Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Bodo Hägeleinfo_plain_20gr

Dr. Hägele ist als Arzt, Plastischer & Ästhetischer Chirurg und Hautarzt (Dermatologe) tätig. (© Dr. Hägele)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. med. Bodo Hägele interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Plastischer & Ästhetischer Chirurg.

jameda: Herr Dr. med. Bodo Hägele, was hat Sie motiviert, Arzt zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Herr Dr. Hägele: Eigentlich war meine ursprüngliche Intention, Unfallchirurg zu werden. Oftmals fiel mir jedoch auf, wie lieblos die Defekte nach getaner Arbeit wieder verschlossen wurden. In der Folge steckte ich viel Energie in das Bestreben, die Patienten den Vorfall nach Abschluss der "Reparatur" optisch vergessen zu lassen.

Erstaunlicherweise profitierten die Patienten auch durch weniger Beschwerden postoperativ, was mich in meinem Bestreben bestärkte. Meine Entscheidung für die Plastische Chirurgie entstand, weil ich einfach viel Freude daran habe, schöne Ergebnisse zu erreichen und die Patienten glücklich zu machen.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Herr Dr. Hägele: IT-technisch sind effiziente Terminplanungssysteme eine tolle Sache. Bezüglich Behandlungstechniken gibt es ständig Neuentwicklungen, die hervorragende Ergebnisse versprechen. Doch letztlich braucht es immer Vorstellungskraft und handwerkliches Geschick, um eine gute Arbeit abzuliefern.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Herr Dr. Hägele: In der Praxis stehen uns alle modernen und notwendigen Applikationen für eine schonende und nachhaltige Behandlung von Gewebe und damit den Patientinnen zur Verfügung. Die gut ausgebildeten Assistentinnen und das attraktive Praxisinterieur werden Ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich machen.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Herr Dr. Hägele: Das Ziel ist es, das Trauma für den Körper bei jedem Eingriff so klein wie möglich zu halten. Technische Neuentwicklungen sollen diesem Ziel dienen und nicht dazu verleiten, Unnötiges zu tun.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Herr Dr. Hägele: Oh ja! Während meines Studiums lernte ich eine Patientin mit einer sogenannten Dysmorphophobie kennen. Bei diesem Krankheitsbild handelt es sich um Patienten mit einer gestörten Körperwahrnehmung. Diese Patientin wurde akut von einem, ihrer Meinung nach, missglückten Frisörbesuch in die Psychiatrie eingeliefert.

Dies klingt eigenartig, hatte aber einen tieferen Grund. Ich hatte das Glück, diese sehr intelligente und beeindruckende Frau persönlich kennenzulernen, die mir ihre Lebensgeschichte erzählte. Die Geschichte hatte mich tief berührt und begleitet mich bis heute. Es ist für den Arzt in der ästhetischen Chirurgie wichtig, sensibel zu sein und ggf. Anzeichen einer solchen Persönlichkeit zu erkennen.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Herr Dr. Hägele: Attraktivität und eine positive Ausstrahlung sind – wie fast alles Gute im Leben – oftmals mit Mühe verbunden. Es braucht viel Idealismus, bei schlechtem Wetter einmal Laufen zu gehen, das zweite Stück Kuchen vielleicht doch nicht zu essen oder auch einmal auf ein Bier zu verzichten. Trotzdem ist es das wert: Wir haben nur einen Körper und den haben wir schließlich immer dabei!

 

Zur Person 

Nach der Beendigung der allgemeinen chirurgischen Ausbildung begann ich 2010 die spezielle Ausbildung in der Plastischen Chirurgie. Im Jahr 2014 erlangte ich dann die Bezeichnung "Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie". Von 2014 bis 2019 folgte die Ausbildung zum Facharzt für Dermatologie in der Dermatologie des Universitätsklinikums Dresden. Hier arbeitete ich vorrangig in der rekonstruktiven Chirurgie des Gesichtes und in der kosmetischen Sprechstunde, zuletzt als Funktionsoberarzt. 2020 erlangte ich die Bezeichnung "Facharzt für Dermatologie". Seit 2019 widme ich mich vorrangig der kosmetischen Chirurgie, seit 09/2022 bei Elb-Aesthetik.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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