Vitamin D – das Sonnen-Vitamin (Teil 1)

Dr. Frohberger

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© mirpic - Fotolia.com© mirpic - Fotolia.comDer Vitamin D Mangel

Kennen wir das nicht? Seit Beginn der dunklen Jahreszeit Müdigkeit, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, Lustlosigkeit, Flucht in die Arbeit, Vorbereitung von Weihnachten…? Zu Beginn des neuen Jahres eigenartige Muskel- und Knochenschmerzen im Bereich des Schultergürtels, des Rückens, der Rippen und auch in den Fingergelenken? Liegt es allein am fehlenden Sport? Wir sehnen uns nach Helligkeit und Sonnenschein für die Seele wie auch für den Körper.

Gerade in den zurückliegenden Monaten haben sehr viele Menschen einen zu geringen Vitamin D Gehalt im Blut und bei vielen ist sogar ein enormer Mangel nachzuweisen. Dies liegt daran, dass das Sonnenlicht fehlt und nicht ausreichend Vitamin D über die Nahrung in Form von fettem Seefisch (Lachs, Hering, Makrele, Lebertran u.a.) und in geringen Mengen auch in Milch und Eiern aufgenommen werden kann. Um die geforderten täglichen mind. 800 I.E. Vitamin-D über die Ernährung aufzunehmen, müssten drei bis vier Fischmahlzeiten oder täglich 10 Eier pro Tag verspeist werden. Damit hätte sich dieser Weg wohl erledigt…

Besonders bei älteren Menschen ist ein Mangel an Vitamin D häufig. Ihre Haut verliert selbst bei ausreichender Sonne zunehmend die Fähigkeit, das Vitamin-Hormon zu bilden. Studien zufolge hat mehr als die Hälfte der Deutschen einen zu geringen Vitamin-D-Gehalt im Blut.
Die Folgen eines Mangels fallen dabei nicht immer leicht aus. Das Problem an dem Ganzen ist, dass ein Vitamin D Mangel häufig gar nicht oder erst spät erkannt wird. Dass die Sonne aber für den Menschen überlebenswichtig ist, wird uns zunehmend bewusst.

Aufgaben im menschlichen Körper
Vitamin D hat viele lebenswichtige Aufgaben in unserem Körper und ist beispielsweise ein wichtiger Regulator im Calciumhaushalt mit großer Bedeutung für die Gesundheit unseres Skelettsystems.
Es fördert die Aufnahme von Calcium im Darm. Außerdem vermindert es die Calciumausscheidung über die Niere und den Urin und steigert den Einbau von Calcium in den Knochen. Weiter unterstützt es die Skelett- und Herzmuskulatur sowie die Stabilität der Gefäßwände und hilft bei der Regulation des Blutdrucks.

Ein weiterer, bedeutender Wirkungsbereich von Vitamin D ist das angeborene und erworbene Immunsystem. Hier steuert Vitamin D die Entzündungsreaktion und zwar in einem dämpfenden Sinn und produziert "nebenbei" körpereigene Antirheumatica. Fehlt es an Vitamin D, funktioniert die Steuerung nicht und die Zellfunktion ist gestört. Vitamin D ist ein Hormon, das wir selbst herstellen können und zwar mithilfe der UV- Strahlen der Sonne in unserer ca. 2 qm umfassenden Haut.

Diese vielfältige Bedeutung von Vitamin D im Körper ist für sich alleine genommen bereits eine kleine wissenschaftliche Sensation. Zum "aktuell heißesten medizinischen Thema" wird Vitamin D jedoch dadurch, dass das Ausmaß des Mangels in der Bevölkerung nicht bekannt ist. Die bereits angesprochenen 2 m2 Sonnensegel unserer Haut nützen uns nichts, wenn wir ein Leben wie "Grottenolme" führen, das heißt, uns durchgängig in Gebäuden oder Fahrzeugen und nicht mehr ausreichend im Freien unter der Sonne aufhalten. (Zitat Prof.J.Spitz/ medical fitness and healthcare I 01/2010)

Gehen wir jedoch in die Sonne, werden die kläglichen, restlichen, nicht von Kleidung bedeckten Hautflächen reichhaltig mit Sonnencreme versorgt, um dem Sonnenbrand und dem Hautkrebs zu entgehen. Sollten wir im Urlaub einmal mehr Haut zeigen, gilt das Gleiche. Diese Cremes sind sehr effektiv , was die Vitamin D-Produktion angeht: Bereits Sonnenschutzfaktor acht (SF8), den heute niemand mehr benutzt, reduziert die Produktion von Vitamin D um 95 %, SF12 gar um 99,5 %!
Die Folge dieser verschiedenen Faktoren ist, dass die Menschen inzwischen weltweit einen Vitamin D-Mangel entwickelt haben. Menschen mit dunkler Hautfarbe benötigen 3-10 mal mehr Sonne zur Produktion der gleichen Vitamin-D-Menge als hellhäutige Menschen!

Morgen wird der zweite Teil des Artikels veröffentlicht.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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