Gesund und stressresistent – durch die schönste Nebensache der Welt

Regelmäßiger Sex macht uns ausgeglichener, zufriedener, stressresistenter und lindert negative Gedanken. (© drubig-photo - fotolia)

Sex hilft uns nicht bloß dabei, dass wir uns gut fühlen, sondern der Orgasmus hat auch einige positive Effekte auf unsere Gesundheit. Beim Orgasmus werden in unserem Körper zahlreiche Neurotransmitter und Hormone freigesetzt. Wir atmen tiefer, schütten dabei Testosteron, Adrenalin und Oxytocin aus.

Diese Kombination wirkt Stress reduzierend, unterstützt unser Immunsystem und sorgt für Entspannung und Schmerzlinderung. Interessant ist, dass Sex den Vagusnerv (den zehnten Hirnnerv) stimuliert. Daher können viele Erkrankungen (Depression, Verdauungsprobleme, Sodbrennen, Schluckauf, Angstzustände, Müdigkeit & Abgeschlagenheit …), die durch diesen Nerv ausgelöst werden, mit Sex gelindert werden.

Regelmäßiger Sex macht uns also ausgeglichener, zufriedener, stressresistenter und lindert negative Gedanken. Es muss allerdings nicht immer Sex sein – Dopamin und Oxytocin schütten wir auch schon beim Kuscheln aus.

Wunderwaffe bei Kopfschmerzen

Doch nicht nur für die Psyche ist die schönste Nebensache der Welt ein echtes Wundermittel: Auch bei Kopfschmerzen und Regelbeschwerden kann Sex als Wunderwaffe wirken. Dabei ist zu beachten, dass Sex nicht jegliche Schmerzart lindert. Er kann aber bei vielen psychischen und physischen Problemen helfen, bspw. bei Spannungskopfschmerzen und Migräne. Zu beachten ist, dass der Orgasmus auch stattfindet. Denn nur dann setzt unser Körper auch die entsprechenden Hormone frei, die uns dabei unterstützen, uns gut zu fühlen.

Egal ob im Auto, der Küche, dem Bett, der Couch oder an einem anderen ausgefallenen Ort – Berührungen regen die Sinne an. Der menschliche Körper entspannt sich nicht nur, sondern das Vorspiel hilft auch dabei, loszulassen und sich beim anderen fallen zu lassen. Der Grund dafür sind die zahlreichen Nervenbahnen, die knapp unterhalb der Haut liegen – unserem größten Sinnesorgan. Den Partner zu schmecken, zu erforschen und den Körper intensiv zu erleben, ist dabei sehr wichtig und unterstützt unsere Selbstheilungskräfte. Zudem hat der Körper deutlich mehr erogene Zonen als bloß die primären Geschlechtsorgane.

 

Die Abwehrkräfte werden angeregt

Beim Sex werden unsere Abwehrkräfte durch den Austausch von Körpersäften aktiviert und unsere Durchblutung angeregt. Das trainiert auch unser Herz-Kreislauf-System und senkt die Ausschüttung unseres Stresshormons (Cortisol), was auch unseren Blutzucker senkt.

Dabei konnte festgestellt werden, dass die Gefahr, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu leiden, um bis zu 50 % gesenkt werden kann. Des Weiteren, dass das Risiko, an Diabetes zu erkranken, um bis zu 40 % reduziert werden kann, wenn man einmal die Woche Sex hat. Durch unsere ausgeschütteten Endorphine reduzieren wir nicht nur unsere negativen Stimmungen. Wir können beispielsweise auch Gelenkschmerzen lindern und unser Immunsystem ist bei ein- bis zweimal die Woche Koitus am stärksten. Dies konnte in Studien beobachtet werden, in denen Immunglobulin A gemessen wurde.

 

Hilft auch bei Linderung von Rückenschmerzen – und beim Abnehmen

Der Rücken der Deutschen ist ein Evergreen der Beschwerden. Rückenschmerzen sind häufig psychosomatisch bedingt. Unsere Belastungen strahlen in den Rücken. Je nach Herausforderung in unserem Leben, liegen die Schmerzen im oberen oder unteren Rücken. Wenn sie richtig schwer sind, werden Bewegungen zu richtigen Problemen. Aber grade hier soll man meist in Bewegung bleiben und das auch in horizontaler Hinsicht.

Denn der Koitus lindert die Symptome auch bei akutem Rückenschmerz, jedoch ist im Vorfeld hier die richtige Stellung entscheidend. Eventuell sollte auch der schmerzfreie Partner den etwas aktiveren Part übernehmen. Damit kann eine Linderung beim schmerzgeplagten Partner schneller einsetzen.

Auch kann Sex als Workout gesehen werden und uns beim Abnehmen helfen. Kanadische Forscher haben festgestellt, dass man bei moderatem Sex durchschnittlich 3,6 kcal pro Minute verbrennt. Da Sex, also der Beginn der Penetration bis zum Orgasmus, durchschnittlich zwischen sieben und 28 Minuten dauert, verbrennen wir zwischen 85 und bis zu 100 kcal beim Sex.

Bei Frauen trainiert regelmäßiger Sex zudem die Beckenbodenmuskulatur, was im Alter viele Vorteile für den weiblichen Körper bietet. Zudem sind Frauen auch ohne Eisprung anfälliger dafür, schwanger zu werden, wenn sie regelmäßig sexuell aktiv sind. Dies zeigen Forschungen der Indiana University, da der Frauenkörper durch regemäßigen Sex auf eine Schwangerschaft vorbereitet wird.

 

Wichtiger Bestandteil einer Beziehung – auch der Beziehung zu sich selbst

Darüber hinaus ist regelmäßiger Sex ein signifikanter Ausschlaggeber für das Wohlbefinden in einer Beziehung. Auch wenn die Beziehung nach einigen Jahren den Fokus auf Lust und Leidenschaft verliert, bleibt sie bis ins hohe Alter eine wichtige Komponente.

Auch Selbstbefriedigung hilft dabei, Stress zu reduzieren und Schmerzen zu lindern. Zudem hilft es dabei, den Fokus auf sich selbst und seinen Körper zu legen und so das Wohlbefinden mit sich selbst zu unterstützen. Dies regt Studien zufolge das Selbstvertrauen an, da der Selbstwert und das eigene Körpergefühl steigen, dies gilt bei beiden Geschlechtern. Allerdings sind die anderen Gesundheitsaspekte wie beim Sex (Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes-Risiko, Abnehmen) nicht belegbar.

Eine weitere Studie fand ebenfalls heraus, dass häufige Orgasmen (2 oder mehr pro Woche) das Sterberisiko bei Männern um bis zu 50 % senken können. Einer australischen Studie zufolge senken Männer, die pro Monat bis zu 25-mal ejakulieren, ihr Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken. Junge Männer, die in ihren Zwanzigern mindestens fünfmal die Woche ejakulieren, verringern dieses Risiko sogar um ein Drittel. Aber auch bei der Frau gibt es positive Effekte. Denn Schmerzen im Unterleib, wie bei der PMS, lassen beispielsweise durch einen Orgasmus nach. Denn der Unterleib wird besser durchblutet und Krämpfe, die Schmerzen verursachen, können sich lösen.

 

Tabuthema: Sex im Alter

Aber auch im Alter ist Sex kein Tabuthema mehr. In Berlin beispielsweise boten Heimleitungen in jedem zweiten Alten- & Pflegeheim mindestens einmal im Monat Sexualbehandlungen durch fachlich qualifizierte Personen an. Dies würde den Druck, den viele ältere Menschen im Altenheim verspüren, deutlich senken und ihre Zufriedenheit und Lebensfreude erhöhen. Viele Angehörige wussten nicht mal, dass ihre Liebsten diese Art der Sonderleistung in Anspruch nehmen. Denn für Kinder und Enkel ist es oft ein unangenehmes Thema, darüber zu sprechen.

Durch dieses Angebot seien die sexuellen Beziehungen innerhalb der Bewohner in den Häusern ebenfalls gesunken. Das reduzierte auch die sexualübertragbaren Erkrankungen. Denn zeitgleich zum aktiven Sexualleben im Altenheim stiegen in den letzten Jahren in der Altersgruppe 50-90 auch die Zahlen der Geschlechtskrankheiten.

Viele Ärzte diagnostizieren Erkrankungen wie Syphilis, Gonorrhö (Tripper) und Chlamydien sowie HIV bei beschriebenen Symptomen ihrer Patienten zunächst nicht. Sie trauen der Altersgruppe 70+ nicht mehr zu, sich damit zu infizieren, weil das Thema Sex für sie vorbei sei. Das konnte das Kings Collage in London in einer Studie aufzeigen.

Allerdings ist die Libido im Altenheim gar nicht so klein – nicht nur durch Unterstützungsmittel wie Viagra für Sie und Ihn, sondern auch durch andere Medikamente. Einige Mediziner gehen davon aus, dass Frauen sich nach der Menopause leichter mit sexuell übertragbaren Krankheiten anstecken können. Vermutlich liegt dies an der hormonellen Umstellung und der Veränderung der Schleimhäute.

 

Fazit

Wichtig ist, zu erwähnen, dass ein Leben auch ohne einen Koitus nicht automatisch ungesund ist. Denn die Gesundheit wird von vielen Faktoren beeinflusst, psychische, physische und soziale Einflüsse wirken stets auf uns ein. Körperliche Nähe ist aber ein Grundbedürfnis des Menschen und daher eine gute Ergänzung zu einem Rundum-Sorglos-Paket in der Gesundheit. Abgesehen von den gesundheitlichen Vorzügen macht es einfach Spaß, mit einem geliebten Menschen intim zu sein und das auch bis ins hohe Alter.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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