Das jameda-Interview: 9 Fragen an Dr. med. Christof Weiler

Dr. Weiler

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© WeilerDr. med. Christof Weiler praktiziert als Internist in Nürnberg. (© Weiler)Ärzte haben einen besonderen Blick auf die Welt der Medizin. Damit Patienten hinter die Kulissen des Gesundheitswesens blicken können, stellt jameda Dr. med. Christof Weiler interessante Fragen zu seinen Erfahrungen als Internist.

jameda: Herr Dr. Weiler, was hat sie motiviert, Internist zu werden, und warum haben Sie sich für Ihre Spezialgebiete entschieden?

Dr. Weiler: Mein Interesse galt immer der Inneren Medizin als großes, umfassendes Gebiet, um Menschen ganzheitlich betrachten und nicht nur in einem kleinen Randgebiet behandeln zu können. Die Diabetologie ermöglicht hier den ständigen Austausch mit weiteren Gebieten zur Versorgung des Zuckerkranken. Insbesondere zur Neurologie, Psychiatrie, Kardiologie, Gefäßchirurgie, Augenheilkunde, Gynäkologie, Podologie usw.

jameda: Worin besteht Ihr Tätigkeitsschwerpunkt und macht diesen so besonders?

Dr. Weiler: Im Bereich Diabetologie bei Betreuung von Patienten mit vielfältigen zusätzlichen Erkrankungen.

jameda: Gibt es im medizinischen Bereich ein Vorbild, das Ihre Laufbahn besonders geprägt hat?

Dr. Weiler: Im Rahmen meiner internistischen Ausbildung war ich am Krankenhaus in Wiesbaden sowie an der Universitätsklinik in Mainz tätig. Hierbei war mein klinischer Ausbilder sehr erfahren – nicht nur auf dem Gebiet der Inneren Medizin, sondern auch in vielen anderen Fachgebieten.
Hierdurch konnte er Patienten umfassend ganzheitlich beraten und behandeln. Ich habe keinen weiteren Mediziner mehr mit einem derartigen Grundwissen kennengelernt.

jameda: Gibt es aktuell Hilfen oder Neuerungen, die Ihnen Ihren Praxisalltag erleichtern können?

Dr. Weiler: Die Telemedizin mit Informationen über den Gesundheitszustand von Patienten, insbesondere in der Diabetologie. Die Neudarstellung mit kontinuierlichen Glukosemesssystemen und besserer Erkennung von Ober- und Unterzucker. Die Betreuung von Patienten aus anderen Bundesländern über diverse neue Medien und Diagnoseverfahren. Die Erkenntnis, dass mit Telematik sowie moderner Technik der Diabetes nicht geheilt, aber viel besser behandelt werden kann, damit Komplikationen ausbleiben.

jameda: Wo sehen Sie in Ihrem Fachgebiet die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Dr. Weiler: Ähnlich wie in den USA die Zunahme des Übergewichts. Jeder zweite deutsche Bürger ist übergewichtig, jeder vierte ist fett. Diese krankhafte Fettsucht mit massiver Zunahme in der Bevölkerung und all ihren Komplikationen stellt eine ungeheuerliche Herausforderung für die Medizin mit beschränkten Ressourcen dar.

jameda: Was wird an Ihrem individuellen Umgang mit Ihren Patienten besonders geschätzt?

Dr. Weiler: Ich sehe mich als Arzt nicht in der Rolle des Lehrers oder Priesters, habe jedoch die Aufgabe zur umfänglichen Information. Nur wenn es mir gelingt, dem Patienten Informationen gut verständlich zu vermitteln und ihn in die Therapie einzubauen, stellen sich langfristige Erfolge ein. Das schätzen meine Patienten an mir, insbesondere auch unbequeme Wahrheiten auszusprechen und Wege aufzuzeigen.

jameda: Was schätzen Sie an Ihren Patienten besonders?

Dr. Weiler: Den teilweise freundschaftlichen und respektvollen Umgang mit meinem Team und mir. Dieses harmonische Verhältnis zu unseren Patienten erleichtert uns unsere medizinische Tätigkeit, motiviert uns und bringt Freude in unser Berufsleben.

jameda: Gibt es ein besonderes Patientenerlebnis, das Sie nie vergessen werden?

Dr. Weiler: Die schönsten Patientenerlebnisse finden regelmäßig in unserem Team bei der Betreuung von Schwangeren statt, die an Diabetes mellitus erkrankt sind. Viele dieser Schwangerschaften sind Hochrisikoschwangerschaften. Umso größer ist die Freude nach überstandener Schwangerschaft nicht nur die glückliche Mutter, sondern auch gesunde Neugeborene zu sehen, die gesund zur Welt gekommen sind.

jameda: Welchen Gesundheitstipp möchten Sie unseren Lesern mit auf den Weg geben?

Dr. Weiler: Bleiben Sie alle in Bewegung, achten Sie auf Ihre Schrittmenge. Neben Bewegung und einer gesunden Ernährung sollten Sie natürlich auf Ihr Gewicht achten. Wer dieses beachtet, geht vielen Gefahren aus dem Weg.

Zur Person

1959 in Nürnberg geboren. Ende der Schulzeit mit Abitur 1979 am Melanchton-Gymnasium in Nürnberg. Soziales Jahr mit Ausbildung zum Krankenpflegehelfer im Theresienkrankenhaus. Nach sechs Jahren Medizinstudium an der Universitätsklinik Erlangen Tätigkeiten im Klinikum Nürnberg sowie Klinikum Wiesbaden/Mainz. 1993 Facharztprüfung Innere Medizin, 2007 Erlangung Zusatzbezeichnung Ernährungsmedizin, 2008 Erlangung Bezeichnung Diabetologie der Bayerischen Landesärztekammer. Mit Herrn Dr. Justl seit fünf Jahren anerkannte und zertifizierte Schwerpunktpraxis der Deutschen Diabetesgesellschaft für sämtliche Diabetesformen.

Zur Praxis

© WeilerBehandlungsraum 2 der Internistischen Facharztpraxis Spitalgasse (© Weiler)

Hauptpraxis Spitalgasse 2 im Herzen von Nürnberg. Ausgelagerter Praxisschwerpunkt für Hämatologie, Onkologie und Chemotherapie am Krankenhaus Martha-Maria Nürnberg, Stadenstraße 58.
Unsere Schwerpunktpraxis ist zertifiziert und zugelassen für sämtliche Behandlungen von Krankheiten der Inneren Medizin, insbesondere aus dem Gebiet der Diabetologie, Endokrinologie, Gastroenterologie, Hepatologie, Hämatologie und Onkologie. Ernährungsmedizinische Beratungen erfolgen in den Bereichen Diabetes, Bluthochdruck sowie Tumorerkrankungen. Im Team arbeiten acht Ärztinnen und Ärzte sowie 45 Mitarbeiterinnen.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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