Hautstraffung nach der Fettabsaugung beim Lipödem

Die Liposuktion entfernt die krankhaften Fettzellen aus dem Körper und verschlankt die Gliedmaßen. (© Grimm)

Um ein Lipödem an den Beinen und/oder Armen effektiv und dauerhaft zu entfernen, eignet sich eine chirurgische Fettabsaugung (Liposuktion). Die Liposuktion entfernt die krankhaften Fettzellen aus dem Körper, verschlankt die Gliedmaßen und gibt den Patientinnen somit ihre Bewegungsfreiheit sowie ein Plus an Lebensqualität zurück.

In erster Linie geht es bei der Lipödem-Behandlung darum, die Patientinnen von bestehenden Schmerzen und Beschwerden zu befreien und das persönliche Wohlbefinden zu steigern. Aber auch die Ästhetik spielt für das Gesamtresultat eine wichtige Rolle. Die Patientinnen möchten sich nach einem mitunter langen Leidensweg wieder schön und wohl im eigenen Körper fühlen. Wenn nach einer Liposuktion – insbesondere bei einem ausgeprägten Lipödem – erschlaffte Hautüberschüsse an Beinen oder Armen zurückbleiben, kann eine chirurgische Hautstraffung dabei helfen, ein schönes Gesamtergebnis zu erzielen.

Was ist ein Lipödem?

Ein Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung. Dabei vermehren sich die Fettzellen im Unterhautfettgewebe, sodass die betroffenen Körperareale voluminöser werden. Meist sind die Beine betroffen, es können aber auch Lipödeme an den Armen auftreten. Der Rumpf, die Hände und die Füße bleiben hingegen unbeeinträchtigt, sodass sich oft ungleiche Proportionen zwischen den einzelnen Körperarealen zeigen.

Es sind fast ausschließlich Frauen von Lipödemen betroffen. Als möglicher Grund kommen weibliche Hormone infrage. Das Lipödem ist zudem eine fortschreitende Erkrankung. Mit der Zeit vermehren sich die Fettzellen immer weiter, wodurch die Bewegungsfreiheit zunehmend eingeschränkt wird. Darüber hinaus haben viele Patientinnen Beschwerden wie Druckschmerzhaftigkeit, Schweregefühl und Gewebeverhärtungen. Die konventionelle Therapie (Kompressionsstrümpfe, manuelle Lymphdrainagen, Hautpflege) hilft lediglich, das Voranschreiten zu verlangsamen. Eine dauerhafte Hilfe beim Lipödem bietet hingegen die Liposuktion.

Der Ablauf der Fettabsaugung

Die Liposuktion beim Lipödem findet unter Vollnarkose statt und dauert meist zwischen ein und vier Stunden. Über kleine Hautschnitte wird eine Kanüle in das Gewebe eingeführt. Mit dieser Kanüle entfernt der Arzt das krankhafte Fettgewebe aus dem Körper. Je nach individuellem Befund können spezielle Techniken angewandt werden. So gibt es beispielsweise Kanülen, die mit Vibration ausgestattet sind, wodurch die Fettzellen leichter aus dem Gewebe gelockert werden.

Ist eine Hautstraffung nach der Liposuktion notwendig?

Die Haut kann sich zu einem gewissen Grad selbst wieder zurückziehen. Vor allem bei stark ausgeprägten Lipödemen kann jedoch ein Hautüberschuss zurückbleiben, der sich nicht mehr von allein zurückbildet. Sport ist eine gute Unterstützung, hilft in diesen Fällen aber meist nicht in dem Maße, wie es sich die Patientinnen wünschen würden.

Sollten die Hautüberschüsse als störend und unästhetisch empfunden werden, kann eine chirurgische Hautstraffung in Erwägung gezogen werden. Sie entfernt die Gewebeüberschüsse dauerhaft und erzielt dadurch straffe Beine beziehungsweise Arme.

Neben dem kosmetischen Gesichtspunkt können die verbliebenen Hautüberschüsse teilweise auch Beschwerden hervorrufen. In den Hautfalten kann es zu Hautirritationen, Entzündungen, Rötungen und Schmerzen kommen. Zudem können die Hautüberschüsse scheuern. Auch solche gesundheitlichen Einschränkungen können mit einer Hautstraffung behandelt werden.

Ob ein Hautüberschuss nach der Liposuktion auftritt, hängt unter anderem von der Hautbeschaffenheit, dem Umfang der OP, der genetischen Veranlagung sowie dem Alter ab. Nach der Liposuktion wird der Heilungsprozess abgewartet. In dieser Zeit zieht sich ein Teil des Hautüberschusses eventuell selbstständig wieder zurück. Zeigt sich auch mehrere Monate nach der Liposuktion keine ausreichende Schrumpfung des Hautgewebes, berät der Plastische Chirurg gern zu den Möglichkeiten und zum Ablauf einer Hautstraffung.

Was passiert bei einer chirurgischen Hautstraffung?

Zunächst wird der Hautüberschuss bestimmt und auf der Haut gekennzeichnet. Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Das überschüssige Gewebe wird operativ entfernt. Der Chirurg setzt die Schnittführung dabei an einer möglichst unauffälligen Stelle, beispielsweise an den Innenseiten der Oberschenkel oder der Oberarme. Die Lymphgefäße, Nerven und Blutgefäße werden bei dem Eingriff bestmöglich geschont.

Nach der Entfernung wird der Bereich gestrafft und die Wundränder werden vernäht. Zudem werden die Areale mit speziellen Pflastern oder Verbänden versorgt, um sie zu schützen und die Heilung zu fördern. Insgesamt dauert die OP meist zwischen zwei und drei Stunden.

Nachsorge nach der Hautstraffung

Unmittelbar nach der Hautstraffung sollten sich die Patientinnen für einige Tage schonen und anstrengende Bewegungen vermeiden. Zudem sollten keine schweren Lasten gehoben werden. Eine strikte Bettruhe ist jedoch nicht erforderlich – leichte Spaziergänge können die Heilung sogar unterstützen. Arbeitsfähig sind die meisten Patientinnen nach zwei bis drei Wochen. Sport ist nach etwa sechs bis acht Wochen wieder möglich.

Wie nach der Liposuktion beim Lipödem tragen die Patientinnen auch nach der Hautstraffung für einige Wochen ein Kompressionsmieder, das einerseits die Bereiche schützt und andererseits die Heilung sowie eine natürliche Formgebung unterstützt. Weitere Hinweise zur Nachsorge erhalten die Patientinnen im persönlichen Gespräch mit dem Arzt sowie bei den Nachkontrollterminen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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