5 Tipps für Frauen, die immer an die falschen Männer geraten

Dipl.-Psych. Groitzsch

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© Syda Productions - fotoliaSchlechte Erfahrungen aus Beziehungen sollten sich nicht wiederholen! (© Syda Productions - fotolia)Oft höre ich von Klientinnen, dass sie immer wieder an den falschen Partner geraten. Sie fragen sich: "Wieso immer ich?". Das Problem ist aber nicht, auf den falschen Mann zu „treffen“, sondern sich auf den falschen „einzulassen“. 

Männer erkennen, die Frauen nicht gut tun

Manche Frauen lassen sich viel zu lange bestimmte Dinge von Männern gefallen, bei denen andere ihn schon längst in die Wüste geschickt hätten. Wenn eine Frau dafür sensibilisiert ist, kann sie aber schon während den ersten Verabredungen erkennen, ob ihr ein Mann gut tun wird oder nicht. Den meisten Frauen, die nicht dafür sensibilisiert sind, gut behandelt zu werden, wurde einfach noch nie Respekt und liebevolle Zuneigung entgegengebracht.

Sie haben es einfach noch nie erlebt, was es bedeutet, in einer gesunden, entspannten und liebevollen Beziehung zu leben. In einer Beziehung, in der es z.B. selbstverständlich ist, den anderen nicht mit Liebesentzug zu bestrafen oder unentwegt abzuwerten. 

Fast immer liegt der Ursprung dafür leider in der eigenen Familie. Manche Frauen nehmen es für normal und nicht weiter schlimm hin, wenn sie zum Beispiel ganz offen abgewertet, ständig übertrieben kritisiert oder mit sarkastischen Kommentaren überschüttet werden. Erst wenn die Frau dann - meist erst nach Monaten oder Jahren - merkt, dass er sie auch ständig angelogen und hintergangen hat, fragt sie sich: "Wieso eigentlich immer ich?"

An dem Punkt ist der Selbstwert meist schon so durch ständige Abwertungen oder Liebesentzug geschwächt, dass die Frau die ganze Schuld nur bei sich selbst sucht. 

Also was tun, wenn man merkt, dass man nie in einer entspannten, erfüllten und liebevollen Beziehung landet? Wie schafft man es, für die ersten Alarmzeichen sensibel zu werden, die andeuten, dass es der Mann nicht gut meint?

Hier 5 Tipps, die sich bewährt haben.

© WavebreakMediaMicro - fotoliaHalten Sie für sich persönlich fest, was Ihnen bei Ihrem zukünftigen Partner wichtig ist. (© WavebreakMediaMicro - fotolia)1. Erstellen Sie sich eine „Must-have-Liste“ 

Die Must-have-Liste hilft dabei, sich darauf zu konzentrieren, was Sie unbedingt von Ihrem zukünftigen Partner brauchen. Sie grenzt dabei „Nice-to-haves“ ab.

Stellen Sie sich vor, wie Ihr idealer Partner ist und notieren Sie sich, auf was Sie auf keinen Fall verzichten können, um in der Beziehung glücklich zu sein. Schreiben Sie nichts auf, was nur „optional“ ist, da die Liste sonst zu lang und die Suche zu schwer wird. So würden Sie zu viele Männer ausschließen, die Ihnen wirklich gut tun würden.

Formulieren Sie Ihre persönlichen „Must-haves“ alle positiv, damit Sie sich richtig fokussieren und nicht das Gegenteil anziehen. Unser Gehirn verarbeitet Negationen langsamer.

Hier ein paar Beispiele für „Must-haves“:

  • Er behandelt mich mit Respekt.  
  • Er kommuniziert offen und ehrlich mit mir und ist treu.  
  • Er liebt mich und behandelt mich liebevoll.
  • Er ist selbstständig in seinem Handeln.
  • Er unterstützt mich bei meinen Projekten.


„Nice-to-haves“ könnten z.B. sein:

  • Er sollte blaue Augen und schwarze Haare haben.
  • Er soll die gleichen Hobbys wie ich haben.
  • Er soll ins Fitnessstudio gehen.
  • Er soll auch gerne an die selben Orte wie ich reisen.
  • Er soll sich nur vegetarisch ernähren.

Was wirklich wichtig ist, entscheiden Sie letztlich selbst. Wenn Sie Kinder möchten, können Sie natürlich gern auch dazu etwas in die Liste aufnehmen, wie beispielsweise: Er sollte ein liebevoller und aufmerksamer Vater sein.

Denken Sie daran: Was Sie sich von einem Partner wünschen, kann auch etwas sein, das ebenso gut Freunde oder Bekannte erfüllen könnten. Konzentrieren Sie dich daher nur auf das Wichtigste.

Wenn Sie dann in den ersten Gesprächen merken, dass etwas aus der Liste fehlt, können Sie ohne lang zu überlegen gehen.


2. Setzen Sie klare Grenzen

Meistens können Frauen, die sich tendenziell eher zu viel gefallen lassen, schlecht „Nein“ sagen. Meist aus Angst, den anderen zu verlieren oder zu verletzen. Wenn Sie aber selbst Ihre Grenzen nicht respektieren, werden das die anderen auch nicht tun. Wie auch? Also versuchen Sie klar zu sagen, was geht und was nicht. 

Das kann z.B. die Beendigung eines Chats oder eines Dates sein, weil es schon sehr spät ist und Sie Schlaf brauchen, um am nächsten Tag fit zu sein. Es kann aber auch eine bestimmte Sache im Bett sein, die er direkt oder indirekt von Ihnen erwartet. Oder kleine Aufgaben, die Sie erledigen sollen.

Achten Sie also gut auf Ihre Bedürfnisse und stellen Sie sie vor die Bedürfnisse Ihres Dates. Somit achten Sie Ihre eigene Gesundheit und er wird sie auch respektieren. Und falls nicht, ist er nicht gut und schon gar nicht „der Richtige“. Wenn er auf ein „Nein“ schlecht reagiert und Sie missachtet oder abwertet, dann schicken Sie ihn in die Wüste. Damit sparen Sie sich wertvolle Zeit und Energie.


3. Lassen Sie sich nicht von schönen Worten blenden

Komplimente sind toll und jeder genießt sie. Er soll Ihnen auch gern viele davon machen und Sie dürfen sie gern annehmen. Aber das darf Ihnen auf keinen Fall reichen. Wenn man von seinem Umfeld keine Komplimente gewohnt ist, ist das meist schon genug, um sich Hals über Kopf zu verlieben. Dann blendet die rosarote Brille alle negativen Facetten aus. Denn wenn man nie positive Aufmerksamkeit bekommen hat, genügt meist schon ein Minimum, um zu denken, dass es der andere gut meint. Es kann aber auch eine Falle sein.

Also achten Sie darauf, was er Ihnen verspricht und vertrauen Sie ihm nur, wenn er es auch einhält. Geben Sie also Taten viel mehr Gewicht als nur Worten. Und das natürlich nicht nur zu Beginn der Beziehung. Vertrauen wächst schließlich auch, wenn Versprechen eingehalten werden. 

Sehen Sie, dass er hält, was er verspricht, können Sie ihm Stück für Stück Vertrauen schenken.


© contrastwerkstatt - fotoliaDie Suche nach dem richtigen Partner kann sich als schwierig herausstellen, lohnt sich jedoch. (© contrastwerkstatt - fotolia)4. Vertrauen Sie ihm nicht zu schnell alles über sich an

Damit sind wir bei einem wichtigen Punkt. Je mehr Sie über sich preisgeben, umso angreifbarer machen Sie sich. Also dosieren Sie genau, was Sie erzählen oder tun. Erst wenn er Ihnen zeigt, dass Sie ihm vertrauen können, können Sie auch beginnen, intimere Details preiszugeben. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass er Ihre Schwächen gegen Sie verwendet, falls er der Falsche sein sollte.

Wenn er wirklich an Ihnen interessiert ist, nimmt er sich gern Zeit, um Sie genauer kennenzulernen. Sie können Stück für Stück testen, wie er mit persönlichen Informationen umgeht. Zieht er etwas ins Lächerliche oder nutzt es für ein gemeines Kompliment oder einen sarkastischen Kommentar? Dann ist er definitiv nicht gut für Sie und Sie sollten lieber Reißaus nehmen. 

Ist Ihre Geschichte bei ihm gut aufgehoben? Zeigt er Interesse oder würdigt etwas, was Sie erreicht haben? Super, weiter so! Das sind gute Zeichen für ein respektvolles und verständnisvolles Verhalten.

Wenn er hingegen Ihren Enthusiasmus für ein Projekt schon im Keim erstickt, bedeutet das eher, dass er es Ihnen nicht gönnt, neidisch ist, oder sich selbst klein fühlt, weil er kein Selbstvertrauen hat. Also auch hier Hände weg!


5. Reagieren Sie konsequent bei harscher Kritik oder Missachtung 

Kommentare wie:

  • Du könntest viel mehr aus dir machen, wenn ...
  • Du riechst total komisch, was benutzt du für Kosmetikartikel?
  • Hätte ich nie gedacht, dass du so etwas Blödes sagen würdest.
  • Blondinen sind also doch gar nicht sooo dumm.
  • Geschminkt siehst du echt toll aus.
  • Sei doch nicht so zickig! 

sollten Sie ohne Zögern davonlaufen lassen. Abwertung ist Gift in jeder Beziehung. Sie zählt zu einem der sogenannten „fünf apokalyptischen Reiter“ in Paarbeziehungen, die zum Scheitern verurteilt sind.

Bestraft Sie Ihr Date mit Missachtung, redet nicht mehr mit Ihnen oder nur einsilbig? Vermittelt er Ihnen das Gefühl, Sie haben angeblich etwas falsch gemacht, aber sagt nicht, was los ist?

Auch hier: Nehmen Sie die Beine in die Hand und rennen Sie weg! Missachtung ist eine Form von psychischer Gewalt. Wer als Kind missachtet wurde, wenn er etwas „falsch“ gemacht hat, denkt meist, das sei ein normales und angemessenes Kommunikationsverhalten. Dem ist aber bei weitem nicht so. 

Die kalte Schulter zu zeigen, bewirkt beim Opfer z.B. extreme Selbstzweifel. Es erzeugt das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, ohne zu wissen, was genau. Das kann dazu führen, dass man denkt, als Person falsch zu sein.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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