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Wann Lymphdrainagen nach Schönheits-OPs sinnvoll sind

Frau Loch - mobile Privatpraxis

von
verfasst am

©fotolia-23264042-muehlbergDie Lymphdrainage findet vor und auch nach Schönheits-OPs zunehmend Anwendung. (©fotolia-23264042-muehlberg)Plastisch-ästhetische Eingriffe wie Fettabsaugung, Brustvergrößerung oder Facelifting boomen. Neueste Verfahren verhelfen dem Patienten dank hervorragend ausgebildeter Spezialisten zu einem verbesserten Körpergefühl. Es ist offensichtlich - die Wahl des Chirurgen ist von größter Wichtigkeit, wenn der Patient mit einem plastischen Eingriff seine Lebensqualität verbessern möchte. Doch was kann man als Patient nach dem erfolgreichen Eingriff tun, um das OP-Ergebnis schnellstmöglich stolz präsentieren zu können? Denn ein Hindernis steht zwischen dem glücklichen Patienten und seinem großen Auftritt: Schwellungen.

 

Die Lymphdrainage

Um den Körper beim Heilungsprozess nach Liposuktion, Venenoperation und Co. beim Abtransport der gestauten Flüssigkeit optimal zu unterstützen, besteht die Möglichkeit der Lymphdrainage. Noch immer zögern viele Ärzte bei dieser Empfehlung und Patienten schrecken vor der Umsetzung zurück - zu Unrecht:

Die Angst vor Schmerzen oder gar vor einer Gefährdung des OP-Ergebnisses durch die Lymphdrainage ist bei der fachgerechten manuellen (mit den Händen) Durchführung durch zertifizierte Lymphtherapeuten nicht gerechtfertigt. Mittels spezieller Griffe und Ausstreichungen kann der Therapeut Lymphknoten und Lymphgefäße in anderen Regionen des Körpers aktivieren und auf diese Weise eine Sogwirkung im OP-Gebiet erzeugen.

Um ein Abschwellen im operierten Gebiet zu fördern, ist ein lokales Arbeiten während der frühen Heilungsphase nicht zwingend erforderlich.

Oft sind die Stimulation der Hals- und Leistenlymphknoten sowie die Aktivierung im Bauchbereich ausreichend, um eine Sogwirkung über die Lymphbahnen zu erzielen. Auf diese Weise kann die Behandlung eine entlastende Entstauung im OP-Gebiet bewirken. Das sanfte Durchbewegen der umliegenden Gelenke und ein bewusster Einsatz der tiefen Bauchatmung unterstützen zusätzlich das Abschwellen.

Die manuelle Lymphdrainage kann bei entsprechendem Wohlbefinden des Patienten bereits am Tag des Eingriffes stattfinden, um die Ausprägung der Flüssigkeitsansammlungen (Ödeme) vorbeugend so gering wie möglich zu halten.

Einige Operateure gehen mit der Prävention sogar noch einen Schritt weiter: sie legen ihren Patienten die Durchführung der manuellen Lymphdrainage kurz vor der Operation nahe, um eine optimale Stoffwechselsituation im Behandlungsareal zu erreichen.

Wann ist die manuelle Lymphdrainage sinnvoll?

Die manuelle Lymphdrainage ist insbesondere nach operativen Eingriffen im Gesichtsbereich (Nasen-OP, Schlupflidkorrektur, Facelifting, etc.) eine wertvolle Unterstützung, um rasch wieder gesellschaftsfähig zu sein - schließlich führen die „verräterischen“ Schwellungen nicht selten zu neugierigen Blicken oder Fragen der Mitmenschen.

Die apparative Lymphdrainage

© ValuaVitaly_iStockBei Schwellungen nach einem Facelift kann die Lymphdrainage Abhilfe verschaffen. (© ValuaVitaly_iStock)Eine Alternative zur Durchführung mit den Händen ist die apparative Lymphdrainage. Diese findet häufig im Bereich der Beine (z.B. bei Lipödem, Krampfadern oder Besenreisern) Anwendung. Hierbei werden schlauchartige Hosen angelegt, deren Luftkammern sich von den Füßen aufsteigend in Richtung Leisten befüllen und entleeren.

Dieses Pumpen zielt- ähnlich der manuellen Lymphdrainage- darauf ab, das Gewebewasser in Richtung Bauchraum zu schieben (drainieren). Dort erfolgt der Übertritt der Flüssigkeit vom Lymphsystem ins Blutgefäßsystem zur Ausscheidung über Niere und Blase. Der reguläre Lymphdrainageaufbau sieht eine Vorbehandlung des Hals- und Bauchbereichs vor, zudem ist die Aktivierung der Leistenlymphknoten von großer Bedeutung für die Entstauung der Beine.

Diese spezifische Vorbehandlung kann durch die apparative Lymphdrainage nicht geleistet werden und ihre Wirkung bleibt deutlich hinter dem Effekt der manuellen Variante zurück. Darüber hinaus kann der Therapeut mit seinen Händen Intensität und Geschwindigkeit individuell an das Gewebe anpassen und eventuell vorhandene Gewebeverhärtungen berücksichtigen.

Im frisch operierten Zustand sollte die Wahl zwischen diesen beiden Varianten daher zugunsten der manuellen Lymphdrainage ausfallen; vorbeugend ist die maschinelle Lymphdrainage z.B. bei Venenerkrankungen eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt jedoch auch hier keinesfalls die Behandlung durch den Therapeuten.

Fazit

Zur Entstauung im direkten Anschluss an die Operation sollte sich der Patient zur Sicherheit in die erfahrenen Hände eines Lymphtherapeuten begeben.

Die Lymphdrainage ist trotz ihrer intensiven medizinischen Wirkung eine durchaus angenehme Behandlung und erinnert an eine sanfte Massage. So kann es hin und wieder vorkommen, dass der Patient zwischendurch einschläft - eine hervorragende Gelegenheit, um von seinem großen Auftritt zu träumen und seinen Liebsten im Traum bereits den neuen Körper zu präsentieren…

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


14.08.2016 - 19:48 Uhr

Ich habe mir nach der OP (Facelift) eine...

von Rehahp

... Lymphdrainage gegönnt. Anfangs war ich nicht davon überzeugt, aber es hat tatsächlich die ganze Haut geschmeidig gemacht. Alles war plötzlich weich und angenehm. Ich fand es im nachhinein ganz toll.


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