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Diabetes und Mundgesundheit: Was muss ich beachten?

Priv.-Doz. Dr. Mehl

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© Glayan - iStockGesund im Mund: Diabetiker sollten besonders vorsorgen. (© Glayan - iStock)Diabetes mellitus ist eine chronische Erkrankung, die immer häufiger auftritt. So ist die Zahl der Patienten zwischen 1980 und 2008 auf 350 Millionen weltweit gestiegen. Betroffene leiden nicht nur unter der Zuckerkrankheit, sondern sind auch anfälliger für Parodontitis und Wurzelkaries.

Zahnimplantate sind außerdem nur unter bestimmten Bedingungen möglich. Erfahren Sie, was Diabetes-Patienten für ihre Mundgesundheit tun können.

Diabetes mellitus: Ein vielschichtiges Krankheitsbild

Es ist bekannt, dass Diabetes mellitus mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Augen-, Nieren- und Nervenschäden sowie dem diabetischen Fuß-Syndrom einhergeht. Relativ unbekannt ist jedoch

die Tatsache, dass Diabetiker auch ein größeres Risiko für die Entstehung einer Parodontitis haben. Die Parodontitis nimmt wiederum Einfluss auf die glykämische Einstellung des Patienten und erschwert sie gleichzeitig. Ärzte halten sogar die Entstehung eines Diabetes aufgrund einer Parodontitis für möglich.

Zahnimplantate bei Diabetes

Patienten, die unter Diabetes leiden, können häufig nicht mit Zahnimplantaten versorgt werden. Das liegt daran, dass die Erkrankung die sogenannte Osseointegration stört. Dieser Prozess beschreibt die Einheilung des Implantats in den Kieferknochen. Nur wenn ein direkter Kontakt zwischen der Implantatoberfläche und dem Knochen entsteht, kann es stabil und entzündungsfrei einheilen.

Damit bei Zahnverlust eine dauerhafte Versorgung mit Implantaten trotzdem gelingt, müssen Zahnarzt und Hausarzt oder Diabetologe eng zusammenarbeiten.

Um das Risiko zu minimieren, dass das Implantat nicht hält, muss zunächst der Blutzuckerspiegel des Patienten optimal eingestellt werden. Vor, während und nach der Zahn-Operation ist eine gründliche Desinfektion der Mundhöhle besonders wichtig. Oftmals gelingt das in Kombination mit Antibiotika am besten. So kann der Zahnarzt das Risiko einer Infektion und damit des Implantatverlusts senken und Zahnimplantate auch für Diabetiker ermöglichen.

© Igor Mojzes - fotoliaLassen Sie sich in der Zahnarztpraxis beraten. (© Igor Mojzes - fotolia)Diabetes: Was kann ich für gesunde Zähne tun?

Die Vorbeugung von Entzündungen des Zahnbetts nimmt einen wichtigen Stellenwert in der zahnmedizinischen Vorsorge bei Diabetes-Patienten ein. Sie sollten deshalb regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen gehen. Zudem empfiehlt sich eine professionelle Zahnreinigung, die auf die Bedürfnisse der Diabetes-Patienten eingeht. So verringert sich auch das Risiko für Wurzelkaries.

Doch was kann ich als Diabetes-Patient selbst tun, um Schäden an Zähnen und Zahnfleisch zu vermeiden? Wichtig ist vor allem, zweimal täglich den Zahnbelag mit Zahnbürste und fluoridhaltiger

Zahncreme zu entfernen. Darüber hinaus kommen idealerweise Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten zum Einsatz. Patienten können die Pflegeroutine durch Mundspüllösungen ergänzen, die Entzündungen entgegenwirken und die Bildung von Zahnbelag reduzieren.

Fazit

Aufgrund der Wechselwirkungen zwischen Diabetes und Erkrankungen von Zähnen und Zahnfleisch sind die zahnärztliche Vorsorge und die richtige Mundhygiene zu Hause wichtig. So lassen sich Karies und Parodontitis vorbeugen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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