Krähenfüße: Behandlung mit Botox oder Hyaluronsäure?

Wie lassen sich Krähenfüße langfristig behandeln? (© contrastwerkstatt - fotolia)

Die strahlenförmigen Fältchen an den Augenwinkeln gelten manchen als Nachweise für gelebtes Leben. Andere sehen diese sogenannten Krähenfüße, Runzelfalten oder Lachfältchen eher als Altmacher.

Mit Botulinumtoxin, auch als Botox bekannt, lässt sich solche Faltenbildung meist gut neutralisieren. Das geht recht unkompliziert ohne viel Aufwand. Auch Hyaluronsäure oder Eigenfett können zum Einsatz kommen.

Der Muskel legt die Haut in Falten

Die Augen sind von einer ringförmigen Muskulatur umgeben, die jeden Tag unzählige Male aktiviert wird. Das passiert am häufigsten beim Blinzeln. Wenn wir strahlend lächeln oder Unwillen ausdrücken, nimmt sie auch intensiv am Mienenspiel teil. Manche Menschen kneifen auch wegen Fehlsichtigkeit oder hellen Sonnenlichts übermäßig oft die Augen zusammen.

All dies bringt es mit sich, dass Runzelfältchen sich in die Haut eingraben. Und die wird mit dem Alter immer dünner. Die Fältchen gleichen oft dem Abdruck einer Vogelkralle, daher die Bezeichnung „Krähenfüße“. Die Veranlagung für ein schwaches Bindegewebe fördert die Faltenbildung ebenso wie viel Sonne, Rauchen und Alkohol.

So wirkt Botox gegen die Runzeln 

Mittel der Wahl gegen Krähenfüße ist in erster Linie Botox. Dieser sogenannte Neuromodulator kann die Weiterleitung von Nervenreizen unterbinden. Für die Faltenbehandlung ist das sehr nützlich. Betroffen ist nur die Region, wo das Medikament injiziert wird:

  • Botox verhindert, dass der fragliche Muskel von Nervenimpulsen erreicht wird.
  • In die Haut an den Augenwinkeln gegeben, wird die äußere Ringmuskulatur in Teilen stillgelegt.
  • Ohne regelmäßige Muskelaktivität unterbleibt die Faltenbildung.
  • Bereits bestehende Fältchenmuster können sich weitgehend zurückbilden, sofern sie nicht zu tief sind.

Ein erfahrener Arzt weiß die Botox-Gabe so exakt zu dosieren, dass ausschließlich die Zielmuskulatur angesteuert wird. So bleibt die Mimik natürlich und es gibt kein unnatürliches „Einfrieren“ der Züge. Die Behandlung dauert nicht länger als 20 Minuten, Ausfallzeiten gibt es keine.

Botox oder Hyaluron?

Eine Botox-Gabe kann schon in den Zwanzigern sinnvoll sein, wenn erste Fältchen sich ausprägen. So lässt sich eine tiefere Einfurchung in die Haut vermeiden. Bestenfalls bleibt sie so über Jahrzehnte glatt.

Sind die Krähenfüße bereits sehr tief, kann eine zusätzliche Unterspritzung mit einem Filler wie Hyaluronsäure in Frage kommen. Die Dauerentspannung des Muskels mit Botox hätte in solchen Fällen keinen ausreichenden Effekt. Hyaluron-Moleküle hingegen binden viel Wasser. Sie polstern die Haut in der Faltenregion merklich auf. Das kann tiefere Falten nahezu unsichtbar machen. Auch diese Behandlung ist kurz und ohne größeren Aufwand möglich.

Eine genaue Analyse der Faltenbildung ist unabdingbar. Manchmal kommen tiefere Falten, die sich bis in die Schläfen- und Stirnregion erstrecken, auch von verspannten Muskeln. Hier muss unbedingt Botox angewendet werden. Hyaluron könnte solche Faltenbildung noch verstärken.

Wie lange hält der Effekt an? 

Eine Botox-Behandlung der Augenfalten hält durchschnittliche 5 bis 8 Monate an. Wenn die Wirkung verfliegt, kann die Anwendung wiederholt werden. Hyaluronsäure hält sich im Gewebe bis zu 15 Monate.

Eine beständigere Alternative zur Hyaluron-Unterspritzung ist die Gabe von Eigenfett. Die dafür verwendeten Fettzellen werden ebenfalls mit dünnen Kanülen injiziert. Zum allergrößten Teil wachsen sie nach einiger Zeit dauerhaft ins Hautgewebe ein. Der Anti-Falten-Effekt hält so gewöhnlich über viele Jahre an. Gewonnen wird das Eigenfett über eine Fettabsaugung.

Dabei werden Bauch, Hüften, Oberschenkel, Rücken, Oberarme oder andere Zonen von unerwünschten Fettpolstern befreit. Die Eigenfett-Behandlung verbindet also eine Verschlankung der Körpersilhouette mit der Faltenunterspritzung.

Unerwünschte Wirkungen sind selten 

Das Botulinumtoxin für die Faltenbehandlung ist so gering dosiert, dass toxische Wirkungen ausgeschlossen sind. Ein erfahrener Arzt ist mit der Anatomie vertraut und weiß bei der Injektion größere Gefäße und Nervenstränge zu vermeiden. Blutergüsse oder Lähmungserscheinungen sind nicht ausgeschlossen, kommen aber selten vor.

Risiken & Nebenwirkungen können durch einen erfahrenen Arzt minimiert werden. (© contrastwerkstatt - fotolia)
Hyaluronsäure ist eine biologisch abbaubare Substanz. Sie kommt auch auf natürliche Weise in jedem menschlichen Organismus vor. Ebenso wie Botox baut der Körper das Hyaluron nach einiger Zeit wieder ab. Unverträglichkeiten sind zwar möglich, aber selten.

Für Botox wie für Hyaluron und Eigenfett-Injektionen gilt: Leichtere Rötungen an der Einstichstelle gehen gewöhnlich schnell wieder zurück. Spuren auf der Haut bleiben in der Regel keine. Zur Vorbeugung unangenehmer Empfindungen kann die Haut vor den Injektionen mit einer Creme leicht betäubt werden. Modernen Hyaluronsäure-Präparaten ist zudem ein Betäubungsmittel beigemischt, um die Injektion verträglicher zu machen.

Eigenfett lässt sich ohne zu viel Belastung gewinnen 

Fettabsaugungen sind minimalinvasive Operationen, die heutzutage dank hochentwickelter Medizintechnologie üblicherweise sehr schonend verlaufen. Rötungen, Schwellungen und Blutergüsse, die in den Absaugzonen entstehen können, bilden sich meist nach spätestens zwei Wochen wieder zurück.

Komplikationen, wie sie bei chirurgischen Eingriffen vorkommen können, sind bei einem fachkundigen Arzt ebenso selten wie dauerhafte Dellenbildung oder Asymmetrien.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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