Kann eine Ohrenkorrektur ambulant durchgeführt werden?

Dr. Höfter

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© fotolia-Picture-FactoryBesonders Kinder können unter abstehenden Ohren leiden (© fotolia-Picture-Factory)Abstehende Ohren sind weit verbreitet und führen gerade bei Kindern und Jugendlichen häufig zu einem Minderwertigkeitsgefühl bis hin zu Selbstzweifeln. Hinzu kommen Hänseleien in der Schule, unter denen Jugendliche mit abstehenden Ohren leiden. Der Wunsch nach einer operativen Korrektur ist deshalb mehr als verständlich, da so sowohl ein ästhetisches Problem als auch eine erhebliche psychische Belastung zufriedenstellend behandelt werden können.

Wann ist eine ambulante OP möglich?

In der Regel können Segelohren ab einem Alter von 8 Jahren in einem ambulanten Eingriff korrigiert werden. Der Eingriff dauert etwa 60 bis 90 Minuten und erfolgt im Dämmerschlaf mit lokaler Betäubung. Seltener auch in kurzer Vollnarkose – etwa bei Kindern bis zu einem Alter von 8 Jahren. Nach dem Eingriff erholen sich die Patienten noch etwas im Aufwachraum und sind dann wieder fit, um sich abholen zu lassen.  

Wann muss der Patient in Krankenhaus?

Ohren werden heute fast immer ambulant angelegt. Ob der Eingriff in einem Krankenhaus durchzuführen ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

So können gesundheitliche Risiken den Ausschlag geben. Oft genehmigen auch die Krankenkassen den Eingriff nur in einem zugelassenen Krankenhaus. Weiter kann das Alter des Kindes ausschlaggebend sein, besonders wenn es jünger als 6 Jahre ist. Hier ist eine Vollnarkose oft besser als eine lokale Betäubung. Zudem spielt auch die Versorgung zu Hause eine Rolle.

Schließlich hängt es auch davon ab, wie ausgedehnt die Korrektur ist und ob sie eine stationäre Nachsorge erforderlich macht.

Vor- und Nachteile der ambulanten Behandlung

Die Korrektur von Segelohren kann überwiegend ambulant durchgeführt werden, außer wenn gesundheitliche Gründe dagegen sprechen. Es ergeben sich dadurch mehrere Vorteile, die abzuwägen sind.

So können Kinder und Jugendliche am Tag der Behandlung mit ihren Eltern wieder nach Hause in das gewohnte soziale Umfeld. Es besteht keine Trennungsangst zwischen Mutter und Kind und sie müssen nicht in der Klinik übernachten. Weiter ergibt sich eine Zeitersparnis auch bei Erwachsenen, da ein stationärer Aufenthalt mehrere Tage umfasst, an denen sie nicht zu Hause sein können.

Die ambulante Versorgung ist zudem persönlicher und individueller als in einer Klinik mit vielen Ärzten, die im Team wechseln.

Als Nachteil einer ambulanten Behandlung ist die eingeschränkte Möglichkeit der Nachsorge bei wirklich kranken und alleinstehenden Patienten zu nennen. Sie sind besser in einem stationären Umfeld zu versorgen. Das gilt auch für komplexere Eingriffe zur Rekonstruktion der Ohrmuschel, die länger dauern als eine einfache Ohrenkorrektur und deshalb stationär erfolgen.

Wie laufen OP und Nachsorge ab?

Nach dem Einschleusen erfolgt ein venöser Zugang, über den dann der Dämmerschlaf mit einem Medikament eingeleitet werden kann. Nachdem das OP-Feld desinfizert und abgedeckt wurde, wird das äußere Ohr lokal betäubt. Dazu wird ein Lokal-Anästhetikum rund um das Ohr gespritzt und die Haut hinter dem Ohr betäubt.

Alle Informationen auf einen Blick:

OP-Dauer ca. 60 Minuten
Anästhesie lokale Betäubung, Dämmerschlaf oder Vollnarkose (Kinder)
Aufenthalt ambulant
Fädenziehen nach 12 - 14 Tagen
Nachbehandlung Stirnband für zwei Wochen
gesellschaftsfähig sofort
Sport nach vier bis sechs Wochen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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