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Amalgam = Sondermüll - Fakten zur politischen Lage!

Dr. Neubauer

von
verfasst am

© Robert Kneschke - Fotolia.com© Robert Kneschke - Fotolia.comIn der heutigen Diskussion zum Thema Amalgam lohnt es sich einmal einen Blick über den Tellerrand hinaus zu werfen. Wie verhalten sich andere Länder zu der Thematik? Wie wird dort die Gefährlichkeit von Quecksilber aus Amalgamfüllungen eingestuft? Und wo steht hier Deutschland?

  • 2009 entschied das Umweltministerium in Schweden, den Gebrauch von Quecksilber generell zu verbieten.
  • Seit 2008 wurde der Einsatz von Amalgam als Zahnfüllmaterial in Norwegen und Dänemark verboten.
  • 2009 einigten sich die Umweltminister der Vereinten Nationen bei ihrem Treffen in Nairobi darauf, ab spätestens 2013 weltweit kein Quecksilber mehr zu verwenden, da es ein tödliches Gift ist. 
  • In der EU sind die Zahnärzte die zweitgrößten Anwender von Quecksilberamalgam, sie verarbeiten jährlich in Europa 70 bis 90 Tonnen Quecksilber.
  • Die Europäer haben insgesamt nach Schätzungen des Robert Koch Instituts rund 2000 Tonnen Quecksilber im Mund. Alleine die Deutschen haben rund 200 bis 300 Millionen Amalgamfüllungen. 
  • Die Gefahrenstoffverordnung ( §20 der GefStoffV) stuft Quecksilber als sehr giftig ein. Amalgam wird als hochgiftiger Sondermüll eingestuft.
  • Zahnarztpraxen sind in Deutschland seit 1990 verpflichtet, teure Amalgamabscheider einzusetzen, die die Amalgamreste aus dem Wasserkreislauf trennen. Diese Amalgamreste werden von speziellen Entsorgungsfirmen abgeholt und entsorgt. Amalgam darf nicht in die öffentliche Kanalisation gelangen (hier drohen Geldstrafen in fünfstelligem Bereich) ist jedoch im Mund der Patienten zugelassen.

Amalgam = Sondermüll?

Bei der Anlieferung ist das Amalgam mit einem Sondermüll-Zeichen versehen, bei der Entsorgung darf es nicht in die „normale“ Kanalisation aufgrund seiner Toxizität.

Nur während der Zeit, da es in der Mundhöhle von Patienten ist, wo es ständig von Speichel mit wechselndem pH-Wert, Temperaturschwankungen ausgesetzt ist und täglichen Abrieb erfährt, soll es plötzlich ungefährlich sein?

 

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (5)


07.12.2015 - 10:05 Uhr

Sie haben Recht. Quecksilber müsste sofort...

von Frau FH.

... verboten werden! Als Kind wurden mir 14 Amalgame gelegt (alle Backzähne), alles von der Krankenkasse bezahlt. Mit 34 Jahren entschied ich, mir die eine Hälfte entfernen zu lassen. Leider wurde dies von meiner Zahnärztin ohne Schutz gemacht. 1 Jahr später, 3 Monate nach der Geburt meines 2.Kindes, erkrankte ich an Hashimoto (Autoimmunerkrankung). Ich habe 2 Jahre gebraucht, um wieder fit zu sein. 2014 ließ ich einen oralen DMSA Test machen. Ergebnis: chronische Belastung mit Quecksilber und Blei! Die 2. Hälfte meiner Amalgame habe ich dann unter Schutz auf eigenen Kosten (400 €) entfernen lassen und die Medikamente muss ich auch selbst bezahlen. Und meine Kinder haben im Mutterleib auch Quecksilber bekommen...aber werden zum Glück keine Amalgame im Mund bekommen, darauf achte ich! Amalgame müssten sofort verboten werden, es gibt doch jetzt genügend gute Ersatzprodukte, die deutlich weniger schädlich sind. Mein Immunsystem ist durch Quecksilber wahrscheinlich für immer gestört. Neben Hashimoto kam auch Vitiligo dazu und es liegt der Verdacht auf eine weitere Autoimmunerkrankung (AI Gastritis). Dazu konnte sich mein Immunsystem gegen durch einen Zeckenbiss übertragene Borrelien nicht wehren, die mir chronische Kopf-und Gelenkschmerzen seit 7 Jahren bescheren. Niemand kann mir meine Gesundheit zurückgeben, aber die Politiker können dafür sorgen, dass keine Kinder mehr mit Quecksilber vergiftet werden. Meine Mutter, die nie Amalgame bekommen haben, erfreut sich mit 83 Jahren bester Gesundheit, während ich mich mit 45 Jahren oft wie eine 80jährige fühle. Danke für ihre Aufklärung!

Dr. Neubauer

Antwort vom Autor am 16.12.2015
Dr. med. dent. Alexander Neubauer

Sehr gerne! Ein wichtiges Thema, das noch viel zu wenig beachtet wird.

14.11.2014 - 07:31 Uhr

Es ist traurig zu lesen, wie vehement Amalgam...

von Dorothea

... immer noch von Vertretern der Politik und Ärzteschaft vertei- digt wird, obwohl dessen Gefährlichkeit wissenschaft- lich längst erwiesen ist. Es ist aber auch erfreulich, dass viele Zahnärzte aus eigenem Ermessen auf dieses Füllmaterial verzichten. Auf keinen Fall sollte man Amalgamfüllungen ohne besondere Schutzmaßnahmen entfernen lassen, deren Kosten aber die Krankenkassen nicht tragen. Dank dieses Wissens und eines Zahnarztes, der sich auf Amalgamsanierung spezialisiert hat, bin ich nach zweijähriger Leidenszeit frei von vielen (schulmedizi- nisch nicht erklärbaren) Symptomen.

28.12.2013 - 15:24 Uhr

Vielen Dank für die schnelle Antwort; unser...

von J.

... Zahnarzt verwendet schon lange kein Amalgam mehr; aber es wäre ja trotzdem interessant zu wissen, wie denn die Schweden und Dänen ein Verbot durchgesetzt haben? War es eine politische Entscheidung oder geschah das dort auf Druck der Öffentlichkeit?

26.12.2013 - 20:28 Uhr

Es ist doch ein absolutes Unding, dass die Kassen...

von J.

... weiterhin nur Amalgamfüllungen bezahlen und man für andere weniger giftige Füllungen so viel dazu zahlen muss. Eine Zusatzversicherung für Zahnersatz sehe ich ja noch ein, aber für eine einfache Füllung? Ich erwarte von einem zeitgemäßen, flächendeckenden Gesundheitssystem auch eine für alle akzeptable und ungiftige zahnärztliche Versorgung. Vor ein paar Jahren gab es mal eine Petition auf open petition, das scheint ja nicht erfolgreich gewesen zu sein. Könnte man das nicht wiederholen um so mehr Druck auszuüben? Wer würde ein Amalgamverbot beschließen und wo kann man am besten Druck machen?

Dr. Neubauer

Antwort vom Autor am 27.12.2013
Dr. med. dent. Alexander Neubauer

Meines Erachtens bedarf es eines veränderten Bewußtseins zu diesem Thema von allen Seiten: Politik, Medien, Ärzten und natürlich Patienten. Alle gleichzeitig zu aktivieren, um genügend Druck auf die Politik auszuüben dürfte erfahrungsmäß schwierig werden. So bleibt es - wie auf so vielen anderen Gebieten (wie z.B. auch zum Thema Ernährung)- wieder einmal der Verantwortung des Einzelnen und seinem eigenen Engagement zur Aufklärung überlassen. Aber dennoch bin ich hier langfristig positiv gestimmt und bemerke jetzt schon vielerorts ein Umdenken.

20.12.2013 - 11:41 Uhr

Sehr gut Herr Kollege ! Leider haben gerade...

von Dr.Joachim Mayer-Brix

... Zahnärzte manchmal durch den feinen Abrieb beim Bohren wohl eine erhebliche Belastung selber ! Vielleicht wäre es auch gut die wichtigsten Symptome für Patienten einmal zu schildern? Ich habe in der Praxis Patienten mit schwerer Belastung und vielen Symptomen, aber jeder Mensch verträgt Amalgam anders. Besonders "neurasthenische " sensible Menschen können schwer darunter leiden ! Mit besten kollegialen Grüßen Dr.J.Mayer-Brix


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