Diabetes und Schwangerschaft

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© Halfpoint - fotolia© Halfpoint - fotoliaDiabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bedeutet „honigsüßer Durchfluss“. Der Begriff deutet auf ein seit Jahrtausenden bekanntes Anzeichen dieser Stoffwechselstörung hin, nämlich das Ausscheiden von Zucker im Urin bei erhöhten Zuckerwerten im Blut.

Insulin ist ein Hormon (Botenstoff). Es spielt bei der Regulation des Blutzuckerspiegels eine wichtige Rolle. Es wird von den sogenannten b-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) gebildet und in den Blutkreislauf abgegeben.

Insulin ermöglicht, dass Traubenzucker (Glukose) in die Körperzelle hinein gelangt und dort in Energie für den Körper umgewandelt werden kann. Insulin regelt die Verwertung von weiteren Nahrungsbestandteilen wie Eiweiß und Fett. Insulin sorgt außerdem dafür, dass überschüssiger Zucker in Muskeln und Leber gespeichert werden kann. Es reguliert die Zuckerspeicherung, die -neubildung und die -abgabe aus der Leber in den Blutkreislauf.

Fehlt Insulin ganz, ist zu wenig Insulin vorhanden oder kann es nicht richtig wirken, kann der Zucker nicht oder nur teilweise in die Körperzellen gelangen. Dort herrscht dann ein Energiemangel, während der Zuckergehalt im Blut zu hoch ist.

Diabetes bedeutet, dass der Körper entweder gar kein oder nicht ausreichend Insulin bildet oder dass das vorhandene Insulin nicht richtig wirken kann.

Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) tritt nur in der Schwangerschaft auf und endet mit der Entbindung. Ab der 24. Schwangerschaftswoche produziert der Körper verstärkt Hormone, die dem Insulin entgegenwirken. Durch die somit verminderte Wirksamkeit des Insulins kann der Zucker nur unzureichend von den Körperzellen aufgenommen werden. Dadurch steigt der Zuckerspiegel im Blut.

Schwangerschaftsdiabetes

 Ein erhöhtes Risiko besteht bei:

  • Übergewicht
  • Diabetes bei Eltern und Geschwistern
  • Kindern mit einem Geburtsgewicht über 4100 g
  • vorausgegangenen Fehlgeburten
  • früherem Schwangerschaftsdiabetes

Risiken für die Mutter:

  • vermehrte Harnwegsinfekte
  • schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck
  • Kaiserschnittentbindung

Risiken für das Kind:

  • erhöhtes Geburtsgewicht
  • übermäßiges Längenwachstum (Makrosomie)
  • verminderte Lungenreife
  • hoher Schultergradstand
  • Unterzuckerungsrisiko unmittelbar nach der Geburt
  • Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für späteres Übergewicht

© Johnson & Johnson© Johnson & JohnsonDie Ursache für übergroße und schwere Babys ist der erhöhte Blutzucker der Mutter. Durch die Plazenta (Mutterkuchen) gelangt der Zucker zum Fötus. Er reagiert darauf mit einer gesteigerten eigenen Insulinproduktion. Sie kann im Gegensatz zum Zucker die „Plazentaschranke“ nicht passieren. Daher werden im Fötus durch den erhöhten Insulinspiegel das Wachstum und ein vermehrter Fettaufbau angeregt.

Mit der Geburt entfällt das Überangebot an Zucker abrupt. Bis sich die kindliche Bauchspeicheldrüse der veränderten Situation anpassen kann und weniger Insulin produziert, kommt es zu Unterzuckerungen beim Kind, den sogenannten Adaptationsstörungen.

Ziel der Behandlung ist es

  • eine normale Entwicklung des Kindes zu erzielen
  • das Risiko des Neugeborenen zu minimieren

Hinweise und Tipps

Die Dokumentation

Notieren Sie den gemessenen Wert in Ihrem Diabetestagebuch. Am besten kann Sie Ihr Arzt beraten, wenn Sie zu den gemessenen Werten noch weitere Informationen oder auch Besonderheiten vermerken, wie z. B.

  • Insulineinheiten
  • Menge der gegessenen Kohlenhydrate/BE
  • mehr/weniger gegessen als üblich
  • Zwischenmahlzeit ausgelassen
  • mehr/weniger Bewegung als üblich
  • Unterzuckerung
  • Krankheit

© Johnson & Johnson© Johnson & JohnsonDie Dokumentation

  • ist die Basis für die Insulindosisanpassung
  • ist wichtig, um etwaige tageszeitliche Schwankungen zu erkennen
  • hilft Ihnen, Sondersituationen zu vergleichen
  • ist die Grundlage für die Besprechung mit dem Arzt

Gesund Essen und Trinken

Wichtigste Maßnahme ist die Ernährungsumstellung

Wie bei den anderen Formen der Zuckerkrankheit ist auch beim Schwangerschaftsdiabetes eine gesunde und ausgewogene Ernährung die Grundlage der Behandlung. Oftmals reicht eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten aus, um die Blutzuckerwerte im gewünschten Zielbereich zu halten.

Kalorien

Essen Sie nicht für zwei! Ihr Kalorienbedarf erhöht sich erst ab dem 4. Schwangerschaftsmonat. Der Energiebedarf in der Schwangerschaft beträgt ca. 30 kcal pro Kilogramm Körpergewicht, ausgehend vom Sollgewicht.

Berechnung des etwaigen Kalorienbedarfs in der Schwangerschaft pro Tag bei Normalgewicht und leichter körperlicher Arbeit:

Normalgewicht x 30 kcal* + 33% * bzw. 40 kcal (individuelle Spanne je nach Körpergewicht und körperlicher Aktivität)

Beispiel:

  • Körpergröße 165 cm, Normalgewicht ca. 65 kg
  • 65 x 30 kcal = 1950 kcal
  • + 33% = 643 kcal
  • Gesamtkalorienbedarf bezogen auf das Sollgewicht = 2593 kcal

Den Bereich Ihres Soll-/Normalgewichts vor der Schwangerschaft können Sie sich anhand des Body Mass Index (BMI) errechnen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Gestationsdiabetes:
https://www.onetouch.de/diabetes-fakten/diabetes-diagnose/was-ist-schwangerschaftsdiabetes

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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