Ursachen der Hautalterung: Was man für eine lang anhaltene Jugendlichkeit tun kann

Dr. Brandenburg

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© Kurhan - iStockDie Hautalterung ist ein natürlicher Prozess, der zwar nicht verhindert aber verlangsamt werden kann. (© Kurhan - iStock)Altern ist ein natürlicher Prozess, den eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Altern lässt sich beschleunigen – durch die Lebensführung inklusive Ernährung. Und entsprechend auch verzögern: ebenfalls durch Entscheidungen, was man isst, wie man lebt und mit welchen Maßnahmen und Wirkstoffen man seinen Organismus gezielt unterstützt.


Die Zellen, die Zeit, das Altern

Als größtes und sichtbarstes Organ ist die Haut ein Spiegel unserer Lebensführung. Sie zeigt schon ab zirka dem 25. Lebensjahr erste Anzeichen der Alterung. Zu diesem Prozess tragen intrinsische und extrinsische Faktoren bei.

Genetisch festgelegt ist unsere intrinsische Hautalterung. Sie bedeutet, dass jede zelluläre Reaktionsfähigkeit kontinuierlich langsamer und unregelmäßiger wird. Die Telomere sind sozusagen die biologische Uhr unseres Körpers und wichtigstes Instrument dieser Hautalterung.

Wie Schutzkappen sitzen Telomere in genetisch festgelegter Länge am Ende der DNA-Stränge, die unsere Erbgutinformationen tragen. Und sie werden mit jeder Zellteilung kürzer. Sobald sie eine kritische Länge erreicht haben, wird die natürliche Zellteilung eingestellt und die Zelle erreicht das Stadium der Apoptose, des natürlichen Zelltods.

Alle Mechanismen im Körper, die mit Erneuerung, Reparatur und Recycling zu tun haben, werden auf dem Weg Richtung Apoptose schwächer und kommen irgendwann gänzlich zum Erliegen. Die äußeren Anzeichen sind:

  • Hautzellen und Pigmentzellen der Haare sterben ab
  • die Haut entwickelt Falten
  • die Haare werden weiß
  • das Sehvermögen schwindet
  • die Schleimhäute arbeiten nicht mehr optimal

Um die zelluläre Überlebenszeit zu steigern, kann jedoch das Enzym Telomerase die Telomere reparieren und sie verlängern. Für mehr Telomerase im Körper sorgen vor allem eine

Auch der Hormonstatus beeinflusst die intrinsische Hautalterung und unterliegt altersabhängig gravierenden Änderungen: Die Konzentration der Sexualhormone Östrogen und Androgen sinkt mit zunehmendem Alter, und die Spiegel von Melatonin, Wachstumshormonen (z. B. insulin-like growth-factor), Insulin, Kortisol und Thyroxin fallen ebenfalls ab. Auch diese Entwicklung beeinflusst das individuelle Zellalter und die Alterungsprozesse.

Ungleich stärker als die intrinsische lässt sich die extrinsische Hautalterung beeinflussen. Sie ist das Ergebnis von Umweltfaktoren und -giften, etwa Hitze, Kälte oder Ernährung. So kann etwa eine stark zuckerhaltige Ernährung zur sogenannten Glykation führen, der Verzuckerung von Proteinen. Die Verklebung mit Zuckermolekülen lässt Kollagene und elastische Fasern erstarren, ihre natürliche Geschmeidigkeit nimmt schneller ab.

Auch Alkohol- und Nikotingenuss sowie insbesondere die UV-Strahlenbelastung sind extrinsische Alterungsfaktoren, ihr Anteil liegt bei ca. 80 Prozent. Daher kann mit Verzicht auf Genussgifte sowie konsequentem UV-Schutz ganz erheblich an der Alters-Uhr gedreht werden.

UV-Strahlung erzeugt auf molekularer Ebene DNA-Schäden, die von körpereigenen Reparaturmechanismen nur begrenzt reguliert werden können. Durch Effekte auf Mitochondrien, Fibroblasten und an Enzymen, die Kollagen auf- und abbauen, sowie durch die Bildung freier Sauerstoffradikale beschleunigt die längerwellige UVA-Strahlung die Hautalterung deutlich.

In höheren Dosen hat Sonnenstrahlung auch karzinogenes Potential, das insbesondere der UVB-Strahlung zugeschrieben wird; sie schädigt die epidermalen Hautschichten.

Extrinsische Alterungs-Faktoren sind ursächlich für eine verstärkte Bildung von freien Radikalen und Singulett-Sauerstoff, beziehungsweise können körpereigene Schutzsysteme sie nicht mehr in ausreichender Menge abfangen. Freie Radikale und Singulett-Sauerstoff sind eine sogenannte reaktive Sauerstoffspezies. Sie steigern die zellschädigende Lipid-Oxidation und aktivieren sogenannte Transkriptionsfaktoren.

Sie sind dafür verantwortlich, kollagenkodierende Gene abzulesen. Die Folge: In den DNA-Strängen entstehen Brüche und die Energieproduktion der Mitochondrien in den Zellen nimmt ab. Kollagenschädigende Enzyme werden aktiviert und elastische Fasern quellen auf. Das Ergebnis ist ein weniger elastisches Gewebe. Freie Radikale beschleunigen außerdem eine Verkürzung der Telomere.


Diese Mittel wirken gegen das Altern

Unter den Anti-Aging-Wirkstoffen gelten Vitamin-A-Säure-Präparate als Evergreens. Am häufigsten zum Einsatz kommen die Vitamin-A-Derivate Retinol, Retinal (synthetischer Ligand am Retinoid-Rezpetor) oder Tretinoin (Vitamin-A-Säure). Sie aktivieren die Transkriptionsfaktoren und steigern die Kollagensynthese.

Präparate mit Vitamin-A-Säure haben eine hautschälende Wirkung und die Hornschicht der Epidermis unter der Anwendung wird dünner wird. Das macht die Haut zwar feinporiger, aber auch deutlich lichtempfindlicher. In jedem Fall ist therapiebegleitend ein Lichtschutz nötig.

Eine Neu- bzw. Wiederentdeckung ist Niacinamid (Vitamin B3). Man findet den Wirkstoff in Kosmetikprodukten als Niacinamid, Nicotinsäure oder Nicotinatester. Er entwickelt seinen Zellschutz aber auch oral eingenommen. Niacinamid unterstützt den körpereigenen UV-Schutz und fördert zugleich die DNA-Reparatur.

Vitamin B3 ist außerdem ein potenter Radikalfänger. Ein Vitamin-B3-Mangel ist unter dem Krankheitsbild der Pellagra (hyperpigmentierte Dermatitis, Diarrhoe, Demenz mit tödlichem Ausgang) bekannt. Vitamin B3 ist Bestandteil der Coenzyme NAD und NADP und dadurch wichtig für die Synthese von Fettsäuren und Kollagen.

© Alliance - fotoliaEine gesunde Ernährung überträgt sich unumgänglich auf den Körper und die persönliche Ausstrahlung. (© Alliance - fotolia)Ernährung ist ein nicht unerheblicher Anti-Aging-Faktor. Nach dem Motto „Du bist, was Du isst.“ sollte sie gesund und ausgewogen, möglichst zuckerarm und reich an natürlichen Antioxidantien sein. Um starke Schwankungen im Blutzuckerspiegel zu vermeiden, sind regelmäßige, zum Abend hin kohlehydratarme Mahlzeiten empfehlenswert.

Regelmäßiger Sport, Ausdauertraining und Muskelaufbau tragen parallel zur Ernährung wesentlich zu einem schlanken, straffen, jugendlichen Körper bei, Übergewicht wirkt eher gesundheitsbelastend.

Natürliche Produkte liefern eine optimale Bioverfügbarkeit von Vitaminen und Nährstoffen. Sogenannte Superfoods haben meist antioxidative Effekte bei niedrigem Kohlenhydrat- und hohem Proteinanteil haben. Sie können gern Teil des Speiseplans sein. Ein weiteres Ernährungs-Basic ist ein optimaler Flüssigkeitshaushalt. Dafür sorgen im Idealfall 3-4 Liter stilles, natriumarmes Mineralwasser über den Tag verteilt.

Allzu verrückt sollte man sich aber nicht machen – Stress hat auch in der Ernährungsplanung die genannten ungünstigen Effekte! Wer die gesunde Mitte trifft und sich einen „cheat-day“ gönnt, verkürzt damit nicht gleich sein Leben. Routine erleichtert jede Disziplin – wer sich auf bestimmte Vorgaben länger einlässt, übernimmt die Veränderungen irgendwann automatisch.

Wie die moderne ästhetische Dermatologie die Jugendlichkeit verlängert

Ästhetisch-präventive, aber auch korrigierende Behandlungen erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Sie wird öffentlich freier thematisiert, sowohl Frauen als auch Männer möchten heute insgesamt frisch, jugendlich und vital wirken. Wichtig ist eine typgerechte Natürlichkeit, die sich an den individuellen Gesichtszügen orientiert und den Alterungsprozess zwar kaschiert, aber nicht vollständig zurückzudrehen versucht.

Botulinumtoxin und Hyaluronsäure-Treatments sind sozusagen die Stopp-Tasten der Hautalterung. Botox glättet mimische Falten und gibt dem Gesicht einen natürlichen, entspannten Ausdruck. Hyaluronsäure-Unterspritzungen bzw. Mesotherapien mit Hyaluron gleichen Volumendefizite aus, die im Alterungsprozess schwerkraftbedingt auftreten. Sie glätten aber auch feine Fältchen und füllen die Feuchtigkeitsspeicher der Haut von innen heraus auf.

Chemische Peelings oder Microdermabrasions-Behandlungen lassen Hyperpigmentierungen verblassen, während zugleich die Oberflächenstruktur der Haut gewinnt. Zellerneuerung und Durchblutung der Haut werden angekurbelt, sie bekommt einen sichtbaren Frischekick.

Unterschiedliche Lasermethoden adressieren Pigmentflecken und Gefäßerweiterungen sowie feine Fältchen. Ablativ-fraktionierte Lasermethoden verbessern die Hautstruktur und haben gleichzeitig einen insgesamt leicht straffenden Effekt. Dabei sind im Gegensatz zu Pigment- und Gefäßlaserbehandlungen Heilungsprozesse an der Hautoberfläche nötig, Ausfallzeiten sind also zu berücksichtigen.

Zu den sanfteren Alternativen zählen in der ästhetischen Kosmetik HydraFacials und die TDA (transdermale Applikation von Wirkstoffen mit Depot-Wirkung in der Dermis). Beim HydraFacial erhält die Haut nach einer Lymphdrainage und angemessenen Peelingschritten eine intensive Hyaluronsäure-Applikation.

Ihre Feuchtigkeitsspeicher werden so maximal gefüllt, das Ergebnis ist ein extrem frisches, pralles Aussehen. Die Langzeitwirkung ist natürlich nicht mit einer Hyaluronsäure-Unterspritzung oder -mesotherapie vergleichbar. Es ist eher eine optimale Pflegebehandlung für einen strahlenden Auftritt bei wichtigen Terminen.

Auch die TDA ist hier extrem vorteilhaft, sie kann als Instant-Glow-Treatment genutzt werden, kommt aber auch in Kombination mit anderen Behandlungen für eine gezielte Wirkungssteigerung zum Einsatz. Dabei erlaubt die Auswahl aus ganz unterschiedlichen Serien eine Abstimmung auf jeden Hautzustand.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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