Das jameda-Interview: 10 Fragen an Dr. Meyer

Dr. Meyer

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© Dr. MeyerDr. Meyer ist praktischer Chirurg in München. (© Dr. Meyer)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herr Dr. Ludger JM. Meyer interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Plastischer und Ästhetischer Chirurg.

jameda: Herr Dr. Meyer, was hat Sie motiviert, Plastischer & Ästhetischer Chirurg zu werden?
Herr Dr. Meyer: Es ist ein wunderschönes, gestalterisches Fach. Es hat fast etwas Künstlerisches: Patienten wieder ihre Zufriedenheit mit sich selbst und ihr Strahlen zurückgeben zu können, empfinde ich als eine wirkliche Belohnung.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?
Herr Dr. Meyer: Patienten mit Wünschen nach ästhetischen Veränderungen sind von Natur aus sehr kritisch und anspruchsvoll. Dem stelle ich mich sehr gern, und dafür halten wir modernste Techniken und jede Menge Erfahrung vor. Am meisten Freude bereitet mir, die Freude meiner Patientinnen und Patienten selbst zu erleben, wenn ein anspruchsvolles Ziel erfolgreich umgesetzt wurde.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?
Herr Dr. Meyer: Immer wieder wird meinem Fach „Plastische Chirurgie“ vorgeworfen, dass wir medizinisch unnötige Dinge tun. Wer bestimmt eigentlich, was für jemand anderen nötig oder unnötig ist? Hierbei wird oft übersehen, dass es sich um die, oft lang überlegte, Entscheidung souveräner und erwachsener Menschen handelt. Und die gilt es zu respektieren.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten ab. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen?
Herr Dr. Meyer: Ein schwieriges Thema. Es ist nachvollziehbar, dass erwünschte Resultate quasi gestern, nebenwirkungsfrei und bitte als Punktlandung eintreten sollen. Soweit der Wunsch – es ist unsere Aufgabe als Ärzte, hier viel Geduld zu beweisen, Zeit zu haben, und unsere Patienten durch diesen Prozess zu begleiten und an ihr Ziel zu erinnern.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?
Herr Dr. Meyer: Ich werde stinksauer! Nein, Quatsch. Hier ist es meine Aufgabe, meinen Patienten immer wieder den Therapieablauf zu erklären, und das Verständnis für die hier ablaufenden Vorgänge zu suchen.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?
Herr Dr. Meyer: Zunächst würde ich alle sogenannten „schönheitschirurgischen“ Eingriffe an die Facharztbezeichnung „Plastische Chirurgie“ koppeln – will heißen, dass nur die wirklich langjährig dafür ausgebildeten Fachärzte solche oftmals kniffligen Behandlungen ausführen dürfen. So käme es nicht zu so vielen Komplikationen, die wir leider in unserem Alltag sehen und dann wieder beheben müssen.

© Dr. MeyerWohlfühl-Ambiente im Empfangsbereich der Praxisklinik "Villa Bella München" (© Dr. Meyer)jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?
Herr Dr. Meyer: Ärzte sollten viel mehr zuhören! Das würde dazu führen, dass sie ihren Patienten aufmerksamer und respektvoller gegenüber treten würden. Denn am Ende des Tages kommt es nicht darauf an, dass Patienten mit der Lösung des Arztes nach Hause gehen, sondern ihren eigenen individuellen Wunsch umgesetzt sehen.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?
Herr Dr. Meyer: Da wir von immer mehr Patienten hören, wie viel (berechtigte) Sorge sie vor großen operativen Eingriffen haben, wie zum Beispiel im Gesicht, versuchen wir konsequent, da wo es Sinn macht, vom Skalpell wegzukommen. Wir arbeiten zum Beispiel seit Jahren intensiv mit hochmodernen Lasertechniken, die eine vormals operative Armstraffung oder ein Facelift komplett ersetzen.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?
Herr Dr. Meyer: Da war diese zuckersüße, bereits etwas ältere italienische Dame, die freudestrahlend nach einem Laser-Facelift berichtete, dass sie auf einem Kongress in Mailand zwei Heiratsanträge erhalten habe. Oder die stolze dreifache Mutter, die nach einer Bauchdeckenstraffung Bikini-Fotos aus dem Urlaub schickte – endlich wieder ohne Badeanzug an den Strand!

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?
Herr Dr. Meyer: Unser Alterungsprozess besteht zu 70 Prozent aus Genetik und nur zu 30 Prozent aus Life-Style. Achten Sie auf UV-Schutz, bleiben oder werden Sie Nicht-Raucher und für alles andere haben Sie ja uns…

Zur Person
Dr. med. Ludger Meyer ist als Facharzt für Chirurgie und Plastische Chirurgie und als Ärztlicher Leiter der Münchner VILLA BELLA Experte auf dem Gebiet non- und minimalinvasiver Behandlungsmethoden. Nach verschiedenen Stationen als Chefarzt und Oberarzt in großen Kliniken gründete er 2007 die Villa Bella – eine Institution, die für natürliche, individuelle Plastische Chirurgie steht.
Zur Praxis
Die Villa Bella, Münchens renommierte Schönheitsklinik, steht für Plastisch-Ästhetische Chirurgie auf höchstem Niveau von Wissenschaft und Technik. Seit vielen Jahren werden in der Villa Bella auch Behandlungen mit hochentwickelten Lasertechnologien angeboten. Ihr Motto: „Wir bleiben Ihrer Persönlichkeit treu!“

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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