Futtermittelallergie bei Hund und Katze: Symptome

Herr Huppert

von
verfasst am

© Bestimmte Hautsymptome wie Juckreiz deuten auf eine Futterallergie bzw. Futterunverträglichkeit hin.Bestimmte Hautsymptome deuten auf eine Futterallergie bzw. Futterunverträglichkeit bei Ihrem Haustier hin. (© Bestimmte Hautsymptome wie Juckreiz deuten auf eine Futterallergie bzw. Futterunverträglichkeit hin.)Abnorme Reaktionen auf Futtermittel werden bei unseren Hunden und Katzen in den letzten Jahren immer häufiger festgestellt.

Dabei ist es für den Tierarzt wichtig zu unterscheiden, ob es sich bei den Reaktionen um eine Allergie/ FIA = Futter induzierte Atopie (mit Beteiligung des Immunsystems) oder um eine Intoleranz (keine Immunsystembeteiligung) handelt.

Vom klinischen Erscheinungsbild sind beide Formen leider nicht zu unterscheiden: es können Hautsymptome, Magen-Darm-Symptome oder eine Kombination aus beiden auftreten.

Bei der FIA besteht keine Altersveranlagung: das Problem kann schon im frühen Welpenalter auftreten oder auch erst beim älteren Hund, nachdem er jahrelang sein Futter gut vertragen hat.

Andere allergisch bedingte Hauterkrankungen (z.B. Flohallergie, Hefepilzallergie, AD (atopische Dermatitis, z.B. durch Hausstaubmilben hervorgerufen)) erschweren durch ihr gleichartiges Aussehen die Diagnose.

Manche Rassen sind häufiger betroffen als andere.

Symptome der FIA

Das Hauptsymptom der Hautform ist Juckreiz, der unbehandelt meist schnell zu Sekundärinfektionen mit Bakterien und Pilzen führt und in einer Hautentzündung mit Eiter, Krusten und Schmerzen für das Tier endet.

Aber auch eine immer wieder kehrende Ohrentzündungen oder Pfotenlecken (z.T. sogar nur einseitig) können Hinweise auf eine FIA sein. Die Magen-Darmform äußert sich durch Erbrechen und/ oder Durchfall.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose wird zuerst über den Ausschluss aller anderen in Frage kommenden allergischen Ursachen und anschließend über eine mindestens 2-3 Monate lange Eliminationsdiät mit anschließender Provokation durch das bisherige Futter durchgeführt.

Dabei ist es wichtig, dass nur eine, bislang lebenslang noch nicht verwendete, Nahrungsquelle eingesetzt wird.

© Eine Heilung bei Futtermittelallergie ist nicht möglich.Eine Heilung bei einer Futtermittelallergie ist nicht möglich, Tier und Herrchen müssen sich somit lebenslänglich an eine Diät halten. (© Eine Heilung bei Futtermittelallergie ist nicht möglich.)Hypoallergene Diäten sind als Diagnostikum nicht geeignet und sogar hydrolysierte Futtermittel ergeben keine 100% Sicherheit; selbstzubereitete Diäten sind bei sehr sorgfältigem Umgang möglich.

Die Auswahl der einzelnen Zutaten kann durch einen Futtermittelallergietest, der die allergen-spezifischen Antikörper IgA und IgG bestimmt, erleichtert werden.

Dieser Test kann allerdings leider nicht zur Diagnosestellung „Allergie“ verwendet werden, er ist lediglich ein Hilfsmittel zur Findung der geeigneten Eliminationsdiät.

Erst nachdem die Eliminationsdiät 2 - 3 Monate konsequent durchgeführt wurde, kann durch die anschließende Provokation mit dem alten Futtermittel, der Verdacht Futtermittelallergie bestätigt werden.

Fazit

Die weitere Behandlung ist nun durch lebenslangen Ausschluss der festgestellten belastenden Futtermittel durchzuführen; es gibt keine Medikamente zur Therapie der Futtermittelallergie.

Eine Heilung ist nicht möglich, aber eine konsequente Behandlung in Form von ausgesuchten Diäten verhindert die für Tier und Tierhalter teils unerträgliche Erkrankung.

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Kommentare zum Artikel (3)


26.12.2016 - 13:34 Uhr

Mein Kater bekam nach einer OP Antibiotikum....

von Martha W.

... Danach erbrach er jedes Futter. Ich ging mit ihm von Pontius zu Pilatus und wir fanden nichts. Bei einem erneuten Besuch bei einer Ärztin nahm ich Probepackungen eines anderen Futters mit nach Hause und siehe da. Er bekommt dreimal täglich das gleiche Futter seit zehn Jahren. Er mag es. Sobald ich ihm ein anderes Futter gebe, erbricht er wieder.

22.12.2016 - 13:55 Uhr

Wir stellen aktuell fest, dass wir nach...

von Karin B.

... Wohnungsrenovierung (neue Wand- und Heizkörperfarben) Allergien mit schwerem Juckreiz entwickelt haben. Sollte dies nicht u.U. auch auf Haustiere zutreffen? Die in den Farben enthaltenen Isothiazolone sind lt. Bundesumweltamt eines der 10 Hauptallergene in Deutschland. Die Allergiegefährdung ist auch auf den Farbeimern abgedruckt.

03.05.2016 - 14:16 Uhr

Vielen Dank für diesen äußerst...

von Kristin D.

... aufschlussreichen Text über Futtermittelallergien bei Hund und Katze! Ich habe drei kastrierte Kater (Europäische Hauskatzen; kurzhaarig). Mein Sam (seit zwei Tagen 10 Jahre alt) und ich haben bereits die "Hölle" durch, da er seitdem er ein Welpe war, sich beinahe täglich übergeben hatte - und das als Wohnungskatze! Das war besonders schlimm, da er sich an jedem Ort übergab, bspw. vom Kratzbaum, vom Sofa, von der Raumspartreppe, vom Fensterbrett, usw. Am "liebsten" erbrach er sich von/ vor/ über/ auf/ zwischen äußerst ungünstigen Plätzen und "bekotzte" sprichwörtlich alles, was nicht vor ihm sicher war. Aufgrund Ihres Textes schließe ich nun daraus, dass es sich vermutlich um die Magen-Darm-Form der FIA handelte, da Erbrechen das einzige Symptom war. Ich war mit ihm schon bei diversen Tierärzten und in Kliniken. Doch die einzige sinnvolle Vermutung mit der man uns immer nach Hause schickte, war: Es wird wohl eine Futtermittelallergie sein, testen Sie verschiedene Futter durch, irgendetwas verträgt er schon. Es war jedoch nie die Rede von Eliminationsdiäten. Hunderte von Euro habe ich investiert und keine für uns sinnvoll brauchbare Vorgehensweise gefunden; nur die Aussage darüber, dass die Stellung einer brauchbaren Diagnose für uns zu teuer wäre. Das endete damit, dass meine Nerven blank lagen, ich die letzten Jahre täglich mit putzen zubrachte und auch Sammi war nicht geholfen. Wenn man sich vorstellt, dass er sich acht Jahre lang fast täglich erbrochen hat. Und dabei habe ich als Laie alles versucht, was in meiner Macht stand: Keine Katzenmilch mehr, kein Futter mit Weizenanteil, sprich gar kein Trockenfutter mehr, mich durch alle möglichen Katzenfuttersorten und -marken bzw. -firmen probiert (von höherpreisigen zu niedrigpreisigen), Biofutter gefüttert. Und auch recherchiert und gelesen, was das Zeug hält. Im letzten Jahr war es nun fast soweit: Sammi hätte es fast nicht überlebt. Er kam zu einer enormen Gewichtsreduktion von ursprünglich 7,5 kg auf gerade mal 4,8 kg; es war einfach furchtbar! Ich fühlte mich so hilflos und kann mir nur rudimentär vorstellen, wie es ihm ging. Mit diesem unstillbarem Hunger, versuchte er prompt alles zu fressen, was nicht niet- und nagelfest war. Er erklomm Plätze wie Küchenschränke und -tische und ich verstand letztendlich, wie er sich sprichwörtlich selbst verschlang, seine Fettreserven waren schnell aufgebraucht. Durch meinen Umzug zurück in meine Heimatstadt, in der sich gerade eine neue Tierärztin niedergelassen hatte, hatte ich nun eine neue Chance. Ich fuhr verzweifelt, als es für uns beide nicht mehr auszuhalten war, zu dieser neuen Ärztin. Sie diagnostizierte eine "chronische Gastritis" und vermutete eine "Futtermittelallergie". Sie verschrieb unter anderem ein magenschleimhautaufbauendes Mittel, das ich ihm fortan täglich unter die Haut (im Nacken) spritzen musste, Tabletten (wofür die waren, weiß ich leider nicht mehr) und ein hypoallergenes Trockenfutter eines bekannten Herstellers, in dem wohl die Proteine in die kleinsten Bestandteile gespalten sind. Zudem empfahl sie mir eine Eliminationsdiät durchzuführen, aber das habe ich bisher noch nicht gemacht. Seitdem geht es Sammi eindeutig besser. Er hat sein ursprüngliches Gewicht wieder erreicht und erbricht nur noch selten, z.B. wenn er mal Futter von meinen beiden anderen Katern stibitzt oder wenn er Haarballen auswürgt. Natürlich ist die momentane Fütterung nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit, weil ich leider noch immer nicht weiß, was nun der Allergieauslöser ist. Dafür ist wohl die Diät am besten geeignet, angeblich sogar aufschlussreicher und sicherer als ein Bluttest, sagte mir die TA. Haben Sie vielleicht noch ein paar Tipps für mich zwecks dieser Diät? Wie beginne ich sie, worauf ist zu achten? Sinnvoll ist es sicherlich auch, wenn ich gleich noch das Futter, das ich ihm momentan füttere nenne: Trockenfutter für hypoallergene Katze, Häppchen in Gelee in der Sorte Geflügel und Ente und ab und zu Geflügel-Filets. Viele Grüße, Kristin D.

Herr Huppert

Antwort vom Autor am 03.05.2016
Günter Huppert

Liebe Frau Kristin D.! Sie haben gerade so ein ziemlich genaues Szenarium durchgemacht, das die meisten von unseren Allergie/Unverträglichkeits-Neukunden durchlaufen haben - bitte gestehen Sie uns zu, dass wir über eine Internet-Plattform keine medizinische Diagnose stellen können; schon gar nicht, nach diversen Besuchen bei verschiedenen Kollegen. Wir können Sie nur dringlich bitten, einen Termin bei uns zu vereinbaren - bringen Sie bitte alle Vorbefunde und Therapiemaßnahmen mit (alles, was Sie haben) und seien Sie bitte mind. 15 Minuten vor dem Termin in der Praxis. Wir sind uns eigentlich sicher, dass wir Ihnen und Sammi helfen können. Die Betonung liegt auf "Helfen" , nicht unbedingt auf "Heilen": Liebe Grüße und in der Hoffnung, dass wir Sie Beide persönlich kennenlernen Tierarztpraxis Huppert


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