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Po-Straffung & Formung: Diese Techniken kommen in Frage

Dr. Kerpen

von
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© absolutimages - fotoliaEin unwohles Gefühl mit der eigenen Po-Region kann die Lebensqualität stark einschränken. (© absolutimages - fotolia)Aus Südamerika und den USA kommt der Trend der Gesäßstraffung und Povergrößerung nun auch nach Europa. Auch viele Prominente haben sich bereits operativen Eingriffen am Gesäß unterzogen, denn schließlich rundet ein schöner und straffer Po das ästhetische Körperbild ab.

Gerade in Zeiten der zunehmenden Präsentation in den sozialen Netzwerken und dem Fitness- und Körperkult leiden Frauen, aber zunehmend auch Männer mit einem zu kleinen, erschlafften und hängenden Gesäß. Oft besteht auch eine Kombination mit vergrößerten Fettdepots an Hüften, Unterpo und den äußeren Oberschenkeln.

Wann kann eine Po-Straffung bzw. -formung helfen?

Ursachen für eine Erschlaffung oder ein Volumendefizit des Gesäßes können sein

  • Gewichtsschwankungen
  • starke Gewichtsabnahme
  • Atrophie des Fettgewebes
  • Fettverteilungsstörungen
  • genetische Disposition
  • stark progrediente Alterungsprozesse

Es besteht oftmals ein ganz erheblicher Leidensdruck. Die sportliche Betätigung, Schwimmbad-, Sauna- und Spabesuche und die Benutzung von Gemeinschaftsduschen können hierdurch zur Tortur werden. Auch Probleme in der Partnerschaft, bei der Partnersuche und in der Sexualität sind nicht selten. 

Die Form und Stabilität des Pos wird vor allem durch den großen Pomuskel, Musculus gluteus maximus, geprägt. Dieser kann zwar durch regelmäßiges Training vergrößert und gestärkt werden, aber auch hier hat die Natur Grenzen gesetzt. Der Haut-Fettmantel spielt bei der Formgebung dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Die Gesäßformung bzw. Straffung bezeichnet die operative Korrektur des Gesäßes. Das Ziel des Eingriffs ist ein natürlich wirkendes und volles Gesäß, das dann wieder zu einem harmonischen Gesamtkörperbild beiträgt.

Je Indikation kann dann die Patientin beziehungsweise der Patient zwischen unterschiedlichen Operationsmethoden auswählen. Diese werden gemeinsam mit dem behandelnden Facharzt für Plastische - und ästhetische Chirurgie nach einer ausführlichen klinischen Untersuchung erörtert. Ziel muss es immer sein, große und auffällige Narben zu vermeiden und die für den Patienten am besten geeignete OP-Methode auszuwählen.


Operative Techniken

Je nach Befund kann eine Korrektur mittels einer Gesäßaugmenation oder einer Gesäßstraffung mit Gesäßformung durchgeführt werden. Ergänzend kommen meist kleinere Fettabsaugungen an den Arealen mit einem "Zuviel" an Fettgewebe hinzu.


1. Postraffung und Formung durch Volumenaugmentation

Das "klassische“ Brazilian Butt Lift - reiner Eigenfetttransfer

Die Transplantation von abgesaugtem Eigenfett wurde in der Vergangenheit gerne und oft durchgeführt, da sie technisch nicht sehr anspruchsvoll und relativ einfach durchzuführen ist. Man schlug auch quasi zwei Fliegen mit einer Klappe: an einer Stelle wie Bauch, Hüften, Oberschenkel, Reithosen oder Knien verschwanden unerwünschte Fettdepots und am Gesäß wurde ein Defizit behoben.

Aber: es gab eine sehr hohe Anzahl von Todesfällen und Komplikationen bei dieser OP (Mortalitätsrate ca. 1 von 3000) durch die versehentliche Injektion von Fett in große Blutgefäße im großen Pomuskel und darunter.

Dies verursacht Lungenembolien durch fachliche und operative Mängel aber auch durch die Verwendung von Apparaten, mit denen zu viel Fett unter zu hohem Druck appliziert wurde. Folglich haben die Fachgesellschaften verboten, Fett unterhalb der Muskelfaszie zu verteilen, womit das reine Brazilian Butt Lift nun obsolet und wirkungslos geworden ist.

Es können nun keine adäquaten Fettmengen mehr eingebracht werden, da sich ca. 50% des eingebrachten Fettes ja wieder abbauen und ein zu hoher Gewebedruck vermieden werden muss, da die transportierten Zellen sonst absterben können. Außerdem gibt ohnehin der Muskel die Projektion für eine schöne Poform und nicht das Fettgewebe. 

Die Formung und Augmentation

Die Vergrößerung und Formung des erschlafften Gesäßes kann sehr gut mittels Einlage eines entsprechenden Implantates durchgeführt werden. Bei der Gesäßvergrößerung und Formung unter Verwendung von Silikonimplantaten Implantatlager im großen Gesäßmuskel vorbereitet. Die Narben liegen später als dünne feine Striche fast unsichtbar versteckt.

Die Silikonimplantate, die verwendet werden, um den Po aufzufüllen und runder zu machen, gibt es in unterschiedlichen Größen, Volumen und Formen. Das medizinische Gel ist fester und zähflüssiger als bei den herkömmlichen Implantaten für Brustvergrößerungen. Sollten sie einmal reißen, kann somit auch kein Gel ins umliegende Gewebe auslaufen. 

Anschließend erfolgt eine Kompressions- und Stützbehandlung in einem Spezialmieder.
Die modernen plastisch-chirurgischen OP-Techniken zur Gesäßaugmentation stammen aus Brasilien und werden dort schon seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich und komplikationsarm praktiziert und wurden sowohl wissenschaftlich untersucht als auch publiziert.

Somit ist die fachgerechte Povergrößerung und Formung mit Implantaten auch nicht komplizierter oder schmerzhafter als eine herkömmliche Brustvergrößerung. Sitzen und Laufen sind sogar schon ab dem ersten Tag nach der OP möglich.

Diese Methode lässt sich auch noch gut mit einer kleinen Fettabsaugung der Hüften und Reiterhosen und einem kleinen, oberflächlichen Eigenfetttransfer zur Feindefinition des Gesäßes kombinieren.


© JPC-PROD - fotoliaEine operative Po-Straffung bzw. -formung kann dabei helfen, das Selbstwertgefühl wieder zu verbessern. (© JPC-PROD - fotolia)2. Reine Gesäßstraffung 

Die klassische Gesäßstraffung ohne zusätzliche Gabe von Volumen kommt besonders für Patienten in Frage, die eine sehr große Gewichtsreduktion hinter sich haben z.B. nach einem Magenbypass.

Nachdem das Fettgewebe verschwunden ist, bleibt hier ein Hautüberschuss übrig, der sich unglücklicherweise nicht mehr von selbst zurückgebildet und unschön hängt, bedingt durch Feuchtigkeitsansammlungen kann es hier zu chronischen Hautentzündungen kommen. Unter Umständen kann dieser Eingriff auch mit einer Straffung der Bauchdecke kombiniert werden (komplettes Bodylift). 

Im Allgemeinen gibt es zwei verschiedene Arten einer direkten Gesäßstraffung:

Mit einem Schnitt querverlaufend oberhalb des Gesäßes oder beidseits in der Unterpofalte verlaufend. Dies hängt davon ab, welches Areal gestrafft werden soll und natürlich auch vom Ausmaß der Erschlaffung. Die Schnittführung oberhalb des Gesäßes ca. von Hüfte zu Hüfte ist die in den Krankenhäusern gängige Methode (sog. hinteres, unteres Bodylift). Der Nachteil ist hier eindeutig die sichtbare Narbe.

Wenn die Erschlaffung nicht so ausgeprägt ist, dann kann auch eine kleine Postraffung ausreichend sein. Hier liegen die Narben nachher versteckt in der Unterpofalte.
Überschüssige Haut und Gewebe werden sparsam entfernt. Wenn möglich sollten die desepithelisierte Haut und das Fettgewebe verwendet werden, um verlorenes Volumen zu rekonstruieren. Anschließend erfolgt eine Kompressions- und Stützbehandlung in einem Spezialmieder.


3. Kombination aus Postraffung und Volumenaugmentation

Für ein optimales Ergebnis zur Wiederherstellung eines schön geformten Gesäßes und um große und auffällige Narben zu vermeiden, können alle oben genannten Operationstechniken auch sinnvoll miteinander kombiniert werden. Durch ein entsprechendes Implantat zusammen mit einer unteren Straffung kann in den meisten Fällen sogar eine obere Straffung umgangen werden.


Zusammenfassung

Klinikaufenthalt:  ein bis zwei Tage kurzstationär
OP-Dauer: ein bis drei Stunden
Narkoseart:  örtliche Betäubung (nur kleine Straffung) sonst Dämmerschlaf oder Narkose 
Nachbehandlung: sechs Wochen Kompressionsbehandlung im Mieder 
Risiken: Infektion, Blutung, Blutergüsse, Schmerzen, Schwellung, Thrombose, Embolie, Wundheilungsstörung
Gesellschaftsfähig: meist nach ca. ein bis zwei Wochen, aber Schonung und Sportkarrenz für ca. sechs Wochen, Kissen beim Sitzen für sechs Wochen

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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