3 häufige Ursachen für schweren Vitamin-D-Mangel

Herr Leppla-Zei

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© webphotographeer – istockphoto.comSonnenschutz kann eine der Ursachen für Vitamin-D-Mangel sein (© webphotographeer – istockphoto.com)Leider wird Vitamin-D-Mangel immer wieder als "Hype-Thema" abgetan, dabei kann eine individuell errechnete Kur vielen Patienten bei den unterschiedlichsten Erkrankungen helfen.

Vor einigen Jahren hat mich ein befreundeter Kollege auf das Thema hingewiesen. Am Anfang bezweifelte ich, wie wichtig Vitamin D ist, aber nach und nach recherchierte ich mehr zu diesem spannenden Hormon und erfuhr, warum so viele Menschen in Nordeuropa ein Problem mit der Versorgung haben.

1. Arbeit in geschlossenen Räumen

Aktuell ist wieder Infektionszeit und viele Menschen schleppen sich von Erkältung zu Erkältung. Warum ist das so? Ganz einfach: Unsere Arbeitswelt hat sich grundlegend geändert. Wir sitzen meistens in einem Gebäude, tagein und tagaus. Die meiste Zeit des Tages verbringen wir außerhalb der Reichweite von Sonnenstrahlen.

Stand man früher noch auf dem Acker, und zwar von Frühjahr bis Herbst, konnte sich die Haut langsam an die zunehmende Sonneinstrahlung gewöhnen und über den Tag verteilt ausreichend Vitamin D ernten. Das gelingt heute nur noch Bademeistern, Dachdeckern und Straßenbauarbeitern. Der Rest der Gesellschaft hat da eher ein Problem.

Wer es sich im Winter nicht leisten kann, mal schnell in die Sonne zu fliegen, sollte zumindest in einen Ersatz investieren oder sich mit dem Thema beschäftigen.


2. Sonnencreme verhindert Vitamin-D-Aufnahme

Nun kommt in unseren Breiten noch hinzu, dass die warmen und sonnigen Sommer nicht gerade häufig sind. Außerdem liegt die beste Zeit, Vitamin D zu tanken, zwischen 10 und 15 Uhr. Ist es dann sonnig, möchte man sich mit seiner Milchbrötchenhaut natürlich auch nicht zu lange der Bestrahlung hingeben. Sonnenbrand ist bekanntermaßen nicht ganz ungefährlich. Also schmiert Mensch sich prophylaktisch mit Sonnecreme ein - wodurch leider kein Vitamin D mehr aufgenommen werden kann (und zwar schon ab SSF 10).

3. Übergewicht, Tabak, Cortison

Übrigens landen so viele Menschen auch deswegen im Loch, weil über die Nahrung in der Regel nicht genug Vitamin D aufgenommen werden kann. Hat man dann noch zufällig Übergewicht, raucht und nimmt vielleicht auch Cortison ein, sieht es ganz schlecht aus - denn genau diese Faktoren erhöhen den täglichen Bedarf.

Wie wirkt Vitamin D im Körper?

Als Hormon hat Vitamin D eine Fächerwirkung. Vitamin D

  • hilft dem Abwehrsystem, besser zu kommunizieren
  • ist wichtig für die wachsende Frucht im Mutterleib
  • stärkt Knochen durch eine funktionierende Calciumresorption im Darm
  • besitzt krebsprophylaktische Aspekte
  • hilft der Bauchspeicheldrüse
  • wirkt immer wieder stimmungsaufhellend

Was tun bei Vitamin-D-Mangel?

Ein Vitamin-D-Test aus dem Blut der Fingerbeere bringt schnell Klarheit und hilft, das individuelle Vorgehen abzustimmen. Ein Präparat für sechs Wochen Therapie liegt bei ca. 10 Anwendungen - ein überschaubarer Aufwand, wie ich finde.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


08.12.2017 - 09:37 Uhr

Sehr geehrter Verfasser, können Sie Ihre...

von Dr. Evidenz

... Behauptungen belegen? Eine aktuelle Metaanalyse aus dem Lancet Diabetes Endocrinology lässt den Schluss zu, dass Vitamin D-Mangel nicht ursächlich für viele Erkrankungen, sondern eher die Folge ist. Als Metaanalyse ist der Evidenzgrad sehr hoch, bitte publizieren Sie doch entsprechende Quellen mit vergleichbarer Evidenz,die Ihre Behauptungen belegen. Herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen Hier die Quellenangabe: Lancet Diabetes & Endocrinology, The, 2017-12-01, Jahrgang 5, Ausgabe 12, Seiten 986-1004

Herr Leppla-Zei

Antwort vom Autor am 12.12.2017
Christian Leppla-Zei

Sehr geehrter Dr.Evidenz! Ich habe einen Artikel zu einer Metastudie mit Vit D im Aerzteblatt gefunden - samt einer Antwort von Dr.von Helden. Ich bin mir nicht sicher, ob es ihre zitierte Studie ist: Verkürzt zitiert - denn bis zu 15 % haben einen Nutzen! Wenn ein Satz von 30 Worten in den Worten 27 bis 30 einen anderen Sinn erfährt, so sind Irrtümer vorprogrammiert. Es geht um den abschliessenden Absatz der Studie von Mark J Bolland (doi:10.1016/S2213-8587(13)70212-2), der da lautet: "Interpretation: Our findings suggest that vitamin D supplementation with or without calcium does not reduce skeletal or non-skeletal outcomes in unselected community-dwelling individuals by more than 15%." Jeder kann erkennen, dass keinesfalls davon die Rede ist, dass "kein Zusatznutzen" da wäre, sondern, dass der Nutzen auf "15%" begrenzt sei. Der Einsatz von Dosierungen des Vitamin D, die den Vitamin-D-Spiegel nur im unteren Bereich anheben mag auf "nur" 15% beschränkt sein. Welches Medikament ist so gut wie Vitamin D, dass es einen prophylaktischen Nutzen schon bei einem von 7 Anwendern (NNT= 6,6) entfaltet? Ich stimme Bolland zu, dass man in Zukunft diese Studien nicht wiederholen sollte, bei denen immer wieder die selben Design-Fehler gemacht wurden: 1) Fehlende Kontrolle der erreichten Vitamin-D-Spiegel in Verbindung mit einer Baby-Dosierung (unter 1000 Einheiten). 2) Vermischung mit Calcium, weil es über den Vitamin-D-Regelkreis die essentielle Vitamin-D-Aktivierung blockiert. Dann wird man die beschriebene Grenze des Nutzens bei 15% überschreiten, wie das meine eigene Studie vom Institut VitaminDelta bereits gezeigt hat. (MJ Bolland wörtlich: "Future trials with similar designs are unlikely to alter these conclusions.") das wichtigste Wort in diesem Satz ist: "similar"! Wie schon oben gesagt, nutze ich gerne die Arbeiten von Dr.von Helden, der als Endokrinologe seit 20 Jahren einen Vit D - Schwerpunkt in seiner Praxis hat und dementspechend über eine immense praktische Erfahrung in diesem Kontext verfügt. Er steht ebenso im Kontakt mir Michael F.Holik und anderen Vitamin D - Forschern weltweit , um bei diesem Thema up-to-date zu bleiben. Ebenso hat er eigene Studien durchgeführt. Ich verweise deswegen gerne auf seine Seiten: www.vitamindelta.de und www.vitamindservice.de. Ein anderer Spezialist auf diesem Gebiet, der in seinen Vorträgen ebenso Studien zitiert, ist Prof.Jörg Spitz(www.youtube.com/watch?v=vdRHFWyfbMA). MfG C.Leppla-Zei Literatur: Vit D - Die Heilkraft des Sonnenvitamins von Holick/Gröber WVG


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