Hautveränderungen richtig behandeln – mit oder ohne OP?

Welche Hautveränderungen sind harmlos und bei welchen ist eine OP unumgänglich? (© Dan Race - fotolia)

Fast jeder Mensch hat im Gesicht oder an einer anderen Körperstelle eine oder mehrere Hautveränderungen, die durch eine abweichende Farbe, Oberflächenstruktur oder Verdickung der Haut auffallen.

Viele dieser Hautveränderungen wie bspw. Leberflecke oder Warzen sind harmlos, werden aber oft aus kosmetischen Gründen entfernt. Hauttumore hingegen sind mehr als ein ästhetisches Problem und sollten möglichst frühzeitig entfernt werden, um gesundheitliche Probleme zu vermeiden.

Gutartige Hautveränderungen: Muttermale, Leberflecke und Warzen

Ein dezenter, wohlplatzierter Schönheitsfleck kann charmant und individuell wirken – doch die meisten anderen Hautveränderungen sind gerade im Gesicht, an Hals, Dekolletee und Händen nicht gern gesehen.

Dies gilt sowohl für Farbveränderungen wie

  • bräunliche Leberflecken,
  • hellbraune Café-au-Lait-Flecken,
  • dunkelrote Feuermale und
  • Altersflecken


als auch für Hautverdickungen und Veränderungen der Oberfläche wie

  • Hautanhängsel (Fibrome, umgangssprachlich auch: Stielwarzen) und
  • Alterswarzen.

Für Patienten, die einen unschönen Fleck oder "Knubbel" auf der Haut haben, den sie entfernen lassen möchten, gilt: Ein Dermatologe kann zuverlässig abklären, ob es sich tatsächlich um eine gutartige Hautveränderung handelt – wenn ja, genügt in der Regel ein kleiner, ambulanter Eingriff.

Bei Behandlungen des Gesichts und anderer sensibler Körperstellen lohnt es, einen Facharzt für Ästhetische & Plastische Chirurgie zu konsultieren, um ein ästhetisch einwandfreies Ergebnis zu erhalten!

Basaliom bzw. Weißer Hautkrebs: Langsam wachsend, jedoch gefährlich

Das Basaliom bzw. Basalzellkarzinom wird umgangssprachlich auch als "Weißer Hautkrebs" bezeichnet. Dieser semi-maligne (halb-bösartige) Tumor zählt zu den häufigsten Hautkrebserkrankungen: Er bildet zwar keine Metastasen (Tochtergeschwüre), sollte aber dennoch frühestmöglich entfernt werden, um das Hineinwachsen in tieferliegende Gewebeschichten zu verhindern.


Als Hauptursache für das Basaliom gilt UV-Strahlung, insbesondere intensive Sonneneinwirkung über viele Jahre.

Daher entsteht dieser Tumor

  • besonders häufig im Gesicht,
  • insbesondere im Bereich der Nase,
  • häufig auf der Kopfhaut,
  • seltener am Rumpf und am restlichen Körper.

Anders als der Name vermuten lässt, zeigt sich der weiße Hautkrebs nicht immer als flache, weiß-gelbliche Hautveränderung, sondern kann auch Knoten und dunklere Verfärbungen bilden. Um den Tumor möglichst frühzeitig zu erkennen, empfiehlt sich in jedem Fall das regelmäßige Hautkrebs-Screening beim Dermatologen.

Die Entfernung eines Basalioms erfolgt stets auf chirurgischem Wege und wird in der Regel von Dermatologen und Chirurgen gleichermaßen angeboten. Die Durchführung der OP beim Gesichtschirurgen lohnt sich ganz besonders, um ein schönes, natürlich wirkendes Ergebnis zu erhalten.

Dies gilt insbesondere bei:

  • OPs im sichtbaren Bereich von Gesicht, Hals, Dekolletee und Händen
  • großflächigen Tumoren, die eine aufwändige Hautrekonstruktion erfordern

 

Plattenepithelkarzinom: Bösartig mit Metastasengefahr

Das Spinaliom bzw. Plattenepithelkarzinom wird auch als Stachelzellkrebs bezeichnet und ist die zweithäufigste Form von Hautkrebs. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Tumor, der Metastasen bilden kann und daher in jedem Fall frühestmöglich entfernt werden sollte. Auch beim Plattenepithelkarzinom gilt die UV-Strahlung als Hauptursache für die Bildung von Tumorzellen. Besonders häufig betroffen sind Gesicht und Arme.

Nach anfänglicher Fleckenbildung verhornt die Haut und bildet schließlich einen kugelartigen Tumor, der zu krustigen Entzündungen neigt. Auch hier ist die frühzeitige Diagnose entscheidend für den Therapieerfolg: Neben dem Hautkrebs-Screening empfiehlt sich auch Aufmerksamkeit bei der Körperpflege, um auffällige Hautveränderungen zeitnah zu erkennen und ärztlich abzuklären.

Ein Spinaliom kann nur operativ entfernt werden. Um alle Tumorzellen zu eliminieren und einen schönen Wundverschluss zu schaffen, sollten gerade OPs im Gesicht, an Hals und Dekolletee sowie an den Händen bevorzugt bei einem Facharzt für Ästhetische Chirurgie mit Spezialisierung auf das Gesicht durchgeführt werden.

Mit oder ohne OP: Welches Verfahren eignet sich wofür?

Die moderne Medizin bietet mehrere Verfahren zur Entfernung von Hautveränderungen, die sich in operative und nichtoperative Verfahren unterscheiden lassen.

Eine operative Entfernung ist grundsätzlich bei allen Hautveränderungen möglich. Ob Leberfleck, Warze oder Tumor – der Eingriff wird stets individuell geplant.

Als Goldstandard bei Hautkrebs-OPs gilt das Verfahren der dreidimensionalen, mikrographisch kontrollierten Tumorentfernung mit vollständiger Aufarbeitung der Schnittränder: Dabei hat man die größtmögliche Sicherheit, den Tumor vollständig zu entfernen und das Risiko für ein Rezidiv, also ein Wiederauftreten der Hautkrebserkrankung, bestmöglich zu minimieren.

Ein Facharzt für Plastische & Ästhetische Chirurgie achtet bereits bei der OP-Planung auf eine möglichst schonende Schnittführung und Nahttechnik: Die Schnitte werden nach Möglichkeit in natürlichen Hautfalten "versteckt" und mehrschichtig sowie mit feinstem Nahtmaterial vernäht, so dass nach Abschluss der Heilungsphase nur sehr feine, unauffällige Narben zurückbleiben.

Die nichtoperativen Verfahren hingegen werden nur zur Entfernung gutartiger Hautveränderungen eingesetzt. Ein bewährtes und auch von Chirurgen gern genutztes Instrument zur Entfernung von Muttermalen und Fibromen ist die elektrische Schlinge. Daneben bieten viele Dermatologen auch andere Verfahren wie bspw. Laser oder Dermabrasion an: Sie ermöglichen jedoch keine Nachuntersuchung des entfernten Gewebes auf Krebszellen und sind auch nicht für alle Körperbereiche geeignet. So ist bspw. das mechanische Abschleifen bei sehr dünnen Hautpartien nicht möglich.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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