Klebetechnik statt Krampfader-Operation

Dr. Fuchs

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© Jacek Chabraszewski - Fotolia.com© Jacek Chabraszewski - Fotolia.comKrampfadern sind erkrankte Venen im Bein, deren Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Das Blut fließt ins Bein zurück (Reflux). Zwei von fünf Frauen und jeder vierte Mann in Deutschland leiden an dieser Gewebeschwäche. Anfänglich treten oft nur diskrete Beinschwellungen auf. Später kommen ein Schweregefühl, Juckreiz oder nächtliche Wadenkrämpfe hinzu. Die Abklärung durch einen Venenspezialisten (Phlebologen) kann dann nur dringend empfohlen werden.

Zu den klassischen Venenoperationen wie Stripping, Laser oder Radiowelle, ist eine 2011 in Deutschland zugelassene Klebetechnik hinzugekommen. Diese Technik stellt aus Sicht des Spezialisten eine wirkliche Alternative dar.

Die Radiofrequenz- oder Lasersonden entwickeln erhebliche Temperaturen im Operationsgebiet. Die Hitze lässt das Venengefäß schrumpfen und verschließt es. Die klassische Operation beschreibt die komplette Entfernung der kranken Vene (Stripping), die unter Allgemeinnarkose erfolgt. Durchaus typische Nebenwirkungen können Hautverbrennungen, Nervenläsionen, Verletzungen des umliegenden Gewebes, Blutergüsse und Schmerzen sein.

Bei der Klebetechnik entfallen diese unangenehmen Begleiterscheinungen.
In Vergleichsstudien konnte gezeigt werden, dass bei den klassischen Verfahren (Stripping, Laser, Radiowelle), der klinische Erfolg und die Lebensqualität identisch ist.

Aufklärungspflichtige Nebenwirkungen bei allen Verfahren sind entzündliche Reaktionen in der Umgebung der behandelten Venen sowie das Risiko einer Thrombose oder einer Thrombembolie.
Mit Ausnahme der Stripping-Operation verfolgen alle Maßnahmen das Ziel, die kranke Vene stillzulegen.

„Der Kleber verschließt die Vene, ohne das umliegende Gewebe zu verletzen.“
Über eine Punktion am Unterschenkel ähnlich einer Blutentnahme wird unter Ultraschallkontrolle ein Katheter über die Vene im Bereich der Leiste oder der Kniekehle platziert. Nur die Punktionsstelle wird örtlich betäubt, ansonsten ist keine weitere Narkose erforderlich.

Mit einem medizinischen Kleber („Cyanoacrylat“), der bereits seit 50 Jahren Verwendung findet, beispielsweise zum Wundverschluss oder zum Abdichten verletzter Gehirnschlagadern, verklebt der Phlebologe etappenweise die Vene. Die Behandlung dauert ungefähr 20-30 Minuten und ist besonders schonend. Es können auch beide Beine in einer Therapiesitzung behandelt werden.
In der Nachbehandlung kann auf Kompressionsstrümpfe verzichtet werden. Nur ein Pflaster an der Punktionsstelle erinnert an den Eingriff. Eine Arbeitsunfähigkeit über den Operationstag hinaus besteht bei diesem ambulanten Eingriff nicht. Sofort danach können die Patienten ihren Berufs- oder Alltagsaktivitäten, Sport oder Duschen, wieder nachgehen.

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Kommentare zum Artikel (2)


01.12.2014 - 09:13 Uhr

Ich hab schon Jahre ein Problem mit Krampfadern,...

von Angelika

... hab aber noch keine körperlichen Beschwerden. Optisch sehen die nicht gut aus, ich hasse meine Beine

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 01.12.2014
Dr. med. Jörg Fuchs

Herzlichen Dank für Ihren Kommentar. Eine Untersuchung mit anschließender Empfehlung sollte auch hier erfolgen. Ob und wann welche Maßnahme angezeigt ist, hängt vom Untersuchungsergebnis ab. Melden Sie sich in meiner Praxis oder vereinbaren Sie einen Termin bei einem "Phlebologen" in Ihrer Nähe. Viele Grüße, Dr.Fuchs

19.09.2014 - 08:09 Uhr

Ich würde gern mehr wissen. Wo kann man sich...

von Erika

... behandeln lassen? Ich habe viele Krampfadern und zur Zeit ein offenes Bein(ulcus cruris)

Dr. Fuchs

Antwort vom Autor am 23.09.2014
Dr. med. Jörg Fuchs

Gerne beantworte ich Fragen zu diesem Verfahren. Grundsätzlich sollte bei jedem Patienten eine klärende Untersuchung erfolgen, um die individuelle Therapie festzulegen. Ein Ulcus cruris venosum (offene Stelle am Bein) stellt dabei immer eine besondere Herausforderung dar.


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