Zahnersatz: Welche Alternativen gibt es zu Implantaten?

Herr Steinker

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©fotolia-Alexandr MitiucDas Zahnimplantat wird direkt im Kieferknochen eingesetzt, die eigentliche Prothese sitzt oben (©fotolia-Alexandr Mitiuc)Moderner Zahnersatz muss viele Funktionen erfüllen: Er soll angenehm zu tragen sein, natürlich aussehen und auch beim Essen und Sprechen an Ort und Stelle bleiben. Weil Implantate diesen Anforderungen gerecht werden, werden mittlerweile mehr als eine Millionen pro Jahr gesetzt. Doch in manchen Fällen ist eine Implantation nicht möglich. Dann fragen sich die Betroffenen, welche hochwertigen Alternativen es gibt. 

Mini-Implantate als Alternative zum Knochenaufbau

Bei Patienten, die eine Implantatversorgung bevorzugen, aber ein reduziertes Knochenangebot haben, ist eine Implantation nur nach einem Knochenaufbau möglich. Für Patienten, die aufgrund ihres Alters oder bestimmter Grunderkrankungen eine aufwendige Operation scheuen, sind Mini-Implantate bei kleinen Einzelzahnlücken oder Zahnlosigkeit eine interessante Alternative.

Nach einem kurzen Eingriff sind die Implantate sofort belastbar. Sie sind außerdem günstiger, weil die Materialkosten geringer sind und der OP-Aufwand niedriger ist. Die Erfolgsraten sind mit Standardmodellen vergleichbar.


Implantatgetragene Prothesen vs. Standardprothesen

Vollprothesen sind ein günstiger Zahnersatz für zahnlose Kiefer. Je ausgeprägter der Kieferkamm, desto besser sitzt die Prothese, da der Halt auf Saugkräften basiert. Manche kommen gut mit Vollprothesen zurecht, bei anderen rutschen sie beim Sprechen oder Kauen. In diesem Fall kann die Prothese mit vier bis sechs Mini-Implantaten fixiert werden.

Da die Prothese mit einer Art Druckknopf an den Implantaten befestigt ist, kann sie für die tägliche Reinigung herausgenommen werden. Weil der Gaumenanteil stark reduziert ist, verbessert sich außerdem die Sprech- und Geschmacksfähigkeit.

Auch Teleskopprothesen können auf Implantaten verankert werden, um einen besseren Halt zu erzielen. Dabei handelt es sich um eine Art abnehmbare Brücke.

Alternativen zu implantatgetragenem Zahnersatz und Prothesen

Bei einer Klammerprothese handelt es sich um einen relativ einfachen Zahnersatz, der mithilfe von Metallklammern an den verbleibenden Zähnen befestigt wird. Die ersetzten Zähne, die an einer Trägerplatte fixiert werden, sind aus Kunststoff.

Klammerprothesen haben oft im ästhetischen und kaufunktionellen Bereich Einbußen zu verzeichnen, sind aber dafür ein preisgünstiger Zahnersatz.

Die Geschiebeverankerung hingegen hat gegenüber den Klammerprothesen einen ästhetischen Vorteil und einen hohen Kaukomfort, denn die Verankerung ist nach außen hin nicht sichtbar und der Halt gegenüber Klammerprothesen viel besser, was sich aber auch bei den Kosten niederschlägt.

Teleskopprothesen, die sowohl optisch als auch funktionell viele Vorteile bieten, kommen vor allem dann in Frage, wenn die hinteren Seitenzähne fehlen. Anders als eine Klammerprothese garantiert eine Teleskopprothese optimalen Halt, sodass die Funktion des Gebisses vollständig hergestellt ist. Allerdings ist diese Art des Zahnersatzes erheblich kostenaufwendiger, weil die vorhandenen Zähne präpariert werden müssen.

Teleskopprothesen bestehen aus sogenannten Innen- und Außenteleskopen und einem Prothesenteil, der auf der Mundschleimhaut aufliegt. Teleskopprothesen sind gewissermaßen eine Kombination aus Prothese und Brücke, weil ein Teil des Zahnersatzes mit den verbleibenden Zähnen fest verbunden ist, während der andere Teil, die herausnehmbare Prothese, lediglich mit dem Zahnfleisch Kontakt hat.


Kronen und Brücken als fester Zahnersatz

Eine konventionelle Methode zum Lückenschluss einzelner Zähne stellen Brücken dar, die auf die Nachbarzähne zementiert werden. Als Nachteil gilt, dass die Nachbarzähne beschliffen werden müssen, um die Brücke anzubringen. Vorteile wiederum sind die lange Haltbarkeit, der feste Sitz, die natürliche Ästhetik und die zuverlässige Kau- und Sprechfähigkeit. Dieselben Vorteile sind auch Kronen zuzuschreiben, die vor allem dann eingesetzt werden, wenn weite Teile eines Zahns zerstört sind.

Bei unzureichender Pflege oder anderweitig bedingter schlechter Erhaltungsprognose sollten alternative Behandlungen in Betracht gezogen werden.

Fazit

Welche Lösung in Ihrem Fall die erfolgversprechendste ist, klären Sie am besten mit Ihrem Zahnarzt. Auch wenn Zahnimplantate als der beste Zahnersatz gelten, gibt es hochwertige Alternativen, die je nach individueller Mundsituation ebenfalls gute Resultate erzielen können.

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Kommentare zum Artikel (2)


08.09.2017 - 16:29 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren, mir sind zwei...

von Edda S.

... Kronen rausgebrochen, der Stiftaufbau ist auch abgebrochen. Die restlichen beiden Zähne, die im Zahnfleisch sind, sind entzündet und müssen raus. Nun sitzt dann meine Teil Prothese nicht mehr. Brücke geht nicht, weil hinten ein Zahn fehlt. Der Zahnarzt sagt, es gehen nur Implantate. Das möchte ich aber nicht. Gibt es eine Alternative? Vielen Dank für Ihre Antwort Edda S. Hannover

23.07.2017 - 21:47 Uhr

Was sind die Vor-oder Nachteile von...

von Walter S.

... selbstschneidenden Implantaten gegenüber den durch Operation eingesetzte Implantaten?


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