Das jameda-Interview: Zu Besuch bei Prof. Dr. Ernst Magnus Noah

Prof. Dr. Noah

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© Prof. Dr. Ernst Magnus Noah© Prof. Dr. Ernst Magnus NoahWas war für Sie der Beweggrund, plastischer Chirurg zu werden?
Mein eigentliches Berufsziel war die Verhaltensforschung. Hier lag mein Hauptinteresse während der Schule sowie auch zu Beginn des Medizinstudiums. Mit zunehmender praktischer Tätigkeit faszinierten mich die feinen und auch die anatomiegestützten Arbeiten der Plastischen Chirurgen an meinen Ausbildungsstätten. Die Verhaltensforschung ermöglichte mir das Einfühlungsvermögen, meine praktischen Tätigkeiten während des Studiums festigten den Wunsch dann in die Chirurgie zu gehen und meine Faszination für die Anatomie bildet auch heute noch die Grundlage für meine plastisch-chirurgische Tätigkeit. Von Anfang an war mir eine fundierte Ausbildung besonders wichtig, sodass ich das Studium an der Medizinischen Universität in Lübeck, gefolgt von einem 2-jährigen mikrochirurgischen Fellowship in den USA, Assistenzarztzeit an der MHH und Oberarztreife und Habilitation am Universitätsklinikum Aachen als gute Grundlage für den Aufbau der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel ansah.

Warum haben Sie sich dazu entschlossen, sich auf ästhetische Chirurgie zu spezialisieren?
Ich empfinde es gar nicht so, dass ich mich auf die ästhetische Chirurgie spezialisiert habe. Für mich ist die ästhetische Chirurgie ein elementarer Bestandteil der Plastischen Chirurgie und sie kommt natürlich auch in rekonstruktiven Inhalten zum Tragen. Das Schöne ist ja die Verzahnung zwischen funktionellen Rekonstruktionen und ästhetischen Rekonstruktionen und Konstruktionen. So möchte ich z.B. meine Erfahrung bei der Behandlung von Gesichtslähmungen bei der Durchführung von Facelifts nicht missen. Aber auch die dreidimensionale Fettabsaugung fußt letztendlich auf anatomische Kenntnisse und dreidimensionales Vorstellungsvermögen. Bei der ästhetischen Chirurgie kommt einfach alles zusammen.

Wo sehen Sie die größte Herausforderung in Ihrer Arbeit?
Das Hineinversetzen in den Menschen. Das Erkennen seiner Wünsche und Vorstellungen. Aber auch der Schutz des Patienten vor unrealistischen Vorstellungen und Wünschen ist ein besonderer Reiz und eine Herausforderung für meine tägliche Arbeit. Das geht natürlich nur, wenn man Erfahrung und Können in die Beratungsgespräche und Abfassung der Behandlungskonzepte einbringen kann.

© Prof. Dr. Ernst Magnus Noah© Prof. Dr. Ernst Magnus NoahWomit dürfen Ihre Patienten bei Ihnen rechnen?
Mit einer individuellen, optimierten Behandlung mit dem Höchstmaß an Patientensicherheit.

Was würden Sie sich von Ihren Patienten wünschen?
Oh, nicht nur wünschen, sondern fast verlangen: Ehrlichkeit, die fängt bei der individuellen Anamnese, sprich Krankengeschichte, aber auch Angaben zum Beispiel zum Nikotinkonsum und offene und klare Darstellung Ihrer Wünsche und Vorstellungen an. Und selbstverständlich sollen sie auch sagen, wenn sie bei unseren Ergebnissen noch Verbesserungspotenzial sehen.
Ach, noch etwas: Manchmal etwas mehr Geduld.

Was zeichnet Sie als Arzt aus?
Dass wir im Team arbeiten, individuelle Begabungen und Interessen fördern und so das gesamte Spektrum der plastischen, ästhetischen und rekonstruktiven Chirurgie auf höchstem Niveau abbilden können.

Was ist Ihnen persönlich bei Ärzten wichtig?
Na ja, auch Geduld und Einfühlungsvermögen sowie, dass sie mich ernst nehmen. Außerdem ist mir wichtig, dass Ärzte ihre Grenzen kennen. Es ist nicht schlimm zu sagen, dass man sich mit der einen oder anderen Behandlung nicht auskennt und dafür einen Kollegen empfiehlt. Und elementar ist die Kenntnis zur Behandlung von Komplikationen. Hier trennt sich Spreu vom Weizen von den Behandlern.

Was ist Ihnen für Ihr Leben wichtig?
Ich bin schon sehr fasziniert von meiner Arbeit und bin der Überzeugung, dass ich den schönsten Beruf der Welt habe. Jedoch weiß ich auch, wie wichtig Erholung und Ausgleich z.B. durch sportliche Betätigung für die Arbeitskraft sind. So habe ich es gelernt mich selbst zwischen Operationen und Eingriffen gut zu entspannen, ohne den Spannungsbogen zu verlieren.

Wie wichtig ist Ihnen der Austausch mit anderen Ärzten?
Das ist wunderbar! Ich bin in mehreren Arbeitskreisen tätig und eigentlich auf allen wichtigen nationalen und internationalen Kongressen, nicht nur als Redner, sondern auch als Zuhörer vertreten. In den Gesprächen mit Freunden und Bekannten tauschen wir uns bzgl. Therapieoptionen, aber auch bei der Behandlung und Lösung von Komplikationen aus.

Zur Person
Prof. Dr. med. Ernst Magnus Noah ist seit 2003 Leiter der Klinik für Plastische, Rekonstruktive und Ästhetische Chirurgie am Roten Kreuz Krankenhaus Kassel - Noahklinik. Die fundierte Ausbildung in der allgemeinen Chirurgie, Anatomie, Rekonstruktions- und Ästhetischen Chirurgie stellt die Basis für die Leistungsfähigkeit der Klinik dar. Er ist gefragter Redner bei nationalen wie internationalen Kongressen und gehört zur Prüfungskommission und Gutachterkommission der Landesärztekammer Hessen. Außerdem ist er u.a. Mitglied von DGPRÄC, GÄCD sowie Vizepräsident der VDÄPC.

Zur Praxis
Das Team besteht aus 6 Ärzten, die jeweils ihren individuellen Behandlungsschwerpunkt haben. So gibt es Fachärzte, die sich auf Körperformung oder Rhinochirurgie spezialisiert haben. Spezifische Fragestellungen werden im Team diskutiert und daraufhin wird dem Patienten der optimale Therapieweg dargestellt. Die Dokumentation sämtlicher Befunde, aber auch Ergebnisse ist das Rückgrat für die Leistungsfähigkeit der Klinik.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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