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Das jameda-Interview: 10 Fragen an Frau Dr. Brunner

Dr. Brunner

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© BrunnerFrau Dr. Brunner ist Plastische & Ästhetische Chirurgin in Hamburg. (© Brunner)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau Dr. Brunner interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Plastische & Ästhetische Chirurgin.

Jameda: Frau Dr. Brunner, was hat Sie motiviert, Plastische & Ästhetische Chirurgin zu werden?

Dr. Brunner: Seit einem Studienaufenthalt in den USA 1985, wo ich im Texas Heart Institute bei Prof. Cooley famuliert habe, war ich von der Chirurgie fasziniert und habe alle darauffolgenden Ferien in irgendwelchen OP’s verbracht. Die Möglichkeiten der Chirurgie zur Rekonstruktion haben mich als Studentin besonders fasziniert, so dass mein Entschluss feststand, unbedingt Plastische und Ästhetische Chirurgin werden zu wollen. Nach drei Jahren Allgemeinchirurgie wechselte ich dann in die Abteilung für Plastische-, Rekonstruktive-, Ästhetische- und Handchirurgie von Prof. Biemer an der TU München und konnte meinen Traum verwirklichen. Bis heute bin ich von den Möglichkeiten der Plastischen und Ästhetischen Chirurgie fasziniert. Es ist ein wunderbares Gefühl, Patienten durch solche Operationen mehr Lebensqualität zu geben.

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie  die größten Herausforderungen?

Dr. Brunner: Zufriedene Patienten, die an Selbstbewusstsein gewonnen haben und gute Ergebnisse. Unrealistische Erwartungen müssen auf den auf den Boden der Tatsachen gebracht und die richtigen Indikationen gestellt werden.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Dr. Brunner: Manche Patienten sind beschämt, sich aus nicht medizinisch indizierten Gründen operieren zu lassen. Da jedoch in der Regel ein erheblicher Leidensdruck besteht, liegt für mich eine klare Indikation vor. Das versuche ich dann auch zu vermitteln und den Patienten dadurch ihr Schamgefühl zu nehmen.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Dr. Brunner: Nach einem individuellen und ausführlichen Beratungsgespräch erstelle ich mit dem Patienten gemeinsam einen Behandlungsplan. So schaffe ich eine Basis mit der wir arbeiten können. Die Patienten wissen, dass Geduld nötig ist und es sich lohnt, sich auf das Ergebnis zu freuen und durchzuhalten.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Dr. Brunner: Chirurgie ist in meinen Augen immer die Kooperation zwischen Chirurgin und Patient. Dies bespreche ich vor jeder Operation mit meinen Patienten. Dabei können sich meine Patienten darauf verlassen, dass ich im OP alles dafür tue, dass sie ein möglichst perfektes Ergebnis erhalten. Im Gegenzug erwarte ich, dass meine Patienten in der Phase nach der Operation alles dafür tun, um Komplikationen zu vermeiden. Dieses Teamwork funktioniert in der Regel sehr gut. Falls es mal nicht klappt, weise ich eindringlich auf eventuell Komplikationen hin, die daraus entstehen können – wenn nötig auch mehrfach. Oft zeichnen sich diese dann schon ab z.B. Wundheilungsstörungen bei Rauchern. Der Patient kann es also selbst sehen und ist dann meistens einsichtig.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Dr. Brunner: Aufgrund meiner jahrelangen Tätigkeit in England weiß ich, dass wir in Deutschland immer noch über ein sehr gutes Gesundheitssystem verfügen. Dies sollten wir mit allen Mitteln und einem sinnvollen Einsatz der dafür zur Verfügung stehenden Gelder erhalten. Oft stehen einer guten Medizin die wirtschaftlichen Interessen und Sparmaßnahmen von Krankenhausgesellschaften im Wege. Der Patient sollte immer an erster Stelle stehen, nicht die Kosten oder der Profit.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Dr. Brunner: Die Plastische und Ästhetische Chirurgie sollte in meinen Augen kein Werkzeug sein um Menschen zu perfektionieren oder unrealistischen Vorstellungen Vorschub zu leisten. Sie sollte eher helfen, Patienten mit einem bestehenden Leidensdruck eine Lösung zu bieten und dadurch die Lebensqualität zu verbessern. Oft haben Patienten eine völlig unrealistische Vorstellung von dem, was möglich und sinnvoll ist. Auch in einer Zeit von zunehmender Konkurrenz, wünsche ich mir von allen Kollegen eine sinnvolle Indikationsstellung und eine realistische Einschätzung von dem, was machbar ist. Dies muss dann auch so kommuniziert werden, auch, wenn die beste Lösung dann manchmal keine Operation ist.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Dr. Brunner: Ja, wir sind begeistert von der Ultherapy, einer nicht invasiven Methode zu Gesichtshautstraffung durch Ultraschall. Um gute Ergebnisse zu erhalten, ist die richtige Patientenauswahl bei Ultherapy jedoch entscheidend.  Ebenso wenden wir mit Erfolg das medizinische Needeling an, um kleine Fältchen zu glätten oder Aknenarben etc. zu verbessern.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Brunner: 2014 stellte sich eine Patientin in meiner Praxis vor, die aufgrund eines Geburtstraumas an einer Teillähmung litt und sich nur mit Hilfe eines Gehwagens fortbewegen konnte. Die Patientin hatte schon 50 kg abgenommen und wollte noch weitere 30 kg abnehmen. Ich hielt dies für sehr unwahrscheinlich, habe ihr aber zugesagt, wenn sie es schafft, würde ich eine Brustkorrektur durchführen. Zwei Jahre später war es soweit. Sie litt unter stark hängenden Brüsten, die sie sehr behinderten. Beim letzten Kontrolltermin sagte sie mir, sie würde jetzt zunehmend ohne Gehwagen laufen und hatte viele Pläne, die sie mit der gewonnen Mobilität umsetzten konnte. Dies hat mich mit unglaublicher Freude erfüllt.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Brunner: Sie sollten sich nach der Operation an die Verhaltensmaßnahmen ihrer Operateure halten und das Rauchen im Rahmen plastisch – ästhetischer Operationen drastisch reduzieren.

Zur Person

Dr. Christina A. Brunner ist Fachärztin für Plastische und Ästhetische Chirurgie, niedergelassen in eigener Praxis im Zentrum von Hamburg. Sie ist Mitglied der ISAPS, VDÄPC, DGPRÄC und IPRAS, sowie anderer wissenschaftlicher Vereinigungen.

Zur Praxis

Die modernen und hellen Räume der Facharztpraxis von Frau Dr. Christina A. Brunner liegen im Zentrum von Hamburg und verfügen über eine hohe technische Ausstattung. Dort werden Beratungen und nicht invasive Techniken durchgeführt. Für die Operationen stehen zwei hervorragende Kliniken als Kooperationspartner zur Verfügung.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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