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Das jameda-Interview: 10 Fragen an Dr. med. Jens Baetge

Dr. Baetge

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©Dr. BaetgeDr. med Jens Baetge im jameda-Interview (©Dr. Baetge)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Dr. med. Jens Baetge interessante Fragen zu Vorurteilen, denen er begegnet und zu seiner Motivation Arzt zu werden.

jameda: Herr Dr. Baetge, was hat sie motiviert, Arzt zu werden?
Herr Dr. Baetge: Schon in meiner Jugend hat mich die Biologie fasziniert und ich wollte schon mit 16 Jahren Arzt werden. Das ich später mal ästhetisch-plastischer Chirurg werde, dass wusste ich da jedoch noch nicht. Damals dachte ich eher daran Hausarzt zu werden. 

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Dr. Baetge: Die größte Freude im Praxisalltag macht mir, wenn die Patienten nach einer erfolgreichen OP glücklich sind und mit ihrem neuen Körpergefühl ein besseres Selbstbewusstsein entwickeln können.
Die größte Herausforderung in meinem Beruf liegt darin, gemeinsam mit den Patienten herauszuarbeiten, was sie möchten, was sie erwarten, und was tatsächlich umsetzbar ist. Manchmal müssen hier der Wunsch und die Wirklichkeit behutsam in Einklang gebracht werden.
Für uns in der Nürnberger Klinik ist die Perfektion in allen Belangen das Wichtigste – nicht nur im Beratungsgespräch und in der Operation, sondern in jeder Hinsicht und im Umgang mit den Patienten. 

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Dr. Baetge: Außenstehende denken oft, dass die ästhetisch-plastische Chirurgie nur etwas für die „Schönen & Reichen“ sei. Das kann dazu führen, dass man sich zunächst nicht traut, zum ästhetisch-plastischen Chirurgen zu gehen.
Ich kann Ihnen aber sagen, dass wir absolut in der heutigen Gesellschaft angekommen sind. Bei den schonenden OP-Methoden lassen sich heute viele Dinge mit einem so geringen Risiko durchführen, dass Operation oder Behandlung praktisch für jeden möglich sind.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 
Herr Dr. Baetge: Manche Therapien bzw. Operationen, die wir durchführen, können natürlich auch unangenehm für den Patienten sein. In der Abheilungsphase kann es selbstverständlich zu Schmerzen, Hämatomen oder Schwelllungen kommen. Es kann auch vorkommen, dass das zu erwartende OP-Ergebnis nicht sofort sichtbar ist. Prinzipiell kann man sagen, dass die Wundheilung erst nach einem Jahr komplett abgeschlossen ist.
In solch einer Situation bitten wir die Patienten um Vertrauen und um die nötige Geduld. Jeder Patient, der zu uns kommt und von uns behandelt wird, erfährt in jeder Phase der Behandlung unsere vollste Unterstützung. 

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Dr. Baetge: Grundsätzlich muss man sagen, dass sich die reine Operation als solche nur zu 50% auf das Ergebnis auswirkt. Das heißt: Die jeweilige Wundheilung des Patienten und auch das Verhalten nach der Operation sind maßgeblich für ein schönes OP-Ergebnis. Darum versuchen wir stets unseren Patienten verständlich zu machen, wie sie sich postoperativ am besten verhalten sollen, um ein möglich gutes OP-Ergebnis zu erzielen. Das liegt uns sehr am Herzen, und fast alle Patienten halten sich auch an unsere Ratschläge. 

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?©Dr. BaetgeDie Praxis von Dr. med Jens Baetge (©Dr. Baetge)
Herr Dr. Baetge: Wenn ich diese Möglichkeit hätte, würde ich versuchen, die Bürokratie im Gesundheitssystem abzubauen, sodass jeder eine vernünftige ärztliche Leistung erhalten kann. Allerdings sollten nicht alle Leistungen für alle selbstverständlich sein. Ich würde mich freuen, wenn jeder mehr Eigenverantwortung für seine Gesundheit übernehmen würde. 

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Dr. Baetge: Über diese Frage freue ich mich, weil Sie Recht damit haben. Ich glaube, dass die Dinge überall und in allen Bereichen, ob im ärztlichen oder im pflegerischen Bereich, oder auch in anderen Sparten des Arbeitslebens, anders laufen, als man sie sich vorstellt.
Deshalb sollte jeder die Möglichkeit haben, sich darüber zu äußern, wie zum Beispiel bei Ihnen, auf dem jameda Bewertungsportal.
Wir führen in unserer Praxis regelmäßige Patientenbefragungen durch, um uns einerseits selbst zu reflektieren und andererseits um uns zu verbessern.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Dr. Baetge: Die ästhetisch-plastische Chirurgie ist ständig im Flow, es gibt laufend neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die vor allem durch die Werbung Ergebnisse versprechen, die nicht immer umsetzbar sind. Ich glaub grundsätzlich, dass Innovationen wichtig sind, wie zum Beispiel die modernen Unterspritzungsverfahren mit Botulinustoxin bzw. Hyaluronsäure, aber auch altbewährte Methoden wie das klassische Facelift, die Oberlidplastik und die Körperstraffung haben ihren eindeutigen Platz.
Wir versuchen, wie immer Up-to-date zu sein und verbinden deshalb erprobte und neue Therapieverfahren mit den modernsten Gerätegeneration, wie zum Beispiel bei der Ultraschall-Fettabsaugung, der Lasertherapie, dem Fadenlifting, dem Peelingverfahren oder den Spezialfäden für Patienten mit erschwerter Narbenheilung und Schlüssellochoperationsmethoden.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Dr. Baetge: Diese Erlebnisse haben wir Gott sei Dank jeden Tag. Da bei uns die Patientenzufriedenheit an erste Stelle steht, kommt stets ein Glücksgefühl auf, wenn ein Patient, nach Abschluss der Therapie, mit einem positiven Körpergefühl die Klinik verlässt und sein Leben mit neu gestärktem Selbstbewusstsein weiterführen kann.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Dr. Baetge: Grundsätzlich denke ich, dass gute Laune und ein ausgeglichenes Wesen den Menschen glücklich und zufrieden machen.  Wenn man dann noch auf den Solariumsbesuch verzichtet, hat man alles richtig gemacht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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