Das jameda-Interview: 9 Fragen an Frau MUDr. Zuzana Vodsloninfo_plain_20gr

Frau MUDr. Vodslon praktiziert als Plastische & Ästhetische Chirurgin in Nürnberg. (© Vodslon)

Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Frau MUDr. Zuzana Vodslon interessante Fragen zu ihren Erfahrungen als Plastische & Ästhetische Chirurgin.

jameda: Frau MUDr. Zuzana Vodslon, was hat Sie motiviert, Plastische und Ästhetische Chirurgin zu werden und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Frau MUDr. Vodslon: Ich war als kleines Mädchen ein typischer "Nerd", der sich für alles Lebendige und Naturwissenschaften interessierte und der andererseits beim Malen für Stunden in seine eigene Welt abtauchen konnte.

Nachdem zum Leidwesen meines Kunstlehrers das Medizinstudium über die Kunstakademie gesiegt hatte, war mein Weg zur Chirurgie und dann zur Plastischen Chirurgie allerdings klar, sobald ich das erste Mal ein Skalpell in der Hand hatte.

jameda: Worin liegt Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und was macht diesen so besonders?

Frau MUDr. Vodslon: Meine Schwerpunkte liegen zur Zeit bei Körpercontouring wie Brustoperationen, Bauchdeckenstraffungen, Liposuktion oder Intimchirurgie und bei schonenden Behandlungen wie Filler- und Botulinumtoxinbehandlungen, Kryotherapie etc.

Als Frau, die schon einen Teil ihres Lebensweges beschritten hat, erkenne ich mich in sehr vielen meiner Patienten/-innen wieder. Kreative Lösungen zu finden, um damit Menschen das Leben leichter und angenehmer zu machen, ist auf vielen Ebenen befriedigend. Eine echte Win-Win- Situation!

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn geprägt hat?

Frau MUDr. Vodslon: Ich hatte das Glück, als Kind einen Freund meiner Großeltern gekannt zu haben, der als Militärchirurg durch sein gelebtes Vorbild von Werten wie Menschlichkeit, Mut, persönlichem Anstand und fachlicher Kompetenz jemand war, der mir eine Idee gegeben hat, wie ich gerne wäre, wenn ich groß bin.

In der chirurgischen Männerdomäne hatte ich dann das Glück, einen Mentor gefunden zu haben, der nicht der Ansicht war, dass "das nichts für Frauen ist" - nicht dass mich das jemals von etwas abgehalten hätte. Mit dessen Führung hatte ich schon während des Studiums Gelegenheit, bei vielen plastisch-chirurgischen Operationen zu assistieren. Eine Erfahrung, für die ich bis heute dankbar bin.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Frau MUDr. Vodslon: Als jemand, der seine Kindheit noch völlig "analog" verbracht hat, kann ich die voranschreitende Durchdringung der Medizin durch die Informationstechnologie von Anfang an miterleben.

Obwohl ich zu der Generation gehöre, die noch mit Papier und Bleistift zurechtkommt, ist Informationstechnologie, von der Steuerung medizinischer Geräte, über Bildsimulationen bis zum Administrativen eine riesige Hilfe.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Frau MUDr. Vodslon: Eine der größten Herausforderungen ist, wie im "richtigen" Leben, das Erreichen einer gesunden Balance zwischen dem was technisch "alles drin" ist, und dem, was für den Patienten nachhaltig und zufriedenstellend ist.

Also das Bewahren, Pflegen und Wiederherstellen einer natürlichen Attraktivität, ohne Opfer von Insta-Hypes und Modeerscheinungen zu werden.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Frau MUDr. Vodslon: Ich höre ganz genau hin und lese auch "zwischen den Zeilen", um die Wünsche meiner Patientinnen und Patienten bestmöglich mit dem technisch Machbaren und medizinisch Vertretbaren vereinigen zu können.

Nicht nur meine Fachkompetenz, auch meine Lebenserfahrung aus der Schwerstbrandverletztenversorgung und als alleinerziehende Mama hilft mir, einen ganz besonders guten "Draht" zu meinen Patientinnen und Patienten aufzubauen.

Der Empfangsbereich der Nürnberger Klinik für Ästhetisch - Plastische Chirurgie. (© Vodslon)
jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten?

Frau MUDr. Vodslon: Ich freue mich, wenn ich Lebenswege ein Stück mitbegleiten darf und dabei auch noch etwas zur Zufriedenheit und zum Glück meiner Patienten beitragen kann.

Die Resilienz  meiner Patienten, ihre Lebensgeschichten, Freude über ein wunderbares Ergebnis, die Glückstränen in den Augen beim ersten Verbandswechsel vor dem Spiegel,  "tragen" uns Chirurgen durch den Tag.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Frau MUDr. Vodslon: Als Chirurgin, die zur Jahrtausendwende in Harlem und in der Bronx in der Traumachirurgie und in der Schwerstbrandverletztenversorgung gearbeitet hat, könnte ich mit Patientengeschichten Bücher füllen.

Um mit einer heiteren Note abzuschließen, kann ich berichten, dass ich über mein Diensttelefon schon Ehekrisen beraten und Hundeerziehungstipps gegeben habe.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf dem Weg geben?

Frau MUDr. Vodslon: Freuen Sie sich über all die guten Dinge, die Sie haben. Genießen Sie jeden Tag, den Sie auf unserer schönen Erde sein dürfen. Lassen Sie die Finger von Zigaretten, und benützen Sie täglich Sonnenschutz.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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