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Das jameda-Interview: 10 Fragen an Frau Dr. med. Caroline Kim

Dr. Kim

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© KimFrau Dr. Kim praktiziert als Plastische & Ästhetische Chirurgin in München. (© Kim)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. med. Caroline Kim interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Plastische & Ästhetische Chirurgin.

jameda: Frau Dr. Kim, was hat Sie motiviert, Plastische & Ästhetische Chirurgin zu werden?

Frau Dr. Kim: Die Chirurgie hat mich bereits beim ersten Arbeiten im Operationssaal sehr begeistert. Ich habe mich dann auf die Plastische und Ästhetische Chirurgie spezialisiert, da die Kreativität und die Ästhetik mich sehr fesseln.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Frau Dr. Kim: Ich liebe das Arbeiten mit den Patenten. Ich höre mir Ihre Anliegen an und versuche, mit Ihnen gemeinsam die optimale Behandlungslösung für ihr Anliegen zu finden. Da jeder Mensch und jede Situation anders ist, ist das immer wieder spannend und interessant. Am meisten Freude bereitet es mir natürlich, wenn die Patienten nach Abschluss der Behandlung glücklich und zufrieden sind und an Lebensqualität gewonnen haben. 

Die größten Herausforderungen sind komplexe Fälle, in denen Patienten bereits mehrfach vorbehandelt wurden. Da kann es auch einmal schwierig sein, ein perfektes Ergebnis zu erzielen.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Frau Dr. Kim: Manche Patienten haben Schuldgefühle, wenn sie sich um ihr Aussehen kümmern und etwas machen lassen. Das sollte eigentlich nicht sein. Denn es ist doch legitim, wenn man etwas für sich und sein Aussehen tun möchte. Gerade Frauen sind es oft gewohnt, nur für andere da zu sein und müssen sich dann erst einmal wieder auf sich selbst besinnen. Sie brauchen dann das Gefühl, dass es in Ordnung ist, sich selbst etwas Gutes zu tun. Manche Patienten denken außerdem, wir befassen uns nur mit Ästhetik und Hautärzte würden Hauttumore operieren. Die Plastischen Chirurgen operieren aber zum Beispiel auch Hauttumore und zwar aufgrund ihrer langen Ausbildung bestimmt besonders fein.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Frau Dr. Kim: Ich versuche vor der Behandlung sehr ehrlich und deutlich zu besprechen, dass Geduld und etwas Durchhaltevermögen erforderlich sein werden. Oder dass vom erzielten Ergebnis vielleicht nicht 100 % des Wunsches erfüllt werden können. Durch eine offene, ehrliche Kommunikation und die Bereitschaft, immer an der Seite des Patienten zu sein, auch, wenn es einmal nicht so glatt läuft, klappt es eigentlich normalerwiese sehr gut, auch einmal Durststrecken zu überbrücken.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Frau Dr. Kim: Dann spreche ich auch sehr ehrlich an, dass er auch Verantwortung für das gute Gelingen einer Operation oder Behandlung trägt. Es kommt aber eher selten vor, dass Patienten sich unvernünftig verhalten. Wenn sie meine Empfehlungen abändern, ohne dabei Risiken einzugehen, dann ist das für mich natürlich völlig in Ordnung. Denn sie sind ja selbständig und können bei der Behandlung natürlich mitentscheiden.
 

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Frau Dr. Kim: Das Gesundheitssystem in Deutschland gehört sicher zu den besten der Welt. Ich denke aber, dass unnötigerweise große Summen in dem Bereich der Pharmaindustrie verloren gehen. Die könnten an anderen Stellen sinnvoller eingesetzt werden.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Frau Dr. Kim: Natürlich, jeder Mensch muss ständig an sich arbeiten, um sich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Stillstand bedeutet Rückschritt. Ich denke, es ist wichtig, dass Ärzte nicht überheblich sind und die Patienten mit all ihren Wünschen und Bedürfnissen respektieren. Umgekehrt sollten aber auch wir Ärzte mit Respekt behandelt werden.

© KimDer Empfangsbereich der Praxis für Plastische und Ästhetische Chirurgie Dr. Kim in München. (© Kim)jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapien oder Geräte, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Frau Dr. Kim: Ich halten mich immer auf dem neuesten Stand, was Operationstechniken angeht. Auch was neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem ganzen Bereich der Plastischen Chirurgie betrifft. Ich organisiere zum Beispiel regelmäßig Fortbildungen für Ärzte und auch für interessierte Patienten in meiner Praxis zu verschiedenen Themen der Plastischen Chirurgie und den angrenzenden Fachgebieten. Diese Fortbildungen werden sehr gut angenommen.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Frau Dr. Kim: Da gab es viele berührende Momente. Sicher nie vergessen werde ich die junge Frau, die Brustkrebs in der Schwangerschaft bekam und zur Entfernung der Brust mit gleichzeitigem Wiederaufbau zu mir kam. Alles ist sehr gut verlaufen und sie und ihre inzwischen 11-jährige Tochter sind bei bester Gesundheit. Wir stehen immer noch in Kontakt zueinander. Auch großartig fand ich eine Patientin, die sich mit 80 Jahren ein Facelift hat machen lassen und sich so über das Ergebnis gefreut hat. Diese dynamischen älteren Damen sind für mich ein Vorbild und nehmen mir selbst die Angst vor dem Altern.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Frau Dr. Kim: Man sollte von der Jugend an auf sich und seinen Körper achten, also nicht rauchen und zu viel Sonne und Übergewicht vermeiden. Dann freut man sich später über einen fitten Körper.

Zur Person

Dr. Caroline Kim ist Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie und seit 15 Jahren am Bavariaring 45 in München niedergelassen. Spezialisiert hat sich Dr. Kim auf die Operationen von Gesicht, Brust und Bauch. Auch Faltenbehandlungen des Gesichts gehören zu ihrem Spezialgebiet.

Zur Praxis

In ihrer großzügigen, hellen Praxis findet die Beratung und die Nachbetreuung der Patienten statt sowie kleinere Eingriffe. Hier organisiert Dr. Kim auch regelmäßig ärztliche Fortbildungen, auf denen über die aktuellen Neuigkeiten aus der Plastischen Chirurgie informiert wird.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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