Stirnfalten möglichst schonend loswerden

Mit einer Unterspritzung lassen sich tiefe Falten auf der Stirn unsichtbar machen – ohne viel Aufwand und dauerhaft. (© Serg Zastavkin - fotolia)

Tiefe Falten auf der Stirn machen einen viel älter, als man ist. Sie sind nicht nur ein Männerproblem: Frauen mit entsprechender Mimik können auch darunter leiden. Die ästhetische Medizin verfügt über gute Möglichkeiten, solche Stirnfalten unsichtbar zu machen – ohne viel Aufwand per Unterspritzung, aber auch dauerhaft.

 

Überaktive Augenbrauen

Stirnfalten ziehen sich oft horizontal über die gesamte Breite der Stirn. Gewöhnlich sind es mehrere parallele Faltenlinien. Auch vertikale Falten kommen vor – je nach Aktivität der mimischen Muskulatur. Ausgelöst werden die Stirnfalten hauptsächlich durch häufiges Hochziehen der Augenbrauen.

Die sogenannten „Zornesfalten“ zwischen den Brauen entstehen ebenfalls durch Brauenbewegungen, allerdings eher durch Zusammenziehen. Häufig verursachen derartige Bewegungsmuster auch Kopfschmerzen. Wenn solche Beschwerden bestehen, sollte der Arzt sie in seinen Behandlungsvorschlag einbeziehen.

Die Behandlungsmöglichkeiten sind vielfältig

Prinzipiell gibt es verschiedene Möglichkeiten, Stirnfalten zu neutralisieren. Glabellafalten, wie Zornesfalten wissenschaftlich heißen, können bei Bedarf mitbehandelt werden:

  • Injektion von Botox
  • Gabe von Hyaluronsäure
  • Unterspritzung mit Eigenfett
  • chirurgisches Stirnlifting

Welche dieser Maßnahmen sich anbietet, teilt ein erfahrener Arzt Ihnen nach gründlicher Untersuchung mit.

Botox verhindert Faltenbildung

Die gängigste Maßnahme gegen auffällige Stirnfalten ist die Gabe von Botox in die untere Stirnregion. Das vielfach bewährte Mittel unterbindet die Signalweiterleitung an die örtlichen Muskeln. Ein fachkundiger Arzt spritzt punktgenau, um die verantwortlichen Muskelgruppen exakt anzusteuern. Das Medikament wird bewusst nur in sehr niedriger Dosis gegeben. So kann man unerwünschte Wirkungen möglichst ausschließen.

  • Die Muskeln, die Brauenbewegungen verursachen, bleiben nach der Botox-Injektion je nach Wunsch vollständig oder partiell inaktiv.
  • Das verhindert die lästige Faltenbildung.
  • Die Wirkung setzt nach einigen Tagen ein und hält gewöhnlich 5 bis 8 Monate an. Nach dem Abflauen kann nachgespritzt werden.

Tieferen Falten kann man auch gut begegnen

Mit zunehmendem Alter prägen sich Stirnfalten oft sehr tief ein. Botox allein kann solche ausgeprägten Furchen nicht beseitigen. Filler, die das Gewebe aufpolstern, können dann zusätzlich injiziert werden. Sie heben die Haut in der Faltenzone an und machen die Falten ganz oder teilweise unsichtbar.

Diese Mittel kommen dafür in Frage:

  • Hyaluronsäure
  • Eigenfett

Hyaluronsäure besteht aus Polysaccharid-Molekülen, die größere Mengen Wasser binden können. Die Substanz ist auch auf ganz natürliche Weise im Gewebe, in den Gelenken und in den Augäpfeln vorhanden. Mit punktgenauen Hyaluron-Injektionen lassen sich tiefe Stirnfalten für einige Zeit neutralisieren.

Der Effekt zeigt sich sofort, kann sich in den folgenden Tagen aber noch verstärken. Nach 6 bis 18 Monaten muss gewöhnlich nachgespritzt werden. Gleichzeitig kann man Botox verabreichen. So wird die Aktivität der faltenverursachenden Muskeln weiter gehemmt.

Eigenfett kann die Falten dauerhaft unsichtbar machen. Das Fett wird anderswo am Körper abgesaugt. Nach der Injektion verwächst ein Großteil davon mit dem Hautgewebe. Das genügt in der Regel für viele faltenfreie Jahre – am besten in Kombination mit Botox.

Die Eigenfett-Behandlung ist aufwendiger. Dafür kann man sie mit einer Figurformung verbinden. Das für die Fettgewinnung eingesetzte Absaugverfahren lässt überschüssige Pölsterchen zum Beispiel an den Hüften, am Bauch oder an den Oberschenkeln verschwinden.

Die Faltenbehandlung kann auch Kopfschmerzen lindern

Insbesondere gestresste Menschen neigen dazu, über viele Stunden am Tag die Stirn in Falten zu legen. Solch eine übermäßige Aktivität der Brauenmuskulatur kann die Ursache für dauernde Kopfschmerzen sein. Botox-Injektionen, die eigentlich Stirnfalten unsichtbar machen sollen, können auch die Schmerzen ausschalten. Für viele Patientinnen und Patienten ist das ein willkommener Nebeneffekt der Faltenbehandlung. Andere, die schon fast am Verzweifeln waren, sind froh, endlich eine wirksame Therapie gegen ihre Kopfschmerzen gefunden zu haben.

Manchmal ist ein Stirnlifting die beste Lösung

Bei sehr tiefen Stirnfalten suchen ältere Patientinnen und Patienten oft nach einer dauerhaften Lösung ohne Unterspritzungen. Das ist insbesondere der Fall, wenn die Stirnhaut stärker erschlafft oder die Augenbrauen abgerutscht sind. Dann kann sich ein operatives Stirnlifting anbieten. Es wird meist endoskopisch, also per Schlüssellochchirurgie durchgeführt.

Überschüssige Hautanteile können mit kleinen Zugängen im Bereich des Haaransatzes entfernt werden. (© vgstudio - fotolia)
Über kleine Zugänge im Bereich des Haaransatzes werden überschüssige Hautanteile entfernt. Das glättet die Stirnhaut nachhaltig. Abgesunkene Augenbrauen, die den Blick verfinstern, können mit angehoben werden. Die Patientin oder der Patient kann gewöhnlich über viele Jahre ihre faltenfreie Stirn genießen. Bei weiter bestehendem Hang zur Faltenbildung kann Botox gegeben werden.

Unerwünschte Wirkungen kommen nur selten vor

Faltenunterspritzungen können an den Einstichstellen für kurzzeitige Rötungen und Schwellungen sorgen. Das legt sich gewöhnlich sehr schnell wieder. Bei einem kompetenten Arzt sind mögliche Nebenwirkungen von Botox-Injektionen wie Lähmungen oder Probleme beim Lidschluss selten.

Bei Hyaluronsäure können Unverträglichkeiten oder Granulome auftreten, was bei fachkundigen Medizinern ebenfalls kaum vorkommt. Bei Eigenfett-Behandlungen sind Unverträglichkeiten ausgeschlossen.

Die begleitende Fettabsaugung ist ein minimalinvasiver operativer Eingriff. Hier zählen Schwellungen, Dellenbildung oder größere Blutergüsse zu den möglichen, aber seltenen Nebenwirkungen. Beim Stirnlifting können Nebenwirkungen wie bei anderen chirurgischen Operationen auftreten, über die der behandelnde Arzt Sie umfassend aufklären sollte.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel? 0

Kommentar abgeben oder Rückfrage stellen:

Kommentare (0)

Interessante Artikel zum Thema

Sie suchen einen passenden Arzt für Ihre Symptome?