„Kummerfalten“ mit Hyaluron oder Eigenfett glätten

Nasolabialfalten im Gesicht gehören zu den typischen Alterungszeichen, lassen sich aber gut behandeln. (©olly - fotolia)

Falten, die von den Nasenflügeln in Richtung Mundwinkel verlaufen, sind starke Alterungszeichen. In der Medizin werden sie als Nasolabialfalten bezeichnet, umgangssprachlich heißen sie „Kummerfalten“.

Mit hochwertiger Hyaluronsäure kann ein erfahrener Arzt diese Falten praktisch unsichtbar machen. Die Behandlung dauert nur wenige Minuten, Ausfallzeiten entstehen keine. Es gibt aber auch noch andere beliebte Behandlungsmöglichkeiten wie die Eigenfett-Unterspritzung oder ein Facelift.

Verfrühter Alterungseffekt 

Wann erkennen wir ein Gesicht als „alt“? Interessanterweise gehören Nasolabialfalten zu den wichtigsten Merkmalen dafür. Die wichtigste Rolle bei der Entstehung spielt Fettgewebe, das mit den Jahren absinkt. Einen Einfluss haben auch schwächer entwickeltes Bindegewebe und allmählich erschlaffende Gesichtsmuskeln.

Stark eingegrabene Nasolabialfalten rufen einen unfrohen Eindruck hervor, auch wenn das auf die jeweilige Person gar nicht zutrifft. Wie stark die Falten sich ausprägen, hängt von individueller Veranlagung ab. Auch der Lebenswandel hat einen Einfluss, also wie man es mit Schlaf, Nikotin und Alkohol hält.

Hyaluron-Filler werden am häufigsten eingesetzt 

Eine Unterspritzung der Nasolabialfalten mit Hyaluronsäure ist die einfachste Behandlungsmöglichkeit. Sie bietet sich bei Patientinnen und Patienten an, die sich eine sofortige optische Verbesserung wünschen. Der Aufwand für das Verfahren ist gering.

  • Hyaluronsäure ist eine biologische Substanz. Sie kommt ganz natürlich in jedem menschlichen Körper vor, zum Beispiel in der Haut und in den Gelenken.
  • Die Polysaccharid-Moleküle, aus denen Hyaluron besteht, können größere Mengen Wasser binden. Nach der Injektion bildet sich ein natürliches Gewebepolster. Das machen wir uns für die Einebnung der Kummerfalten zunutze.
  • Gegen Nasolabialfalten wird stärker vernetzte Hyaluronsäure eingesetzt. Die Moleküle bleiben hier untereinander verbunden. Sie lagern sich im Gewebe stabiler ein, der Behandlungseffekt ist von längerer Dauer.
  • Die Hyaluronsäure wird mit mehreren kurzen Injektionen in die Haut unter den Falten-Rillen gegeben. Der Arzt muss dabei auf die richtige Tiefe achten.

Der Behandlungseffekt ist direkt zu sehen. Im Laufe der kommenden Tage kann er sich noch etwas verstärken. Bei optimaler Wirkung wird die Faltenzone vollständig eingeebnet. Je nach Alter und mimischer Aktivität sind an der Hautoberfläche möglicherweise noch Spuren von den früheren Falten zu sehen. Die tiefen Furchen, das schon von Weitem erkennbare Alterungszeichen, werden jedoch unsichtbar. Eine deutlich verjüngte Optik und eine vitalere Ausstrahlung sind nach sachgerechter Behandlung die Regel.

Wie lange hält das Ergebnis? 

Das Ergebnis hält im Durchschnitt 5 bis 12 Monate an. Das ist abhängig davon, wie schnell der Organismus die Hyaluronsäure wieder abbaut. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Verfliegt die Wirkung, kann problemlos eine Nachbehandlung erfolgen.

Eigenfett-Unterspritzung und Lifting sind weitere Optionen 

Eine Eigenfett-Unterspritzung kann, bei dauerhafter Wirkung, das gleiche optische Ergebnis bringen. Hierzu müssen mindestens einige hundert Milliliter Fettgewebe in stärker gepolsterten Körperzonen abgesaugt werden.

  • Die Fettzellen werden aufbereitet und in den Bereich der Kummerfalten injiziert.
  • Im Laufe der kommenden Wochen und Monate verwächst ein Großteil des Eigenfetts fest mit dem Gewebe.
  • Die Nasolabialfalten bleiben dauerhaft glatt, und zwar mindestens für einige Jahre.

Mit der Eigenfett-Unterspritzung können Sie gleichzeitig Ihre Figur verschönern. (© ipag - fotolia)
Bei Bedarf lassen sich auch weitere Faltenzonen im Gesicht so aufpolstern, zum Beispiel die „Zornesfalte“ zwischen den Brauen oder tiefe Stirnfalten. Das Elegante an der Eigenfett-Unterspritzung: Mit dem Verfahren können Sie gleichzeitig Ihre Figur verschönern. Mögliche Absaugzonen sind zum Beispiel die Hüften, der Bauch, die Oberschenkel und andere.

Bei Patientinnen und Patienten ab Ende 30 sind manchmal nicht nur die Nasolabialfalten sehr ausgeprägt. Bei manchen sinkt das gesamte Mittelgesicht stark mit ab. Der traurige, verbrauchte Eindruck, den die Faltenbildung hervorruft, wird dadurch verstärkt.

Ein chirurgisches Lifting kann die Ausstrahlung dauerhaft verbessern. Je nach Bedarf kann ein Facelift oder ein Mittelgesichtslift (Midface Lift) die passende Methode sein. Über kleinere Schnitte im Bereich der Unterlider oder der Ohren wird überflüssige Haut weggenommen, Gewebe und Muskeln werden gestrafft. Mit dem mehrstündigen Eingriff lassen sich tiefe Kummerfalten über viele Jahre neutralisieren.

Die Unterspritzung der Kummerfalten bringt kaum Nebenwirkungen 

Hyaluron-Präparaten ist ein Betäubungsmittel beigemischt, das unangenehme Empfindungen bei der Injektion gut abmildert. Durch die Unterspritzung können sich leichte Rötungen oder Schwellungen ergeben. Sie gehen gewöhnlich nach kurzer Zeit zurück.

Ein erfahrener Arzt weiß die Bildung von Blutergüssen zu vermeiden, die etwas länger sichtbar sein können. Hyaluronsäure ist biologisch abbaubar und daher meist gut verträglich. Körperliche Reaktionen wie etwa eine Knötchenbildung sind nicht ausgeschlossen, kommen aber sehr selten vor.

Eigenfett lässt sich heute sehr verträglich gewinnen 

Bei einer Eigenfett-Unterspritzung sind Unverträglichkeiten ausgeschlossen, weil ausschließlich mit körpereigenen Substanzen gearbeitet wird. Für viele Patientinnen und Patienten ist dies ein wesentlicher Grund, diese Behandlungsmöglichkeit zu wählen.

Die Gewinnung der Fettzellen erfolgt durch eine minimalinvasive, ambulante Fettabsaugung. Sie dauert durchschnittlich 1 bis 2 Stunden. Dank moderner Methoden wie etwa einer Laserunterstützung ist das Verfahren sehr verträglich. Schwellungen, Rötungen und Blutergüsse verschwinden nach kürzerer Zeit von selbst wieder, sonstige Komplikationen sind selten. Die kleinen Hautzugänge können mit Spannpflastern abgeklebt werden, auffällige Narbenbildung gibt es gewöhnlich keine.

Ein nachhaltiges Lifting braucht etwas Erholung 

Beim chirurgischen Gesichtslifting genügen heutzutage sehr kleine Zugänge, was die Narbenbildung sehr minimiert. Der Eingriff findet unter Vollnarkose oder örtlicher Betäubung, oft mit Dämmerschlaf, statt. Komplikationen, wie sie bei jedem chirurgischen Eingriff auftreten können, sind möglich. Es können sich auch ästhetische Makel wie Asymmetrien oder Ohrläppchenverzug ergeben. Bei einem fachkundigen Arzt ist derlei aber selten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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