Ästhetische Zahnheilkunde als Bestandteil einer ganzheitlichen Zahnheilkunde

© Dr. Tatjana Emmerich

Ästhetische Zahnheilkunde
Ästhetische Zahnheilkunde bedeutet nicht, eine kurzlebige, oberflächliche Verschönerungsmaßnahme an den Zähnen vorzunehmen. Denn auch ein Architekt würde niemals ein schönes perfektes Haus auf einem schlechten Fundament bauen. Genauso ist es in unserem Fachgebiet.

Ästhetische Zahnheilkunde ist eine präzise hochwertige Zahnmedizin, bei der ästhetische Gesichtspunkte als Bestandteil eines ganzheitlichen Systems berücksichtigt werden. Die erste Aufgabe eines gewissenhaften Zahnarztes muss es sein, die Zähne und den Mundbereich aus medizinischer Sicht zu sanieren. Dabei ermöglicht die permanente Weiterentwicklung vorhandener und innovativer Technologien und Materialien, dass die Natur dabei nahezu perfekt rekonstruiert werden kann. Die Mundgesundheit hat dabei entscheidenden Einfluss auf den Langzeiterfolg der zahnmedizinischen Versorgung, weswegen die Nachsorge (Recall) elementar wichtig wird.

Erst nachdem ich im Mund einen entzündungsfreien, schmerzfreien, gesunden Zustand erreicht habe, kann ich als gewissenhafte Zahnärztin lege artis mit der ästhetischen Rekonstruktion des Kauorgans beginnen. Nur so werden meine Patienten in Zukunft dauerhaft zufrieden lächeln können.

In der ästhetischen Zahnheilkunde gibt es folgende Behandlungsschwerpunkte:

Rote und weiße Ästhetik
Unter weißer und roter Ästhetik versteht man die harmonisch symmetrische Linie, die sich zwischen Zahnfleisch (Rot) und Zahnkronen (Weiß) bildet. Durch frühere Zahnersatzversorgungen oder Zahnfleischentzündungen kann das Zahnfleisch bzw. der Zahnhalteapparat schwinden. Dadurch können Asymmetrie und Zerstörung der roten und weißen Ästhetik bewirkt werden. Um ein optimales ästhetisches Ergebnis nach der zahnärztlichen Restauration zu erzielen, muss diese Linie in einzelnen Situationen rekonstruiert werden, um eine Symmetrie zu erzielen. Symmetrie beeinflusst unser Schönheitsempfinden.

Bleaching
Die natürliche Zahnfarbe, die vor allem von Farbpigmenten im Zahninneren bestimmt wird, kann durch verschiedene Methoden schonend aufgehellt werden. Weisen die Zähne hingegen fleckige Verfärbungen auf oder dunkelt die natürliche Zahnfarbe im Laufe des Lebens nach, sind dafür meist verschiedene äußere Einflüsse verantwortlich.

Durch Nahrungs- und Genussmittel, Medikamente setzen sich Farbpartikel an den Oberflächen der Zähne ab. Infolge eines Zahntraumas oder einer Wurzelkanalbehandlung kann es zu einer inneren Verfärbung des betroffenen Zahnes kommen.

Das Prinzip des Bleachings beruht darauf, dass die unerwünschten Farbpigmente mit speziellen carbamid- oder wasserstoffhaltigen Substanzen aufgehellt werden.

Zahnfarbene Füllungen
Amalgamfüllungen oder ältere vergilbte Füllungen beeinträchtigen das harmonische Erscheinungsbild der Zahnreihe. Zur Füllungstherapie stehen unterschiedliche Restaurationsmaterialien zur Verfügung:
Komposit besteht aus Kunststoff und einem großen Anteil harter Füllpartikel (Silikat) laborgefertigte Inlays (Einlagefüllung) / Onlays (Auflagefüllung) aus Edelmetall oder Keramik.

Harmonische Zahnform
Lückige oder unregelmäßig geformte Zähne können die Zahnreihe unästhetisch wirken lassen. Zur optischen Korrektur sowie zur Wiederherstellung von Zahnkontur und –farbe dienen Veneers (Verblendschalen aus Keramik und Komposit). Auch eine kieferorthopädische Behandlung kann bei größeren Zahnfehlstellungen ein Therapiekonzept darstellen.

Ästhetischer Zahnersatz
Zum ästhetischen Ersatz der Zahnsubstanz bieten sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Metallkeramikkronen mit Keramikverblendschultern oder Vollkeramikkronen zur Versorgung von Zähnen mit größeren Zahnhartsubstanzdefekten.
  • Metallkeramikbrücken mit Keramikverblendschultern oder Vollkeramikbrücken zur Versorgung von lückigen Zahnreihen.
  • Zahnimplantate zur Versorgung von lückigen Zahnreihen oder zahnlosen Kiefern-Zahnprothesen mit nahezu naturidentischen Kunststoffzähnen.

Nachsorge und Recall
Neben all diesen anspruchsvollen Behandlungsmethoden in der ästhetischen Zahnheilkunde sollte die Nachsorge und Vorsorge eine herausragende Stellung einnehmen, um dem Entstehen von Allgemeinerkrankungen vorzubeugen.

Dazu stehen moderne Diagnoseverfahren zur Früherkennung zur Verfügung:

  • Laserdetektoren zur Kariesfrüherkennung
  • PMT-Genetiktests zur Parodontitisfrüherkennung
  • Fluoridierungsmaßnahmen und Prophylaxemaßnahmen zur Reduktion des Karies- und Parodontitisrisikos

So und nur so, das beweisen weltweite Studien, ist es uns möglich, Ihre Zähne bis ins hohe Alter zu erhalten.

Hier erscheint morgen der 2. Teil dieses Artikels.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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