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Revitalisierung durch Eigenblut: Ablauf und Anwendungsgebiete der PRP-Therapie

Frau Kerstan

von
verfasst am

© Valua Vitaly - fotoliaBei einer PRP-Behandlung kann Eigenplasma bei der Falten-Behandlung eingesetzt werden. (© Valua Vitaly - fotolia)PRP, auch thrombozytenreiches Plasma genannt, kann Falten, Neurodermitis und Sonnenschäden lindern. Welche Anwendungsgebiete gibt es noch und wie läuft die Eigenblut-Behandlung ab?


So setzt sich unser Blut zusammen

Blut unterteilt sich in flüssige und feste Bestandteile. Zu den festen Bestandteilen gehören die roten und weißen Blutkörperchen und die sogenannten Blutplättchen, die Thrombozyten. Sie sind für die Blutgerinnung und die Regeneration von Gewebe verantwortlich. Sie enthalten viele Wachstumsfaktoren und sind unter anderem dafür zuständig, dass Gewebe nach einer Verletzung in kürzester Zeit wieder heilt.


Was weiß man über die Wirkung?

Thrombozyten enthalten Wachstumsfaktoren, die Bindegewebszellen stimulieren. Ebenso wird die Produktion von Kollagen und Elastin angeregt. Beide Stoffe sind für die Festigkeit und das pralle Aussehen der Haut verantwortlich. Wenn das Eigenplasma mit einer feinen Nadel in die Haut eingebracht wird, wird die Hyaluronsäureproduktion und die Stammzellregeneration erzwungen.
Die Haut wirkt praller und feinporiger.


Wie läuft eine Behandlung ab?

Das wertvolle Plasma erhält man, indem man mithilfe spezieller Röhrchen eine gewisse Menge Venenblut entnimmt. Dieses Blut wird mit einer Zentrifuge in einzelne Fraktionen getrennt.

Für die Behandlung ist das Plasma mit seinen Thrombozyten interessant. Wenn man das Blut auftrennt, kann man das plättchenreiche Plasma vorsichtig entnehmen, eventuell mit weiteren hautverjüngenden Wirkstoffen versetzen und in die Haut zurückinjizieren.


Das sind die Einsatzgebiete für Plasma

  • Regeneration der Gesichtshaut
  • Glättung der Haut am Hals und am Dekolletee
  • Verfeinerung von Aknenarben
  • Glättung der Hände
  • Neurodermitis
  • nach Kortison-Cremes
  • sonnengeschädigte Haut
  • Revitalisierung der Kopfhaut
  • vor und nach Haartransplantationen


© drubig-photo - fotoliaDa ausschließlich mit körpereigenen Stoffen gearbeitet wird, ist die Behandlung gut verträglich. (© drubig-photo - fotolia)So funktioniert die Behandlung

Das Plasma wird mit all seinen Regenerationsfaktoren unter sterilen Bedingungen gewonnen und kann mit unterschiedlichen Methoden in die Haut eingearbeitet werden. Zuvor wird die zu behandelnde Hautstelle gründlich gereinigt und desinfiziert.

Mit sehr feinen Mikronadeln wird das Plasma ca. 5 mm tief in die Haut injiziert. Da der Arzt für diese Behandlung viele kleine Einstiche vornimmt, kann er die Haut zuvor mit einer Creme oberflächlich betäuben. Durch die kleinen Einstiche kann es zu winzigen Blutungen kommen. Daher leitet sich der Begriff "Vampirlifting" ab.

Oft wird dazu ein Dermapen verwendet. Dabei handelt es sich um ein Gerät, auf dem man einen sterilen Einmalnadelkopf mit zwölf winzigen Nädelchen setzt. Die Stichtiefe und auch die Geschwindigkeit sind individuell einstellbar. Die Haut kann nur oberflächlich angeraut oder aber auch mit kleinen Stichen genadelt werden, je nach Bedarf und Schmerzempfinden.

Warum Nadelstiche verjüngen

Durch die minimale Verletzung der Hautoberfläche bildet die Haut als Schutzfunktion neues Kollagen und Hyaluronat auf. Sie versucht sich quasi selbst ein "dickeres Fell" zuzulegen. Kleine Fältchen können dadurch verschwinden.

Am effektivsten sind drei Behandlungen im Abstand von drei Wochen. Die Behandlung sollte halbjährlich bis jährlich aufgefrischt werden. Je älter die Haut ist, desto träger sind auch die Stoffwechselvorgänge und die Regeneration. Die Geduld wird jedoch mit einer sichtbar verjüngten Haut belohnt.

Auf einen Blick

Behandlungsdauer Die gesamte Behandlung dauert ca. 60 bis 90 Minuten. Sie beinhaltet ein ausführliches Aufklärungsgespräch, die Oberflächenanästhesie, die Blutabnahme und die Unterspritzung selbst.
Arbeitsfähigkeit Sie sind sofort arbeitsfähig. Es können kleine blaue Flecken durch die Einstiche entstehen, die man mit Make-up abdecken kann.
Verhaltenstipps nach der Behandlung Unmittelbar nach der Behandlung sollten die Hautstellen nicht unnötig berührt werden. Auf Sonnenbaden, Solarium und Saunabesuche sollten Sie für einige Tage verzichten.
Risiken Es sind keinerlei Risiken bekannt, solange alle Hygienerichtlinien eingehalten werden. Ein Allergierisiko besteht nicht, da mit körpereigenem Material gearbeitet wird.
Behandlungsalternativen Eine Behandlungsalternative stellt die Mesotherapie dar, wobei allerdings kein körpereigenes Material verwendet wird.
Evidenz Die Therapie mit PRP ist eine auf Erfahreungen basierende Behandlungsmethode. Sie ist bei vielen Erkrankungen nach den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin wissenschaftlich nicht hinreichend abgesichert.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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