Falten optisch auffüllen: Hyaluronsäure, Eigenfett und Kollagen im Vergleich

Um Falten ohne OP zu behandeln können Sie mit Fillern unterspritzt werden (© ariwasabi-iStock)

Eine faltenfreie Haut ist mit einer der wichtigsten Indikatoren für Jugendlichkeit und Gesundheit. Doch im Alter verliert die Haut an Feuchtigkeit. Die Falten werden tiefer und das Gesicht älter. Die Hautalterung ist zwar völlig natürlich, dennoch stören sich viele Frauen und Männer an unschönen Krähenfüßen, Lach- und Zornesfalten. Dazu kommt der Abbau von Weichteilgewebe im Gesicht, der die Haut faltig erscheinen lässt.

Viele Patienten denken bei einer Faltenbehandlung zuerst an das klassische Facelifting - ein zeitaufwendiger chirurgischer Eingriff, der je nach Ausmaß auch einen Krankenhausaufenthalt nach sich zieht. Fillerbehandlungen sind eine Alternative ohne OP, die häufig einer Operation vorgezogen wird. Doch welche Methoden werden dabei angewendet, welche Vorteile bieten sie gegenüber einem Facelift und was muss ich als Patient beachten?


Vor- und Nachteile der verschiedenen Verfahren

Wenn Falten unterspritzt werden, um einen Volumenverlust aufzufüllen, spricht man von einem sogenannten Liquid Lifting. Dabei werden Substanzen, die als Füllmaterial dienen, in die unteren Hautschichten gespritzt. So werden Falten geglättet und wieder aufgefüllt. Außerdem werden Substanzverluste wie z.B. im unteren Gesichtsbereich oder im Bereich der Wangen aufgefüllt, um das Gesicht wieder jünger erscheinen zu lassen.

Ein Vorteil ist, dass bei einer Fillerbehandlung keine Operation und somit auch kein Skalpell notwendig ist. Deshalb ist das Liquid Lifting im direkten Vergleich zum Facelift preiswerter. Zudem ist es narbenfrei und es entstehen keine längeren Ausfallzeiten.

Zur Behandlung können nonpermanente und permanente Filler verwendet werden. Von letzteren wird in der Regal allerdings abgeraten, da sie eher zu Komplikationen führen. Als biologisch abbaubare, nonpermanente Filler werden am häufigsten folgende Stoffe verwendet:

  • Hyaluronsäure
  • Eigenfett
  • Kollagen
  • Polymilchsäure
  • Calcium-Hydroxylapatit
  • Polycaprolacton

Hyaluronsäure gehört zu den gängigsten Fillern um Falten zu unterspritzen (© ValuaVitaly_iStock)
Falten mit Hyaluronsäure unterspritzen

Eines der bekanntesten und beliebtesten Verfahren ist die Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure. Dabei handelt es sich um eine Substanz, die im menschlichen Körper vorkommt. Sie ist sehr gut löslich und lässt sich gut mit Wasser binden.

Hyaluronsäure ist vor allem für die Elastizität und Spannkraft der Haut verantwortlich. Im Alter nimmt die körpereigene Produktion des Stoffes jedoch ab. Indem die Falten unterspritzt werden, können sie geglättet, die Gesichtskontur modelliert und die Elastizität der Haut aufrechterhalten werden. Volumenverluste unter der Haut können durch Hyaluronsäure aufgefüllt werden.

Wenn die körpereigene Hyaluronsäure mit einer Injektion ersetzt wird, lassen sich vor allem Krähenfüße, Mund-, Knitter- und Nasolabialfalten behandeln. Letztere befinden sich zwischen Nase und Mundwinkeln. 

Ein Risiko besteht hier vor allem bei der Behandlung durch nicht qualifizierte Ärzte. Bei einer falsch gesetzten Spritze kann es zu Verhärtungen, Nervenschäden und in extremen Fällen auch zum Absterben von Gewebe, Lähmungserscheinungen und Erblindung kommen. Die Unterspritzung mit Hyaluronsäure sollte daher - wie alle anderen Behandlungsmethoden auch - nur von erfahren und qualifizierten Ärzten durchgeführt werden.

Wie funktioniert Lifting mit Eigenfett?

Das Lifting mit Eigenfett stellt ebenfalls eine gut verträgliche Methode zur Faltenbehandlung dar. Zuerst wird dem Patienten Fett abgenommen und aufbereitet, damit es zur Unterspritzung verwendet werden kann. Mit Eigenfett lassen sich vor allem durch den aufpolsternden Effekt Volumenverluste im unteren Gesichts- und Wangenbereich und tiefere Falten wie z.B. die Nasolabialfalten und die Merkelfalten zwischen Mund und Kinn gut behandeln. Allerdings ist zu beachten, dass die Effektivität der Behandlung von Patient zu Patient unterschiedlich ist.

Was ist Kollagen?

Auch bei Kollagen handelt es sich um einen körpereigenen Stoff, der für die Fillerbehandlung verwendet werden kann. Kollagen ist ein Eiweiß, das unter anderem für die Elastizität der Haut verantwortlich ist und im Bindegewebe, in Knochen, Zähnen, Sehnen und Bändern vorkommt. Da der Kollagen-Anteil im Körper mit fortschreitendem Alter abnimmt, kann er durch eine Faltenunterspritzung wirkungsvoll erhöht werden.

Ein weiterer, häufig verwendeter Filler ist Polymilchsäure, auch PLLA genannt. Dabei handelt es sich um einen synthetischen Filler, der die Neubildung von Kollagen anregt und Falten schrittweise füllt. Nach acht bis sechzehn Wochen ist das vollständige Ergebnis zu sehen - das Gesicht wird aufgepolstert und die Konturen werden stabilisiert.

Welche anderen körpereigenen Filler gibt es?

Die Faltenbehandlung mit Calcium-Hydroxylapatit (CaHA) wird auch als Radiesse-Verfahren bezeichnet. Es handelt sich dabei um ein Präparat, das aus Calcium und Phosphat hergestellt wird und in ähnlicher Form auch im menschlichen Körper auftritt, z.B. in Knochen und Zähnen. Aufgrund seiner Strukturfestigkeit eignet es sich besonders, um tiefe Gesichtsfalten aufzufüllen. Auch hier handelt es sich um einen vom Körper abbaubaren Stoff, weshalb die Wirkung mit der Zeit nachlässt und die Behandlung eventuell wiederholt werden muss.

Gibt es auch synthetische Filler?

Bei der sogenannten Ellansé-Methode wird ein synthetischer Filler auf Polycaprolacton-Basis verwendet. Im Vergleich zu den anderen Fillern wird der Stoff bedeutend langsamer abgebaut, sodass sichtbare Ergebnisse bis zu vier Jahre halten können.


Um ein gutes Ergebnis zu erzielen, sollten Sie die Behandlung nur von Fachärzten durchführen lassen (© Plastische Chirurgie Köln am Rhein, Dr. Miriam Koeller-Bratz)
Ablauf und Risiken

Die Fillerbehandlung läuft unabhängig vom verwendeten Präparat immer gleich ab. Die Behandlung dauert im Schnitt 15 bis 30 Minuten und der Patient kann direkt danach bereits seinen gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Eine Regenerationszeit ist nicht nötig.

Bei Bedarf wird vor der Behandlung eine Betäubungscreme aufgetragen, um Schmerzen bei der Injektion zu vermeiden. Dann werden die zu behandelnden Hautpartien mit einem der Filler unterspritzt. Danach wird der Filler mit leichtem Druck in die Haut einmassiert und modelliert. Die unterspritzten Stellen werden anschließend gekühlt, um Schwellungen oder Blutergüsse zu vermeiden. 

Da es sich bei der Faltenunterspritzung um eine noninvasive Behandlungsmethode handelt, sind im Vergleich zum operativen Facelifting die Risiken eher gering. So können eventuell Schwellungen, Blutergüsse oder Ödeme auftreten. Sie verschwinden jedoch innerhalb weniger Tage und müssen meist nicht zusätzlich behandelt werden.


Was sollten Patienten nach dem Eingriff beachten?

Auch wenn eine Fillerbehandlung zunächst keine starken Einschränkungen mit sich bringt, sollten Patienten regelmäßige Kontrolltermine wahrnehmen, um ein bestmögliches Ergebnis zu erhalten. Zudem ist zu beachten, dass die meisten Faltenunterspritzungen in der Regel temporär sind und das Ergebnis mit der Zeit nachlässt. Bei den Kontrollterminen kann auf Wunsch gleich eine weitere Behandlung vereinbart werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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