Vitaminmangel im Alter

Dr. Krapf

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© Fotosmurf03 - iStockViele Senioren leiden unter Vitaminmangel (© Fotosmurf03 - iStock)Während der Energiebedarf mit steigendem Alter wegen verminderter Aktivität abnimmt, bleibt der Mikronährstoffbedarf weitgehend konstant bzw. kann bei Vorliegen bestimmter Erkrankungen sogar erhöht sein. Besonders häufig trifft dies auf die Vitamine D und B12, Folsäure und Eisen zu. Bereitet man Mahlzeiten möglichst schonend vor, werden viele Vitamine erhalten, allerdings ist es möglich, dass ein normaler Blutspiegel durch die Zufuhr natürlicher Lebensmittel nicht erreicht werden kann.
Hier hilft eine Substitution mit den wichtigsten Nährstoffen.

Belastung durch Vitaminmangel

Vitamin D ist wichtig für die Knochenstabilität. Da die Altershaut nur noch unzureichend in der Lage ist Vitamin D zu produzieren, ist ein Vitamin D- Mangel unter Senioren besonders weit verbreitet. Auch der Einsatz von “Sonnenblockern“ führt zu einer deutlich reduzierten Vitamin D- Synthese in der Haut. Schon bei einem Lichtschutzfaktor von 8 wird die Vitamin D- Herstellung um bis zu 97,5 % geblockt. Bei nachgewiesenem Vitamin D- Mangel sollte zur Prävention von Stürzen und Knochenbrüchen auf eine ausreichende Vitamin D Substitution geachtet werden. Vorsicht ist hier allerdings bei erhöhtem Kalziumspiegel und Sarkoidose geboten.
Folsäuremangel hat ebenfalls einen negativen Einfluss auf die Knochenstabilität. Empfehlenswerte Lebensmittel sind u.a. Leber, Spinat, Brokkoli, Spargel und Rosenkohl. Dies gilt auch für Vitamin B12, das sich z.B. in Leber, Hering und Rindfleisch vermehrt findet.

Folgen des Vitaminmangels

Gewichtsverlust als Folge einer Mangelernährung geht oft mit einem Abbau von Muskelmasse einher, daher muss insbesondere auf eine ausreichende und geeignete Eiweißzufuhr geachtet werden. Denn Muskelverlust bedeutet unzureichende Muskelkoordination und Sturzgefahr mit Gefahr eines Knochenbruchs und dadurch bedingter Behinderung oder sogar Pflegebedürftigkeit.
Auch Medikamente, die gerade im Alter häufig und vermehrt eingenommen werden, können zu einer verminderten Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen führen. Die längerfristige Einnahme von “Magenschutzmitteln“ (sog. Protonenpumpenhemmer) begünstigt die verminderte Aufnahme von Vitamin B12 und Folsäure (Vitamin B9), eine Absenkung der Kalium- und Kalziumwerte sowie einen verminderten Magnesiumgehalt im Blut. Auch Metformin, das in vielen Medikamenten gegen Diabetes mellitus enthalten ist, hat einen negativen Einfluss auf unseren Vitamin B12- Spiegel.
Kommt es darüber hinaus zu einer Tumorerkrankung, ist der Ernährungszustand von nicht zu unterschätzender Bedeutung für die Lebensqualität und die Prognose. Das hohe Risiko für eine Mangelernährung ist hierbei von entscheidender Bedeutung. Neben einer ausreichenden Energiezufuhr ist insbesondere auf eine entsprechende Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen zu achten.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


08.01.2016 - 13:56 Uhr

Ich bin 80 Jahre alt und möchte gern wissen,...

von Hildegard

... welcher Vitalstoff-Spiegel normal wäre.

Dr. Krapf

Antwort vom Autor am 10.04.2016
Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

Um dies beurteilen zu können, bedarf es einer speziellen Beratung und Untersuchung. Welche Medikamente nehmen Sie ein? Nebenwirkung dieser Medikamente.

21.11.2015 - 11:15 Uhr

Was gibt es für Kombinationspräparate die den...

von Rose-Marie

... durch Einnahme von Metformin auftretenden Vitaminmangel beheben?

Dr. Krapf

Antwort vom Autor am 10.01.2016
Dr. med. Wolfgang-Peter Krapf

Leider ist mir eine Beratung bzgl. eines Präparates im Internet verboten. Ich empfehle aber ein Vitamin B Kombi Präparat und eine zusätzliche erhöhte Vitamin B12 Zufuhr, um eine Basisversorgung und eine ausreichende Vitamin B12 Versorgung zu gewährleisten.


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