Auch Männern steht ein Gesicht ohne viele Falten besser: So funktionieren Hyaluron, Botox & Co.

Wie können Falten in Männergesichtern schonend reduziert werden? (©goodluz - fotolia)

Botox & Co. helfen keineswegs nur bei der Verjüngung des weiblichen Antlitzes. Männer profitieren von den modernen Verfahren der Faltenunterspritzung ebenso. Es gibt bei ihnen typische Problemzonen, aber – wenn gewünscht – auch schnelle Abhilfe.

Geschlechtstypische Falten sind nichts Neues

Männer und Frauen altern verschieden – natürlich auch im Gesicht. Frauen haben meist von Natur aus ein schwächeres Bindegewebe. Das macht sie empfänglicher für Alterungszeichen in der unteren Gesichtshälfte. Das sind etwa „Kummerfalten“ zwischen Nase und Mundwinkeln sowie hängende Wangen.

Bei Männern mobilisieren die Muskeln im Allgemeinen mehr Kraft. Das gilt auch für die Gesichtsmuskeln. Der stärkere Zug sorgt für tiefere Mimikfalten, besonders weiter oben im Gesicht:

  • Zornesfalten zwischen den Brauen
  • Stirnfalten
  • Augenfalten

Mit den bewährten Faltenunterspritzungsmitteln Botox, Hyaluronsäure und Eigenfett lassen sich derartige Makel wirkungsvoll unsichtbar machen. Immer mehr Männer wünschen sich eine solche Faltenbehandlung. Denn nicht nur Fitness und Selbstbewusstsein, auch ein jugendlicher wirkendes Gesicht unterstreicht die männliche Ausstrahlung.

Botox, Hyaluron und Eigenfett

Mimische Falten, unter denen Männer oft leiden, lassen sich in erster Linie durch Botulinumtoxin abmildern, das auch unter dem Medikamentennamen Botox bekannt ist.

  • Der Klassiker unter den Faltenunterspritzungsmitteln lässt in der Zone, wo er injiziert wird, die Muskeln für längere Zeit erschlaffen.
  • Das kommt von der Eigenschaft der Substanz, Nervensignale an die Muskulatur zu unterbinden. Ohne Muskelaktivität keine Faltenbildung mehr.

Natürlich muss der Arzt das Mittel gut dosieren und genau an den richtigen Stellen spritzen. Ein wie eingefroren wirkendes Mienenspiel lässt sich so ebenso vermeiden wie Funktionsstörungen etwa beim Lidschluss. Das Ergebnis hält durchschnittlich 5 bis 8 Monate an, dann kann nachgespritzt werden.

Besonders bei älteren Männern haben sich Falten aber oft schon tiefer ins Hautgewebe eingegraben. Allein mit Botox kriegt man die Faltenzone dann nicht mehr glatt. Die gezielte Injektion von stärker vernetzter Hyaluronsäure kann das Gewebe in der entsprechenden Region anheben.

  • Der Effekt kommt von der Eigenschaft der Hyaluron-Moleküle, sehr viel Wasser zu binden. Die Vernetzung der Polysaccharide, aus denen die Substanz besteht, sorgt länger für Stabilität.
  • Infolge der Aufpolsterung sind selbst tiefere Falten gar nicht oder kaum noch zu sehen.

Hyaluronsäure wird vom Körper auch selbst produziert. Unverträglichkeiten sind daher selten. Nach 6 bis 18 Monaten lässt die Wirkung nach, Anschlussbehandlungen sind möglich. Wer eine ganz sichere und nachhaltige Unterspritzung will, lässt sich als Alternative gerne Eigenfett spritzen.

  • Eigenfett polstert ebenso auf wie Hyaluron und neutralisiert so tiefere Falten.
  • Der größte Teil des gespritzten Eigenfetts wächst fest im Gewebe ein. Der Anti-Falten-Effekt hält so deutlich länger an, nämlich gewöhnlich viele Jahre.

Die Eigenfett-Unterspritzung ist allerdings aufwendiger. Das Fett muss zunächst durch eine Fettabsaugung (Liposuktion) gewonnen werden. Man schlägt dabei zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Behandlung zur Körperformung verschönert nebenher die Silhouette von Bauch, Hüften, Oberschenkeln, Brust, Kinn oder anderen Problemzonen.

So verschwinden die „Männerfalten“ 

  • Die „Zornesfalte“ zwischen den Brauen geht meistens weg, wenn Botox in den Bereich gegeben wird. Der Patient kann dann nicht mehr angestrengt die Augen zusammenkneifen. Der wichtigste Auslöser für diesen auch Glabellafalten genannten Faltentyp fällt damit weg. Unterstützend können besonders tief eingegrabene Exemplare durch Hyaluronsäure oder Eigenfett abgemildert werden.
  • Augenfältchen lassen sich durch Botox-Injektion in den Bereich zwischen Augenwinkeln und Stirn glätten. Die Injektion verhindert eine übermäßige Aktivität der äußeren Ringmuskulatur, die sich um die Augen spannt.
    Auch hier können mit Fillern wie Hyaluron oder Eigenfett zusätzlich tiefere Furchen ausgeglichen werden. Der Arzt muss den Faltentyp gut analysieren: Manchmal kommen ausgeprägtere Falten, die sich bis in die Stirn ziehen, auch von Muskelverspannungen. Ein Filler wäre hier kontraproduktiv.
  • Zur Glättung von Stirnfalten wird Botox in die untere Stirnregion gegeben. Sowohl senkrechte als auch vertikale Falten lassen sich auf diese Weise abmildern. Der Arzt analysiert, welche Muskeln an der Faltenbildung beteiligt sind, und spritzt möglichst zielgenau. Tiefere Falten, die auch bei entspannten Muskeln noch sichtbar sind, kann er durch Unterspritzung mit den erwähnten Fillern neutralisieren.

Welche unerwünschten Wirkungen kann es geben?

Faltenunterspritzungen sind im Allgemeinen sehr verträgliche Behandlungen. Die üblichen Rötungen und Schwellungen an den Einstichstellen legen sich normalerweise sehr schnell wieder.

Bei einer nicht zielgenauen Injektion können sich Blutergüsse bilden. Unverträglichkeiten gegen das Faltenunterspritzungsmittel können vorkommen, sind aber selten. Nach unsachgemäßer Botox-Gabe sind auch vorübergehende Lähmungen möglich wie eine eingeschränkte Lidfunktion. Hyaluronsäure kann bei Behandlungsfehlern länger anhaltende Knötchenbildung zur Folge haben.

Erfahrene Ärzte wissen solche Folgen gewöhnlich zu vermeiden. Bei der Faltenunterspritzung mit Eigenfett sind Unverträglichkeiten ganz ausgeschlossen. Eventuelle Asymmetrien, die sich durch ungleichmäßiges Einwachsen des Eigenfetts prinzipiell ergeben können, lassen sich meist durch eine gezielte Nachbehandlung ausgleichen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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