Mundgeruch: Woher der schlechte Atem kommt und was dagegen hilft

Dr. Iris Hinneburg

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© Fleafer - iStock© Fleafer - iStockNach dem netten Abend beim Griechen wendet sich der Partner am nächsten Morgen entsetzt ab: Wenn am Tag zuvor Knoblauch, Alkohol und Zigaretten im Spiel waren, ist der eigene Atem für die Umwelt häufig eine Zumutung. Gegen diese Ursachen von Mundgeruch gibt es einige effektive Maßnahmen: Gründliches Zähneputzen und Spülungen mit Mundwasser können die unangenehmen Gerüche überdecken, bis die Ausdünstungen von selbst wieder verschwunden sind. Auch Bonbons mit Pfefferminzaroma oder anderen ätherischen Ölen sind hilfreich.

Ausreichend trinken
Wer aber unabhängig von den verzehrten Lebensmitteln unter Mundgeruch leidet, sollte zuerst seine Trinkgewohnheiten unter die Lupe nehmen. Bei einer unzureichenden Flüssigkeitsaufnahme (weniger als 1,5 Liter am Tag) können die Schleimhäute austrocknen und bieten damit das ideale Klima für Bakterien, die übelriechende Schwefelverbindungen, Fettsäuren und Polyamine produzieren. Gerade bei älteren Menschen ist eine häufige Ursache von Mundgeruch auch eine mangelhafte Speichelproduktion, die durch Medikamente noch weiter verringert werden kann. In diesem Fall hilft es, regelmäßig zu trinken, zuckerfreie Kaugummis zu kauen und Bonbons zu lutschen, die den Speichelfluss anregen.

Sorgfältige Mundhygiene
Die eigentlichen Verursacher des Geruchs, die Bakterien in der Mundhöhle, lassen sich nur mit einer sorgfältigen Mundhygiene bekämpfen. Nahrungsreste auf Zähnen und Zunge sind eine gute Lebensgrundlage für die Mikroorganismen - gründliches Zähneputzen nach den Mahlzeiten und eine gute Reinigung der Zahnzwischenräume können die Anzahl der Keime reduzieren. Doch die Bakterien sitzen nicht nur auf und zwischen den Zähnen, sondern auch auf dem hinteren Teil der Zunge. Wenn der Atem nach dem Zähneputzen noch immer nicht so frisch ist wie erhofft, kann ein spezieller Zungenreiniger unter Umständen Abhilfe schaffen.

Die beste Mundhygiene hilft aber nicht, wenn sich die Bakterien unter alten Füllungen oder in Zahnfleischtaschen verstecken. Hier kann nur eine grundlegende Zahnsanierung durch den Zahnarzt helfen. Gleiches gilt bei schlecht sitzenden Zahnprothesen, in denen sich Essensreste sammeln können. Auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut oder im Nasen-Rachen-Raum (etwa bei Mandel- oder Nebenhöhlenentzündung) kann es zu Mundgeruch kommen, der nachlässt, sobald die Entzündung abgeklungen ist.

Krankhafte Ursachen
Schlechter Atem kann aber auch ein Hinweis auf schwerwiegendere Erkrankungen sein. Manche Krankheiten von Magen und Speiseröhre äußern sich zuerst in Mundgeruch, der dann meist von Beschwerden wie Schluckstörungen, einem Fremdkörpergefühl im Hals oder Magenschmerzen begleitet wird. Bei Diabetikern mit einer akuten Stoffwechselentgleisung riecht der Atem oft nach Aceton oder Früchten - hier kann nur die Gabe von Insulin das drohende Koma verhindern.

Fazit:

Wer dauerhaft unter Mundgeruch leidet, sollte zuerst bei seinen Nahrungsgewohnheiten und der Mundhygiene ansetzen. Wenn trotz entsprechender Maßnahmen der schlechte Atem nicht verschwindet, ist ein Besuch beim Hausarzt ratsam.

 

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Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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