Labienplastik: Mit diesen Techniken lassen sich Schamlippen verkleinern

Wie ist der Ablauf einer Labioplastik? (© fotolia - isyste)

Der Intimbereich spielt eine wichtige Rolle für das persönliche Wohlbefinden. Stellt sich Unzufriedenheit ein, kann die Betroffene stark darunter leiden. Die Ursachen können ganz unterschiedlich sein. Oftmals ist die Ästhetik ausschlaggebend. So sind beispielsweise zu große Schamlippen (Labien) der Anlass für den Weg zum Chirurgen. Welche Techniken helfen, sie zu verkleinern? 

Wie entstehen große Schamlippen und welche Folgen können sie mit sich bringen?

Ob genetische Veranlagung, der natürliche Alterungsprozess oder eine natürliche Geburt - das sind alles Faktoren, die sich auf den weiblichen Intimbereich auswirken können.

Neben dem äußeren Erscheinungsbild sind auch gesundheitliche Beschwerden nicht selten. So können Schmerzen unter anderem beim Radfahren, Reiten oder gar beim Geschlechtsverkehr entstehen. Darüber hinaus wirken unangenehme Entzündungen und Infektionen dem Wohlbefinden und der Gesundheit entgegen.

So individuell die Beweggründe für einen intimchirurgischen Eingriff sind, so individuell ist auch die Behandlung. Denn nicht jede Technik ist für jede Patientin mit ihren Wünschen und Vorstellungen geeignet.


Wie läuft eine Schamlippenverkleinerung ab?

Im Grunde werden Labien ambulant verkleinert. Ein stationärer Aufenthalt ist somit nicht notwendig und die Patientin kann die Nacht wieder zu Hause in gewohnter Umgebung verbringen. Während des chirurgischen Eingriffs befindet sich die Patientin entweder in örtlicher Betäubung, in einem Dämmerschlaf oder nach Wunsch unter Vollnarkose.

In den meisten Fällen wird innerhalb von etwa eineinhalb Stunden das überschüssige Hautgewebe entfernt. Das ist jedoch immer abhängig von der Behandlungstechnik und der Ausgangssituation der Patientin.


Welche Technik kommt wann zum Einsatz?

Nach einer sorgfältigen Untersuchung und einem ausführlichen Gespräch wird die Behandlungsmethode je nach Indikation festgelegt. Dabei können verschiedene Schnitttechniken angewendet werden. Die entstandenen Narben verheilen grundsätzlich sehr gut und sind am Ende kaum sichtbar.


Zu große Schamlippen können sowohl seelische als auch gesundheitliche Folgen mit sich bringen. (© lite_2046 - iStock)
Wann wird lediglich eine Schamlippenverkleinerung angewandt?

Die Schamlippenverkleinerung wird grundsätzlich dann angewandt, wenn die Labien überschüssiges Hautgewebe aufweisen.

Die randbildende Technik wird in diesem Fall sehr häufig eingesetzt. Bei dieser Schnittführung wird das Gewebe nicht vollständig entfernt und sorgt somit für ein natürliches Bild des Intimbereichs. Es erfolgt ein bogenförmiger Schnitt vom unteren Ursprung der Labien bis zum oberen Ansatz. Die Haut der inneren Schamlippen wird in dem Maße verkleinert, dass die äußeren Labien die inneren verdecken und zugleich Schutz bieten.


Wann kommt eine Schamlippenverkleinerung mit Klitorismantelstraffung in Frage?

Oftmals ist es sinnvoll, die Schamlippenverkleinerung mit einer Korrektur der Klitoris zu kombinieren. Diese Behandlungskombination bietet sich bei einem Überschuss der Klitorisvorhaut an, um ein harmonisches Gesamtbild zu schaffen.

Neben der Entfernung des überschüssigen Hautgewebes der Schamlippen wird somit auch das Gewebe des Klitorismantels verkürzt. Dabei wird ein halbrunder Schnitt an den Labien angesetzt und bis hin zur Klitorisvorhaut gezogen. Die Klitoris und ihre Nervenbahnen bleiben unberührt. Lediglich das umliegende Gewebe wird verkürzt.

 

Wann wird die Klitorisspitze versetzt?

Bei der Verkleinerung der inneren Schamlippen in Kombination mit einer Klitorismantelstraffung kann es vorkommen, dass die Klitoris sichtbar hervorkommt. Um auch hier ein ästhetisch ansprechendes Gesamtbild herzustellen, empfiehlt es sich, die Klitoris nach unten zu versetzen. Wie auch bei allen anderen Techniken bleibt die Klitoris dabei unberührt. So kommt es zu keinerlei Einbußen in der Empfindlichkeit.

Indem die Klitoris versetzt wird, ist es möglich, dass es sogar zu einem verstärkten Lustempfinden und einer intensiveren Stimulation während des Geschlechtsverkehrs kommt.


Was ist eine Keilexzision und wer ist für diese Technik geeignet?

Letztlich gibt es noch die Methode der Keilexzision. Zwei Begriffe bestimmen diese Technik: "Exzision" und "Keil". Die Exzision ist ein üblicher Begriff der Chirurgie und bedeutet lediglich, dass etwas entfernt wird. „Keil“ schreibt die Art der Entfernung, in diesem Fall ist sie keilförmig. Das bedeutet, das überschüssige Hautgewebe wird mit einer keilförmigen Schnittführung reduziert. Diese Methode eignet sich dann, wenn besonders viel Gewebe entfernt werden soll.

Sie ist demnach auch zeitintensiver und sollte ausschließlich von überaus erfahrenen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen angewandt werden, denn die Risiken sind bedeutend höher. Die Keilexzision gehört zu den chirurgischen Eingriffen, die besonders zu Wundheilstörungen neigen.

Eine Labioplastik kann erheblich dazu beitragen, das eigene Wohlbefinden zu verbessern. (©fotolia - drubig-photo)
Welche Risiken birgt der Eingriff?

Eine Schamlippenverkleinerung gehört zu den invasiven Behandlungen der Ästhetisch-Plastischen Chirurgie. Ein solcher operativer Eingriff ist wie jeder andere auch mit Risiken behaftet.

Auch wenn sie nur sehr selten auftreten, lassen sich Störungen der Wundheilung, Blutungen, Infektionen, Schwellungen oder Sensibilitätsstörungen nie gänzlich ausschließen. In den meisten Fällen werden sie schnell und unkompliziert behandelt.

Die Arztwahl sollte die Patientin sehr sorgfältig treffen. Ein erfahrener Chirurg ist mit dem Eingriff und den unterschiedlichen Verfahren vertraut und verfügt über langjährige Expertise. Das Risiko eines asymmetrischen Ergebnisses und gesundheitlicher Probleme kann somit minimiert werden.

Nachsorge und Verhalten nach der OP

Eine operative Behandlung ist eine Stresssituation für den Körper und sollte nicht unterschätzt werden. Nach einer Schamlippenverkleinerung sollte sich die Patientin dementsprechend ausreichend schonen und sich an einige wenige Nachsorgemaßnahmen halten, um die Wundheilung zu unterstützen.

Grundsätzlich ist das Duschen nach zwei bis drei Tagen wieder möglich. Dabei gilt es zu beachten, möglichst milde Seifen zu nutzen, um das behandelte Areal zu schonen. Des Weiteren ist es empfehlenswert, den Intimbereich zu kühlen und auf enge Kleidung zu verzichten, um Schwellungen zu mindern oder gar zu verhindern. Sportliche Aktivitäten wie Reiten oder Fahrradfahren sollten für sechs Wochen unterlassen werden. Auch der Geschlechtsverkehr ist vorübergehend zu vermeiden. 

Schonung kann die Wundheilung fördern. Das Kühlen des Intimbereichs verhindert Schwellungen und wirkt postoperativen, aber normalen Schmerzen entgegen. Sollten die Schmerzen ungewöhnlich ansteigen oder andere Probleme auftreten, ist umgehend ein Arzt aufzusuchen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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