Partnerschaften im 21. Jahrhundert

Frau Voigt

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© @ Ridofranz  iStock© @ Ridofranz iStockDie Rolle des Mannes als alleiniger Versorger der Familie und die herkömmliche Funktion der Familie als Versorgungs- und Sicherheitsinstitution haben ausgedient. Im Zeitalter von Emanzipation und Gleichberechtigung stellen uns Partnerschaften vor die Aufgabe, neue Lösungsansätze zu finden und vor die Herausforderung, von einem anderen Standpunkt aus über Partnerschaften nachzudenken.

Das ist ein schwieriges Unterfangen, da sich die traditionelle Rollenverteilung evolutionär entwickelt, verfeinert und sich in der Funktionsweise unseres vegetativen Nervensystems verankert hat.

Männer, ursprünglich Jäger, gingen auf die Jagd, um die Sippe ernähren zu können. Das dabei vornehmlich beanspruchte System ist das Herz-Kreislauf-System (Sympathikus).

Frauen hatten die Aufgabe, sich um die Kinder, die Nahrungszubereitung, die Verarbeitung der Jagdbeute sowie das Sammeln von Wurzeln und Beeren in der Nähe der Höhle zu kümmern. Eine Frau musste die Eigenschaft entwickeln, sich schnell wieder beruhigen zu können, um die Kinder mit der optimalen Menge an Milch zu versorgen. Ihr vornehmlich beanspruchtes System ist das Verdauungssystem (Parasymphatikus).

Alle Menschen, die diese Arbeitsteilung gut beherrschten, haben überlebt.

Seit Frauen aktiv in den Arbeitsprozess eingetreten sind, ist diese Rollenverteilung weitestgehend überflüssig geworden. Die Frau ist nicht mehr darauf angewiesen, dass der Mann Alleinversorger ist, sie verdient ihr eigenes Geld, teilweise sogar mehr, als der Mann.

Da diese Gleichberechtigung evolutionär gesehen, erst seit kurzer Zeit unser Leben verändert, besteht die Schwierigkeit für Partnerschaften darin, dass unser Nervensystem noch auf die „alte Weise“ funktioniert. Eine Frau, die die Eigenschaft entwickelt hat, sich schnell wieder beruhigen zu können, wird deshalb heikle Themen in einer Partnerschaft ansprechen, während der Mann, dessen Herz-Kreislauf-System schnell anspricht, das vermeiden wird. Männer mauern dann - nicht, weil Sie mit der Partnerin nicht reden wollen, sondern, weil sie emotional und von den Körpersymptomen überflutet sind.

Eine kluge Partnerin sollte das Wissen und ihre Bitten, Wünsche oder Vorstellungen in einfühlsamer Art vorbringen, wenn sie bei ihrem Partner etwas erreichen möchte. Fragen Sie sich vorher: „Wie würde ich es einem fremden Menschen sagen?“ Oftmals gehen wir (leider) mit Fremden viel freundlicher um, als mit dem eigenen Partner.

Für Männer ist es schwer, mit dieser neuen Rollenverteilung zurechtzukommen. Von ihnen werden jetzt viele vormals weibliche Eigenschaften abverlangt. Aufgabe jedes modernen Mannes ist es, diese Veränderung zu begrüßen, da sie nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Aufhebung der Rollenverteilung schreitet fort und in der Paarberatung des 21. Jahrhunderts gibt es viel zu tun, um durch Verständnis, Respekt, Akzeptanz und Zuneigung die Liebe wachsen zu lassen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


05.05.2015 - 17:00 Uhr

Partnerschaften auf Distanz werden sich in der...

von bernd

... Zukunft weiter verbreiten. Der Egoismus wird sich noch mehr ausbreiten.

Frau Voigt

Antwort vom Autor am 11.05.2015
Heidemarie Voigt

Hallo Bernd, vielen Dank für Deinen Beitrag. Die Antwort klingt nach großer Enttäuschung. Ich plädiere für eine bewusstere Partnerwahl. Mit welchem Partner kann ich glücklich werden? Welche Eigenschaften sollte er oder sie haben? Für einen Job erstellen wir uns doch auch ein Profil und nehmen nicht alles Beliebige an. Es ist wichtig, Partnerschaften als Wege zum eigenen Persönlichkeitswachstum zu begreifen. Ihre Heidemarie Voigt


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