Frauen immer ein gewisser „Aufreger“. Ähnlich der Situation, wenn man im Flugzeug sitzt und vor dem Start nervös ist. Dabei hilft es, sich vorzustellen, dass natürlich der Pilot genau so sicher am Ziel ankommen möchte wie ich selbst. Ähnlich geht es auch dem Chirurgen. Denn der sollte ebenfalls stark an dem bestmöglichen Ergebnis interessiert sein.

Entscheidend ist die exakte Planzeichnung vor der Operation. Hierfür sollte man sich besonders viel Zeit nehmen. Denn je exakter die Planung, desto genauer und besser das Operationsergebnis.

Der Aufwand im OP um eine Brustverkleinerung und Bruststraffung herum ist relativ groß. Optimale Hygiene und Sterilität, ein eingespieltes OP-Team und viele chirurgische Instrumente, die vorbereitet werden müssen, sind vollkommen normal.

Die Operation sollte in Allgemeinnarkose stattfinden, besser nicht in örtlicher Betäubung.

Außerordentlich bemerkenswert ist aber, dass viele Patientinnen aus der Narkose aufwachen und sich wundern, dass sie keine Schmerzen haben. Natürlich brennt es die ersten 2-3 Stunden ein wenig, das ist normal. Danach aber gibt es tatsächlich keine Schmerzen. Was auch wieder ein wenig gefährlich ist. Denn wer keine Schmerzen hat, der macht anfangs mit den Armen ganz leicht zu viel. Dadurch entstehen Haut- und Gewebespannungen und es kann viel leichter zu Nachblutungen kommen. Darum ist die erste postoperative „Goldene Regel“: Arme ausschalten und ruhigstellen (gegen Komplikationen), Beine viel bewegen (gegen Thrombose).

Es folgt eine kurze stationäre Behandlungsphase zwischen einer Übernachtung und maximal drei Tagen. Danach geht es nach Hause. Die erste Kontrolle ist bereits 5-6 Tage postoperativ angesetzt, anschließend nach 2 Wochen.

Der postoperative Verlauf

Es ist sehr empfehlenswert, dass brust-operierte Frauen postoperativ in regelmäßigen Abständen durch den Operateur kontrolliert werden. Durch optimale ärztliche Kontrolle und Pflege verbessert sich das Narbenbild der Operation ganz erheblich. Oft kommt es vor, dass Patientinnen gewisse Nachbehandlungs-Techniken nicht richtig verstanden haben oder unbewusste Fehler machen. Das kann man als Arzt im Rahmen der Nachbehandlungen herausbekommen. Es ist dann Aufgabe des Arztes, wirkungsvoll gegenzusteuern und zu beraten.

Viele Ärzte behandeln ihre Brustpatientinnen nur so lange, bis die Fäden entfernt sind, manchmal leider gar nicht (sog. „preisgünstige Operationen“). Darum haben einige von ihnen noch nie ihre Endergebnisse gesehen, die Patientinnen waren ja auch nicht da. Andererseits kommen leider auch viele Patientinnen nicht mehr zur geplanten Kontrolle. Ihnen ist die Zeit zu schade oder sie vergessen es, weil das neue Leben schon recht bald in vollem Gange ist.

Jede einzelne Patientin, die zur abschließenden Kontrolle kommt, ist jedoch unverzichtbar. Wie sonst könnte der behandelnde Arzt seine Arbeit überprüfen oder verbessern? Es wäre schlicht unmöglich.

© arthurhiddenSport und Brustverkleinerung: Sportlich aktive Patientinnen müssen sich keine Sorgen machen, nach dem Eingriff wieder an ihre Leistungen anknüpfen zu können. (© arthurhidden)

Mit welchen Ausfallzeiten muss ich rechnen und wann ist Sport erlaubt?

Die Ausfallzeiten für eine Brustverkleinerung / Bruststraffung sind eher kurz. Nach ca. 3-4 Tagen kann Frau duschen. Nach einer Woche ist zu Hause das Meiste möglich. Nach zwei Wochen kann in der Regel ein PKW gesteuert und der Bürojob wieder aufgenommen werden. Mit der Einschränkung, dass die Brust nach einem vollen Arbeitstag am Abend doch eher etwas anschwellen und "ziehen" könnte. Aber das ist auch subjektiv oft sehr unterschiedlich.

Sportbeginn ist keinesfalls vor Abschluss der sechsten Woche sinnvoll. Viele haben Angst, sie könnten dadurch ihre Kondition verlieren. Weit gefehlt! So manche Leistungssportlerin (z. B. Triathlon) hat sich hinterher gewundert, wie schnell sie nach ihrer Brust-OP wieder fit war. Entscheidend war jedoch immer die konsequent ruhige Anfangsphase, damit der Körper innerlich die Wunden „abdichten“ kann.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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