Das jameda-Interview: 10 Fragen an Herrn Dr. Narwan

Dr. Narwan

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Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Herrn Dr. Narwan interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Plastischer & Ästhetischer Chirurg.

Jameda: Herr Dr. Narwan, was hat Sie motiviert, Plastischer & Ästhetischer Chirurg zu werden?  

Dr. Narwan: Kurz gesagt: die sichtbaren Resultate der Behandlungen und die Zufriedenheit und Freude der Patienten. Kurioserweise wusste ich bereits am Anfang meines Medizinstudiums, dass ich Plastischer Chirurg werden möchte. Das ist nicht selbstverständlich. Bei den meisten Medizinstudenten entwickelt sich das Interesse für eine Fachrichtung erst spät im Studium. Im letzten Jahr als Student lernte ich während meines Studienaufenthaltes an der UCSD (University of Califarnia San Diego, USA) Prof. Lemperle kennen. Er gehört zu den Gründungsvätern der modernen Plastischen Chirurgie in Deutschland und ist eine der Koryphäen des Fachbereiches. Er faszinierte mich noch mehr von diesem Fach und hat immer noch großen Einfluss auf meine Entscheidungen als Plastischer Chirurg. 

jameda: Was macht Ihnen im Praxisalltag am meisten Freude? Wo sehen Sie die größten Herausforderungen?

Dr. Narwan: Als Plastischer Chirurg bin ich am ganzen Körper tätig. In Folge dessen kommen meine Patienten aus ganz unterschiedlichen Bereichen mit ebenso unterschiedlichen Anliegen zu mir. Ich arbeite nicht immer nach einem festen Schema, sondern passe meine Behandlung immer genauestens an die Bedürfnisse meiner Patienten an. Diese Flexibilität als Chirurg, in gemeinsamer Arbeit mit dem Patienten das gewünschte Ziel zu erreichen, bereitet mir sehr viel Freude. Manche Wünsche der Patienten sind herausfordernd. In einem stets ehrlichen Gespräch stelle ich meinen Patienten das medizinisch Machbare und die zu ihnen passende Vorgehensweise dar. Hin und wieder muss ich Behandlungen auch ablehnen, wenn ich zum Beispiel merke, dass die Erwartungen unrealistisch oder unpassend sind.

jameda: Welchen Vorurteilen begegnen Sie häufig in Ihrer Praxis?

Dr. Narwan: Als Plastischer und Ästhetischer Chirurg habe ich zwei Seelen in meiner Brust. Auf der einen Seite bin ich der Arzt, der Medizin studiert hat um Leid zu lindern. Auf der anderen Seite der Wunscherfüller, zu dem „körperlich gesunde Menschen“ mit einem ästhetischen Wunsch gehen. Aber die Beweggründe dieser Menschen haben sehr oft ebenfalls ein Leiden als Ursprung, welches ich oft im „Seelischen“ vorfinde. Eine von Natur aus bestehende körperliche Deformierung oder ein zunehmender Verlust von Ausstrahlung und Vitalität im Laufe des Lebens sind einige Beispiele hierfür. Meistens bestimmt das äußere Erscheinungsbild einen großen Teil unseres Selbstwertes. Als Plastischer und Ästhetischer Chirurg sehe ich die Freude in den Augen meiner Patienten nach einer Behandlung und das erfüllt mich mit Stolz.

jameda: Manche Krankheiten und Therapien sind unangenehm und verlangen viel Durchhaltevermögen vom Patienten. Was raten Sie Patienten in solchen Situationen? 

Dr. Narwan: Eine Behandlung beim Plastischen Chirurgen ist nicht der Gang zum Friseur. Dessen sollte man sich stets bewusst sein. Die Vertrauensbasis zwischen Patient und Arzt spielt eine sehr große Rolle. Bei mir erfolgt die komplette Behandlung, von dem Erstgespräch bis zur Abschlussuntersuchung, aus einer Hand. Ich kläre meine Patienten von Anfang an sehr realistisch über die Therapie, den Verlauf und die möglichen Risiken auf. Auch in schwierigen Therapiephasen betreue ich meine Patienten sehr engmaschig. Das schätzen meine Patienten sehr.

jameda: Wie reagieren Sie, wenn Sie merken, dass ein Patient Ihren Therapieplan nicht befolgt?

Dr. Narwan: Die Vorbereitung auf eine Behandlung stellt ein Kernelement meiner kompletten Therapie dar. Dafür nehme ich mir viel Zeit und die Patienten wissen genau, was auf Sie zukommt. Sollte sich hier bereits zeigen, dass die Patienten nicht kooperativ im Rahmen der Therapie sind, wird die Behandlung nicht durchgeführt. Das ist für den Patienten und für mich die beste Entscheidung.

jameda: Wenn Sie das Gesundheitssystem ändern könnten, was würden Sie als Erstes tun?

Dr. Narwan: Wir haben in Deutschland immer noch eines der besten Gesundheitssysteme der Welt. Das Gesundheitssystem wird neben den Ärzten, hauptsächlich von den Pflegekräften getragen. Aus wirtschaftlichen Gründen bauen die Krankenhäuser Stellen in diesem Bereich ab. Die schlechten Arbeitsverhältnisse für die Pflegekräfte führen unweigerlich zu einer schlechten Versorgung der Patienten. Hier sollte man unbedingt entgegenwirken.

jameda: Kein Mensch ist perfekt. In welchen Bereichen haben Ärzte Ihrer Meinung nach Verbesserungspotential?

Dr. Narwan: Im Umgang und dem Respekt anderen Menschen gegenüber. Jeder hat mal einen schlechten Tag oder viel Stress. Die Menschlichkeit darf aber auf keinen Fall auf der Strecke bleiben.

jameda: Die Welt der Medizin verändert sich ständig. Gibt es neue Therapieverfahren oder Gerätschaften, die Sie in Ihrer Praxis anwenden?

Dr. Narwan: Sowohl bei den Operationstechniken, als auch bei den technischen Geräten macht die Plastische- und Ästhetische Chirurgie rasante Fortschritte. In meinem Tätigkeitsbereich nehmen auch die ästhetischen Ansprüche meiner Patienten zu. Vor einigen Jahren wollten die Patienten einen flachen Bauch, jetzt aber wollen die Patienten athletisch aussehen und ein Six-Pack haben. Der Körperkult und der Lifestyle ist heute ein anderer. Viele meiner Patienten achten auf ihre Ernährung, treiben Sport und haben trotzdem hier und da kleine Problemzonen. Ich habe mich in diesem Bereich spezialisiert. Mit präzisen anatomischen Kenntnissen und mit dem entsprechenden Equipment forme ich den Körper athletischer, ohne die natürliche Form zu verändern.

jameda: Gibt es einen Patienten oder ein Erlebnis in Ihrer Praxis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Narwan: Wir Plastische Chirurgen operieren regelmäßig Patienten aus Dritte-Welt-Ländern. Diese Patienten haben so viel Leid erfahren und besitzen so wenig. Jede noch so kleine Hilfe wird enorm geschätzt. Die wiedergewonnene Lebensfreude und die Dankbarkeit dieser Menschen berühren mich in besonderem Maße.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Narwan: Gesundheit ist nicht nur ein Lifestyle, sie ist unser wertvollstes Gut. Ich empfehle all meinen Patienten ihren Körper bewusst wahr zu nehmen. Wichtige Bestandteile sind die Ernährung, die regelmäßige sportliche Betätigung und die prophylaktischen Behandlungsmaßnahmen. Eine Kombination aus diesen Komponenten verbessert ihr Wohlbefinden und das werden sie nicht nur spüren, sondern auch ausstrahlen.

Zur Person

Dr. Narwan ist promovierter Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie. Nach dem Medizinstudium absolvierte er erfolgreich die amerikanischen Staatsexamina. Als einer von wenig ausgewählten deutschen Plastischen Chirurgen, ist er Mitglied der American Society of Plastic Surgeons.

Zur Praxis

Die Privatpraxis DIFINE befindet sich im beliebten Stadtteil Essen Rüttenscheid. Dort erwartet Sie ein vertrauensvolles, freundliches und exklusives Ambiente in dem Sie sich sicher wohlfühlen werden.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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