Diabetische Netzhauterkrankung (Teil 1)

Dr. Koeller

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© Dr. Norbert Köller© Dr. Norbert KöllerBei länger bestehender Blutzuckererhöhung leiden die besonders hierauf sensiblen Organe wie Nieren, Blutgefäße im Bein, Kopf - und Herzbereich, wie insbesondere gerade auch die Netzhautadern der Augen. Der Blutzucker - Langzeitwert HbA1c ist für die Prognose der Diabeteserkrankung von herausragender Bedeutung zur Prophylaxe. Wenn außerdem weitere Gefäßrisiko-Faktoren bestehen, erhöht sich das Risiko entsprechend überproportional oder exponentiell beträchtlich: Höheres Lebensalter, Blutdruckerhöhung, Fettstoffwechsel-Störung, erhöhte Harnsäure- und / oder Homocystein-Blutwerte, sowie Übergewicht und Bewegungsmangel. Ganz besonders ungünstig sind die Prognosen für Raucher, da Nikotin als Substanz mit stärkster Toxizität für alle Blutgefäße nachgewiesen ist. Daher empfiehlt der behandelnde Diabetesarzt zunächst die Minimierung dieser Negativfaktoren.

Als weiteres sind Vorsorgeuntersuchungen in festgelegten Abständen bei Fachärzten notwendig, gerade auch dann, wenn noch keine Funktionsstörungen vom Betroffenen selbst bemerkt werden. Dies ist von Bedeutung, da ein Diabetes an allen oben beschriebenen Organen sich nicht in der Frühphase bemerkbar macht. Diese Vorsorgen zu vernachlässigen ist für einen Diabetiker vielfach schicksalhaft. Wenn er erst bei Beschwerden zum Arzt / Facharzt geht, dann ist häufig eine völlige Wiederherstellung der Gesundheit nicht mehr möglich.

Krankenkassen unterstützen ihre Versicherten regelmäßig durch Aufforderung zu Vorsorge - Terminen mit sogenanntem Disease Management Programm = DMP für Diabetiker. Seit Einführung dieses Diabetiker-Programms seit ca. 2004 ist durch regelmäßige Netzhaut-Untersuchungen die Anzahl schwerer Augenerkrankungen mit entsprechender hoher Sehschwäche und Erblindung um etwa 85% rückläufig !

Bei der Netzhaut - Untersuchung der Augen, die völlig harmlos mit Spezialgeräten und Lichtschein erfolgt, beobachtet der Augenarzt die feinsten und direkt sichtbaren Blutgefäße des Körpers. Bei diabetesbedingten Veränderungen zeigen sich an den Arterien anfänglich kleine, fleckförmige Aussackungen, Microaneurysem genannt. Diese treten erst nur vereinzelt auf, später nehmen sie an Menge zu und verteilen sich in der gesamten Netzhaut. Meistens treten dann fleckige, gelbliche Ablagerungen um die Netzhaut - Mitte herum dazu. Dies sind Blutanteile, die infolge einer krankhaften Gefäßdurchlässigkeit aus den kleinen Adern austreten.

Solange die Netzhaut - Mitte, die sogenannte Makula, nicht betroffen ist, bemerkt der Betroffene immer noch nichts mit seinem Sehvermögen. Wird die Makula jedoch mitbefallen, dann wird die Sehschärfe deutlich schlechter, denn die Makula hat allein die Funktion einer Kamera und enthält mehr als eine Million feinster Empfangsnerven. Nur hiermit kann der Mensch sein scharfes und farbiges Sehen erhalten.

Wenn ein Mitbefall der Makula droht, dann rät der Augenarzt zur Lasertherapie, insbesondere auch bei Veränderungen der kleinen Venen, die "wurstkettenartige" Schwankungen im Durchmesser ausweisen. Dies ist ein deutlicher Indikator für Durchblutungsstörung und ist behandlungsbedürftig. Bei der Laserbehandlung wird die zum Sehen nicht bedeutsame Netzhaut - Peripherie mit gebündeltem Licht nach örtlicher Augentropfen-Betäubung bestrahlt, um eine künstliche Vernarbung zu erzeugen. Dadurch wird eine Durchblutungs-Verbesserung der Makula erreicht, um weiterhin klares und farbiges Sehen zu erhalten.

Aus mehr als 30jähriger Erfahrung soll an dieser Stelle angemerkt werden, dass die meisten Betroffenen vor der ersten Behandlung ängstlich sind, jedoch sagen sie sofort nach der Therapie, die etwa 5 min dauert, dass es kaum nennenswert schmerzhaft war und dass sie zur nächsten Behandlung nun völlig angstfrei kommen würden. Meistens wird pro Auge zunächst vier Mal behandelt im Abstand von einer Woche. Bei Bedarf können später noch weitere Termine notwendig sein. Wesentliche Therapie - Risiken bestehen nicht, eventuelle Sehverschlechterungen liegen fast immer an der Netzhaut - Grunderkrankung, jedoch kann das nächtliche Sehen in einigen Fällen vermindert sein.

In Arztpraxen wird oft empfohlen, spätestens bei beginnenden diätetischen Veränderungen, die tägliche Einnahme von Qualitäts-Nahrungsergänzungsmitteln, wie zum Beispiel Orthomol und insbesondere OmniVision Retina. Hiermit erhalten die Blutgefäße aus Pflanzenextrakten, wie zum Beispiel Antrocyane aus Heidelbeeren, Isoflavone aus Soja und Lutein aus der Studentenblume (Tagetis) nachhaltige Schutzstoffe. Zusätzlich sind Spurenelemente und Vitamin- Beimischungen bei den Produkten enthalten und sind sinnvolle Ergänzungen. Diese rezeptfreien Produkte haben sich bei sehr vielen Patienten gut bewährt und sie sind gut verträglich!

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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (2)


26.05.2014 - 12:08 Uhr

ich nehme Vitaminnahrungsergänzungsmittel ,...

von waltraud

... Centrum + ein. seit ich Omnimed von meinem Augenarzt bekam, bin ich mir nicht sicher, ob ich die Vitamine vom Mittel Centrum + weglasssen soll. Zu viele Vitamine ?

Dr. Koeller

Antwort vom Autor am 27.05.2014
Dr. med. Norbert Koeller

Sehr geehrte Waltraud, bekanntlich kann ein Zuviel an Vitaminen ebenso einen Schaden anrichten wie ein Mangel hieran. Die besonders auf den Augenbedarf abgestimmten Produkte der Firma OmniVision allein genommen, sind aus meiner Sicht sehr empfehlenswert und werden von mir selber täglich genutzt. Auch alternative Anbieter mit den notwendigen Zertifizierungsangaben : " floraglow " für das Lutein und " EPAX " für marines Omega3 aus Fischen hergestellt, sollte beim Einkauf beachtet werden. Ob es sinnvoll und angezeigt ist, zum Schutz für andere Allgemein-Erkrankungen weitere Vitamine einzunehmen, sollten Sie mit Ihrem Hausarzt absprechen. Eine ausgewogene Mischkost mit viel Obst und Gemüse reicht häufig allein schon aus !

22.09.2013 - 17:46 Uhr

In der Fernsehsendung " VISITE " gab es Hinweise...

von Gerhard

... zur Therapie von trockender Makula mittels Stammzellen Therapie. Leider vermisse ich hier jegliche Information über diese Krankheit.Wäre schön, wenn Sie mir Informationen darüber geben könnten. mit freundlichen Grüßen Gerhard

Dr. Koeller

Antwort vom Autor am 23.09.2013
Dr. med. Norbert Koeller

Sehr geehrter Herr Gerhard, die "Trockene Makuladegeneration" ist eine eigen-ständige Erkrankung der Netzhautmitte. Daher ist in einem Artikel über die" Diabetische Retinopathie" entsprechend keine Abhandlung über das Thema "trockene Makuladegeneration" zu erwarten. Dies sollte ein neues, eigenes Thema bei Gelegenheit sein. Um jedoch auf Ihre Frage einzugehen, darf ich Ihnen sagen, dass die Behandlung der trockenen Makuladegeneration mittels Stammzellen momentan noch im Experimentalstadium ist und nicht in der Praxis Anwendung findet. Ob sich hieraus spätere Therapiemöglichkeiten für den Menschen ergeben, bleibt abzuwarten. Zur Zeit haben wir mit rein pflanzlichem Lutein z.B. Orthomol oder OmniMed Lutein plus, gute Erfahrungen und können solche Produkte mit aufhaltender Wirkung einer Progression einer Makulaerkrankung sehr empfehlen. Die AREDS-Studie hat den Nachweis der Wirksamkeit in zwei großen Studien erbracht. Sie können hierzu gern auf meiner Homepage unter Pressemitteilungen nachlesen : www.auge-koeller.de Bei weiteren Fragen schreiben Sie mir sonst gerne nochmals !


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