Endoskopische Entfernung von Lipomen und Osteomen der Stirn und Wange ohne Narben

Läsionen können vor allem im Gesichtsbereich als störend empfunden werden. (© Gassner)

Verschiedene Läsionen können sich als Beulen im Bereich der Stirn oder Wange manifestieren. Am häufigsten sind dies gutartige Geschwülste, wie zum Beispiel Lipome oder Osteome. Sie können von der Patientin / dem Patienten als störend empfunden werden.

Der Wunsch, eine solche Läsion entfernen zu lassen, ist oft ausgeprägt. Allerdings möchten die meisten Patientinnen und Patienten vermeiden, dass durch die Entfernung eine sichtbare Hautnarbe entsteht. Durch die endoskopische Technik können Läsionen ohne sichtbare Hautnarbe entfernt werden.

Welche Läsionen können auf Stirn und Wange auftreten?

Lipome sind gutartige Geschwülste, die vom Unterhautfettgewebe ausgehen. Sie fühlen sich weich an, wachsen in der Regel langsam und sind kaum druckempfindlich. Osteome gehen vom Knochengewebe aus, wachsen ebenfalls langsam und tasten sich hart. Ebenfalls beobachtet werden Filler, die sich nicht auflösen.

Das kann zum Beispiel nach Behandlungen im Ausland auftreten. Die verwendeten Füllsubstanzen können dann oft nicht mehr nachvollzogen werden. Bei einer Behandlung durch einen Facharzt in Deutschland ist ein solches Risiko durch die bestehenden Standards und Regularien sehr deutlich minimiert.


Wie können Osteome oder Lipome entfernt werden?

Traditionell werden Lipome und Osteome durch einen Hautschnitt über der Geschwulst entfernt. Dadurch entsteht eine Hautnarbe. Alternativ kann eine endoskopische Entfernung durchgeführt werden. Dabei wird der Schnitt zum Zugang in ein Areal verlegt, das nicht sichtbar ist.

Für den Zugang zu Stirnläsionen ist dies die behaarte Kopfhaut, für den Zugang zu Läsionen der Wange geht man über den Mund und die Zahnfleischfalte vor. Für den Eingriff ist ein fortgeschrittenes Instrumentarium notwendig. Oft können die Läsionen auch endoskopisch fotografiert und so dokumentiert werden.


Welche Art der Narkose ist notwendig?

In der Regel kann der Eingriff in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlafnarkose durchgeführt werden. Bei dieser Art der Narkose erhält die Patientin oder der Patient ein Schmerzmittel und ein Schlafmittel in die Vene und schläft während des Eingriffs. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Eingriff auch in rein örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Unter anderen Voraussetzungen, zum Beispiel bei Kindern, kann eine Vollnarkose notwendig werden.


Ist eine Aufnahme ins Krankenhaus notwendig?

Durch die minimalinvasive endoskopische Methode wird schonend vorgegangen. Wenn nicht andere Erkrankungen vorliegen, die eine stationäre Aufnahme erforderlich machen, kann der Eingriff ambulant durchgeführt werden.


Durch die schonende endoskopische Behandlung sind Sie schnell wieder gesellschaftsfähig. (© ValuaVitaly - iStock)
Wie schnell ist man wieder unauffällig, arbeitsfähig und reisefähig?

Je nach Größe und Lokalisation der Läsion können Schwellungen und Blauverfärbungen auftreten. Sie sollten aufgrund des schonenden Vorgehens eher wenig ausgeprägt sein. Oft ist man schon nach wenigen Tagen wieder unauffällig. In der Regel kann man schon am Folgetag wieder reisen. Auch Flugreisen sind möglich.


Gibt es Risiken?

Bei jedem Eingriff gibt es mögliche Risiken. Das endoskopische Vorgehen sollte die gleiche Sicherheit hinsichtlich einer vollständigen Entfernung der Läsion bieten wie das traditionelle Entfernen durch Hautschnitt. Ein erneutes Auftreten der entfernten Läsion ist als Risiko zu benennen.

Bei bestimmten Osteomen kann es Teil des Behandlungsplans sein, nur einen Teil der Läsion zu entfernen, da die komplette Entfernung einen zu großen Aufwand erfordern würde und Osteome nach Teilentfernung oft nicht oder kaum nachwachsen.

Diesen und weitere Aspekte wird Ihr behandelnder Arzt genau mit Ihnen besprechen und das exakte Vorgehen gemeinsam mit Ihnen festlegen.


Ist eine Bildgebung notwendig?

In der Regel sollte eine Bildgebung durchgeführt werden, um die Läsion bestmöglich zu beurteilen. Häufig kommen Ultraschall, CT oder MRT zum Einsatz. Der Ultraschall hat den Vorteil, dass er ohne Strahlenbelastung auskommen und in den Händen eines erfahrenen Anwenders sehr hohe Aussagekraft hat.

Ein CT kann notwendig werden, allerdings sollte die (geringe) Strahlenbelastung gegen den Mehrwert an Information sorgfältig abgewogen werden. Ein MRT kann bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen notwendig werden.


Wie finde ich den richtigen Behandler?

Ihr Behandler sollte Erfahrung mit der endoskopischen Entfernung von Läsionen im Gesicht haben. Das Vorgehen erfordert Erfahrung und einen relativ hohen apparativen Aufwand. Fachärzte verschiedener chirurgischer Fachrichtungen können bei entsprechender Erfahrung qualifiziert sein, den Eingriff durchzuführen. Erfahrungsberichte von Patienten können bei der Wahl des Behandlers hilfreich sein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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