Artikel 29/06/2019

Venenleiden minimal-invasiv behandeln: Veröden und Verkleben

Dr. med. Jörg Fuchs Facharzt für Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurg, Phlebologe
Dr. med. Jörg Fuchs
Facharzt für Allgemeinchirurgie, Gefäßchirurg, Phlebologe
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Die Verödungstherapie gilt gemäß den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie bei der Behandlung von Besenreisern und kleinen Krampfadern als Goldstandard. Gleiches gilt für den Venenkleber, der in Europa und international als Standardverfahren in der Behandlung von Krampfadern eingesetzt wird.

Von Varizen – so heißen Krampfadern medizinisch – sind junge und auch alte Menschen gleichermaßen betroffen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Varikosis nimmt im Alter zwar zu, aber auch jüngere Menschen können erheblich betroffen sein.

Wie entstehen Krampfadern?

Ursächlich ist im Wesentlichen eine familiäre Veranlagung. Das Tragen hochhackiger Schuhe oder bestimmte Sportarten sind es jedenfalls, wie auch viele andere beschuldigte Verhaltensweisen, nicht. Krampfadern sind nicht nur ästhetisch störend, sondern können auch zu erheblichen Stauungsbeschwerden, schweren Beinen, Hautveränderungen, Verfärbungen, Venenentzündungen oder auch offenen Beinen führen.

Welche Behandlungen bieten sich bei Krampfadern an?

Die Verödungstherapie und der Venenkleber gelten als besonders sanfte und sichere Methoden. Die Erklärung hierfür ist, dass für beide weder eine Narkose noch Kompressionsstrümpfe erforderlich sind. Außerdem können diese Methoden zu jeder Jahreszeit und bei jedem Betroffenen durchgeführt werden. Narkoserisiken – und hierzu zählt bereits ein Lebensalter jenseits der 50 – sind unbedeutend, da keine Narkose benötigt wird.

Die Verödungstherapie und der Venenkleber können bei jeder Form der Varikose, einzeln oder in Kombination, eingesetzt werden. Auch bei Rezidiven, also wiederkehrenden Krampfadern, kann auf gefährliche Operationen verzichtet werden.

So werden Venen verödet

Mit Hilfe des Ultraschalles werden die zu behandelnden Venen dargestellt, punktiert und dann entweder verklebt oder verödet. Das eingespritzte Verödungsmittel führt dazu, dass die Venen sich zusammenziehen. Die Venenwand wird durch das Mittel bewusst geschädigt und in der Folge verkleben die Venenwände quasi miteinander. Das geschieht über eine Venenentzündung, so dass vorübergehende Rötungen oder Verfärbungen normal sind. Diese sichtbaren Veränderungen verschwinden üblicherweise in den ersten drei Monaten nach der Injektion.

Wie funktioniert der Venenkleber?

Die Venen müssen von einem größeren Kaliber, sprich: Stammvenen oder größere Seitenäste, sein. Dann kann ein Katheter in die Venen eingeführt werden, so dass diese im wahrsten Sinne des Wortes von innen verklebt werden. Rötungen treten auch hierbei auf, verschwinden jedoch schneller als beim Veröden. Bei der Verödung wird noch zwischen der Flüssig- und Schaumverödung unterschieden. Flüssigverödung heißt: Das normale Verödungsmedikament wird ohne Veränderungen in die Besenreiser oder Venen eingespritzt.

Welche Vorteile bringen die Verfahren mit sich?

Der Vorteil der Schaumverödung ist, dass mit einer niedrigeren Konzentration größere Kaliber verödet werden können. Das Medikament wird mit Luft zu einem feinblasigen Schaum verwirbelt. Die Kontaktzeit mit der zu verödenden Venenwand wird dadurch verlängert und auch intensiviert. Mit Schaum können so generell bessere Ergebnisse erzielt werden. Oft sind zwei bis drei Sitzungen erforderlich. Pro Sitzung ist eine maximale Menge von 10 ml Schaum einzuhalten.

Schaum und Kleber ergänzen sich optimal, da sich beide für schmerzarme Verfahren eignen, die im Gegensatz zu anderen Behandlungsmethoden keine Anästhesie erfordern. Auch kann üblicherweise auf eine Kompressionsbestrumpfung verzichtet werden.

Zum Venenkleber ist noch zu erwähnen: Er ist weder giftig, noch krebserregend, noch allergieerzeugend. Er ist biokompatibel, das heißt: Der Körper baut ihn wieder vollständig ab.

Fazit

Venen verkleben oder veröden, ohne Narkoserisiko, ohne Strümpfe, ohne Unterbrechung der normalen Lebensabläufe. Das ist bei jedem, in jedem Alter und jederzeit möglich. Gehen Sie zum Spezialisten.

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