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Verhütungspannen – Bloß nicht ausflippen!

Claudia Galler

von
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© Rido - Fotolia© Rido - FotoliaEin abgerutschtes Kondom, eine vergessene Antibabypille oder ein abgelöstes Verhütungspflaster – Pannen bei der Verhütung können zu einer ungewollten Schwangerschaft führen. Was in solchen Notfällen zu tun ist, erklärt dieser jameda Gesundheitstipp.

Kondome richtig anwenden, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern
Ein Kondom muss vorsichtig ausgepackt werden - spitze Fingernägel, Schmuck oder unsanfte Berührungen können das Kondom beschädigen. Zum Aufziehen wird das Reservoir an der Spitze luftleer gehalten, um dann das Kondom vollständig abzurollen. Richtige Größe wählen, denn nur ein fest sitzendes Kondom kann richtig schützen! Für Latexkondome eignen sich nur Gleitmittel auf Wasserbasis, öl- und fetthaltige Mittel greifen Latex an. Nach dem Samenerguss wird der Penis zusammen mit dem Kondom am Penisschaft umfasst und vorsichtig aus der Scheide gezogen, so dass das Kondom nicht abrutscht. Platzt ein Kondom oder rutscht es vor dem Herausziehen ab, kann es zu einer Schwangerschaft kommen.

Für den Notfall: Die „Pille danach“ verzögert den Eisprung
Die „Pille danach“ ist ein hormonhaltiges Medikament, das, rechtzeitig eingenommen, eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann. Sie verzögert den Eisprung, so dass die Spermien auf keine befruchtungsfähige Eizelle treffen. Nach Missgeschicken mit Kondomen, bei unterbrochenem Schutz von z. B. Pillen, Pflastern oder Ringen kann die „Pille danach“ als Notfallmedikament eingenommen werden. Beide in Deutschland erhältlichen Präparate sind verschreibungspflichtig. Der Wirkstoff Levonorgestrel kann bis zu drei Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, das Präparat mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat bis zu fünf Tagen danach, wobei die Einnahme in beiden Fällen so bald wie möglich erfolgen sollte.

Pille vergessen: Kombinationspräparat oder Minipille?
Ein Kombinationspillenpräparat besteht aus zwei Hormonen, einem Estrogen und einem Gestagen. Vergisst man diese Art der Pille zur gewohnten Tageszeit einzunehmen, kann man dies innerhalb von 12 Stunden nachholen, ohne dass die Verhütung beeinträchtigt wird. Sind mehr als 12 Stunden vergangen und die Frau befindet sich in der ersten Woche des Einnahmezyklus, muss für sieben Tage zusätzlich zur Pilleneinnahme verhütet werden, z. B. mit Kondom. In der zweiten und dritten Woche ist eine zusätzliche Verhütung nicht nötig. Die Minipille enthält nur ein Hormon, ein Gestagen, und wird ohne Pause eingenommen. Für Minipillen mit dem Wirkstoff Desogestrel gilt dasselbe Vorgehen wie für Kombinationspräparate. Enthält die Minipille den Wirkstoff Levonorgestrel, muss man die vergessene Einnahme innerhalb von drei Stunden nach dem gewohnten Zeitpunkt nachholen.

Was bei Verhütungspflastern und -ringen zu beachten ist
Löst sich ein wirkstoffhaltiges Verhütungspflaster wider Erwarten von der Haut, kann man es erneut aufkleben. Sitzt es fest, ist der Schutz auch weiterhin gewährleistet. Löst es sich erneut, verwendet man ein neues Pflaster. Zu Beginn des Zyklus am ersten Tag vergessene Pflaster müssen innerhalb von 24 Stunden aufgeklebt werden, andernfalls muss zusätzlich verhütet werden. In den folgenden Wochen kann das Aufbringen innerhalb von 48 Stunden erfolgen, ohne dass der Schutz verloren geht. Einen hormonhaltigen Verhütungsring muss man innerhalb von drei Stunden nach dem gewohnten Zeitpunkt in die Scheide einsetzen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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