Eine neue revolutionäre Methode zur Behandlung abstehender Ohren

Die klassische Ohren-OP dauert circa zwei Stunden. (© ninell - fotolia)

Für Ohranlegeplastiken gibt es in der Literatur eine große Anzahl an beschriebenen Methoden. Diese Methoden beruhen größtenteils auf einer Schwächung, Modellierung oder Entfernung von Knorpel und Haut.

Der Vorteil bei diesen OP-Methoden besteht darin, dass man sehr ausgeprägte Fehlbildungen der Ohrmuschel und des Ohres behandeln kann. Diese Operationstechniken sind teilweise sehr aufwändig und die Ergebnisse sind nur teilweise vorhersagbar bzw. planbar.

Wie läuft die Ohren-OP ab?

Die OP selbst dauert ca. 2 Stunden in Vollnarkose, nach der OP wird ein Kopfband für ca. 4-6 Wochen getragen und der Fadenzug erfolgt ca. 10 Tage nach der OP. 

Auch bei einseitiger Korrektur eines Ohres und bei dezenter Fehlbildung war bis zum heutigen Tag eine Operation mit größerem Aufwand erforderlich. Viele Menschen hadern mit ihren abstehenden Ohren, schreckten aber bislang vor dem oben beschriebenen Procedere zurück.

Nun gibt es für sie endlich eine Lösung: In Großbritannien wurde eine sanfte, innovative Technik entwickelt, die verspricht, Ohrfehlstellungen minimalinvasiv und in kürzester Zeit zu korrigieren.

Wie funktioniert die neue Methode?

Die Basis hierbei ist eine hauchdünne Metallspange, die mit 24-karätigem Gold überzogen ist. Sie strebt mithilfe ihrer Vorspannung die gebogene Ausgangsposition des Metalls an. Diese Spange wird nun bei Ohrfehlstellungen direkt über dem Ohrknorpel eingebracht. Dank der Spannung des Metalls wird die Ohrmuschel in ihre gewünschte Position gedrückt und dort gehalten.

Der ambulante Eingriff dauert etwa 30 Minuten und wird unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach dem  Einsetzen der kleinen Metallspange wird der minimalinvasive Zugang mit einem selbstauflösenden Faden verschlossen.

Was unterscheidet die neue Methode von der klassischen Variante?

Im Vergleich zur klassischen Ohranlegepalstik/ Otopexie ist diese Methode risikoärmer und planbar: Die klassische Methode der Ohranlegeplastik hat zwar vielen Menschen zu einem deutlich besseren Lebensgefühl verholfen und größtenteils gute Ergebnisse hervor gebracht.

Dennoch ist sie aber eine Operation unter Vollnarkose - mit allen Risiken die auch aus der Narkose resultieren. Außerdem gibt es zahlreiche Fälle, in denen sich ein Ohr oder beide Ohren nach Monaten oder Jahren wieder in die ursprüngliche, abstehende Position begeben haben - sogenannte Rezidive.

Des Weiteren wird bei der klassischen Operation ein größerer Schnitt auf der gesamten
Ohrrückseite gelegt. Je nach Wundheilung kann es hier zu Verwachsungen oder sichtbaren Narben kommen.

Vorteile der minimalinvasiven Behandlungsmethode

Bevor Sie sich einer Ohren-OP unterziehen, sollten Sie sich das zu erwartende Ergebnis von Ihrem Arzt veranschaulichen lassen. (© fotolia-113451384-Kurhan)
Beim minimalinvasiven Positionieren der mit goldüberzogenen Metallspange hingegen fallen Narkoserisiken komplett weg, während das Ergebnis von Dauer ist. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht der Patienten: Das Ergebnis ist exakt planbar und der Patient hat keine „bösen Überraschungen“ zu erwarten.

Mit einer äußerlich angebrachten Metallspange wird im Rahmen des Beratungsgesprächs das endgültige Ergebnis zu nahezu 100 % verbildlicht.

Man sieht bereits vorab sehr schön, wie das Ohr später aussehen wird. Diese neue Behandlungsmethode eignet sich für viele Indikationen - vor allem aber für die, bei denen die oberen beiden Drittel des Ohres zu stark vom Kopf abstehen.

Bei einem Beratungsgespräch kann der behandelnde Arzt vor der geplanten OP sehr genau simulieren, welches Ergebnis sich erzielen lässt und wo die Grenzen der Behandlungsmethode liegen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (16)

Peter, 18.01.2021 - 18:35 Uhr

Hallo Dr. Krekel, neuere Studien und auch die erste ältere Studie vom Erfinder Dr. Kang selbst, weisen tatsächlich deutlich höhere Komplikationsraten als traditionelle Methoden auf (22%!) siehe Honeyman et al. 2020 oder Schuster 2018. Mögliche Komplikationen betreffen die Sichtbarkeit des Clips, ein Erodieren des Implantats durch die Haut, Infektion, chronische Schmerzen etc.. Dürfte ich als interessierter Patient fragen, wie ihre Erfahrungen mit der relativ neuen Methode sind? Insgesamt finde ich die Methode sehr revolutionär, allerdings halte ich es nicht für sinnvoll diese vergleichsweise hohe Komplikationsrate zu verschweigen. Zudem sind die Kosten für diesen wirklich lapidar einfachen Eingriff völlig überzogen, aber das ist ein anders Thema... Vielen Dank vorab!

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 25.01.2021

Sehr geehrter Peter, vielen Dank für die Anmerkungen. Die zitierten Studien sind durchaus interessant und auch erwähnenswert. Verschwiegen wird hier natürlich nichts, da mein Artikel vor 4,5 Jahren online gegangen ist und zu diesem Zeitpunkt beide Studien noch nicht veröffentlich waren. In meiner Praxis habe ich bisher bei ca. 150 Implantaten 3 Hautperforationen und einen Implantatbruch gehabt. Falls längerfristig Dysästhesien oder Schmerzen auftreten, kann man natürlich die Clips wieder entfernen und somit den Urzustand weitestgehend wieder herstellen. In den 5 Jahren der Anwendung habe ich viele gute Erfahrungen mit den Clips sammeln können und sehe es inzwischen als einen festen Bestandteil meiner Behandlungspalette an. Mit dem Earfold System kann man weiterhin sehr gut die Wünsche der Patienten planen und umsetzten. Schönen Gruß, V.Krekel

Borislav I., 09.04.2020 - 01:55 Uhr

Hallo Dr. Volkhart Krekel ich möchte mich informieren was kostet bei ihnen eine OP mit der EarFold Methode? danke. Mit fröhlichen Grüßen Borislav I.

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 14.04.2020

Guten Tag Borislav, Pauschalpreise sind in Deutschland ( für Mediziner ) verboten. In der Regel ( so auch in meiner Praxis) sind die Kosten für die Ohranlegeplastik mit Earfold ca 10-20% geringer als für eine klassisch-chirurgische Otoplastik. Viele Grüße, V.Krekel FA für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Monika R., 17.07.2018 - 17:51 Uhr

Ich möchte mir in diesem Jahr noch die Ohren anlegen lassen, in Anlehnung der neuen Methode. Ich wäre an einem Beratungsgespräch in meiner Nähe ca. 50 km von Dallgow-Döberitz interessiert. Vorab noch eine Frage: sieht man dann nicht noch eine Narbe, die auf den Eingriff hinweist?

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 30.07.2018

Sehr geehrte Monika R., leider habe ich kein Verueichnis über die bereits eingewiesenen Ärzte in Deutschland. Am Besten Sie wenden sich diesbezüglich an Allergan. Der oder die Kollegin kann Ihnen dann alle erforderlichen Informationen zukommen lassen / alle Fragen klären. VG V. Krekel Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie

Shiva V., 22.06.2018 - 14:49 Uhr

Guten Tag Wir hatten einen Beratungsgespräch für die Fadentechnik, unser Sohn ist 9 Jahre alt und möchte seine Ohren korrigieren. Welche Methode ist forschrittlicher? Ist es nicht ungesund, sein ganzes Leben mit einem Metallstück im Körper zu leben.

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 25.06.2018

Sehr geehrte Shiva, wie häufig in der Medizin ist es von der Indikationsstellung abhängig. Es gibt Befunde, die mit der Fadentechnik gut oder weniger gut zu behandeln sind und es gibt Befunde die mit der Earfold-Methode gut oder weniger gut zu behandeln sind. Die prinzipiellen Vorteil bei der Earfold Methode im Vergleich zur Fadenmethode sind, dass man keine Vollnarkose benötigt und dass keine Rezidive (Wiederauftreten der abstehenden Ohren) auftreten. Den Clip kann man auch nach einigen Jahren in örtlicher Betäubung unproblematisch entfernen. Am Besten stellen Sie sich bei uns oder einem anderen Kollegen, der beide Methoden beherrscht vor und erarbeiten gemeinsam, welche Therapie für Ihren Sohn am Besten ist. VG V. Krekel

Priv.Doz.Dr.med.W.Merck, 13.06.2018 - 21:33 Uhr

Hallo Herr Krekel, die EarFold Methode ist nicht minimal invasiv. Denn bei ihr wird das Ohr aufgeschnitten, und es wird Haut vom Knorpel abgelöst, um Taschen zur Aufnahme der Metallimplantate zu schaffen. Entsprechend sind die Komplikationsraten ähnlich wie bei den traditionellen Methoden.

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 14.06.2018

Sehr geehrter Herr Priv.Doz.Dr.med.W.Merck, es ist richtig, dass eine kleine Tasche gebildet und Haut vom Knorpel abgelöst wird. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung von ca. 2 Quadratzentimetern ventral am Ohr durchgeführt. Im Vergleich zu den herkömnmlichen Methoden darf man das durchaus als minimalinvasiv bezeichnen. Die Komplikationsraten ( Hämatome, Hautnekrosen, Rezidive, etc.) sind nachweislich geringer als bei den herkömmlichen Methoden. Wenn von Ihrer Seite Interesse besteht, kann ich Ihnen gerne die Studien/Studienvergleiche zukommen lassen.

Sandra, 04.03.2018 - 10:52 Uhr

Ab welchem Alter ist die Methode möglich? :)

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 05.03.2018

Hallo Sandra, eine Ohranlegeplastik mit Earfold ist in Deutschland ab dem 7 Lebensjahr möglich. VG V.Krekel

A.Mürle, 13.11.2017 - 13:18 Uhr

Guten Tag. Welche Kosten würden auf mich zukommen und wo kann ich das machen lassen? Mein Standort wäre 94469 Deggendorf! Vielen Dank im Voraus! Mit freundlichen Grüßen A.Mürle

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 14.11.2017

Guten Tag, Pauschalpreise sind in Deutschland ( für Mediziner ) verboten. In der Regel ( so auch in meiner Praxis) sind die Kosten für die Ohranlegeplastik mit Earfold ca 10-20% geringer als für eine klassisch-chirurgische Otoplastik. Welche(r) Kollegin / Kollege in Ihrer direkten Nähe Earfold anbietet, kann ich Ihnen leider nicht sagen. Sie können versuchen über den Hersteller (Allergan) einen Behandler herauszufinden. M.f.G. V.Krekel

Julia, 17.03.2017 - 19:44 Uhr

Ist bei der neuen Methode auch das Tragen eines medizinischen Stirnbandes notwendig? Wenn ja, wie lange? Und wie lange dauert der Heilungsprozess? Liebe Grüße!

Antwort von Volkhart Krekel, verfasst am 22.03.2017

Hallo und guten Tag, bei der EarFold - Methode muss nach der OP kein Stirnband getragen werden. Wir empfehlen lediglich bis zum Abschluss der Wundheilung ein kleines Pflaster zu tragen und zur nach ein Stirnband oder ein größeres Pflaster ( um ungewollte Manipulationen im Schlaf zu verhindern). Die Heilung dauert 10 Tage. Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung ( Mail, Tel. oder persönlich in der Praxis). Taunus- Aesthetics, Praxis Krekel, Plastische-, Ästhetische- und Handchirurgie Altkönigstr. 30 65779 Kelkheim Tel.: 06195-676434 www.taunus-aesthetics.com

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