Apikale Parodontitis: So läuft die Behandlung ab

Wenn sich eine Parodontitis bis zur Wurzel ausbreitet, muss häufig eine Wurzelbehandlung durchgeführt werden. (© vladimirfloyd - fotolia)

Die apikale Parodontitis ist eine bakterielle Entzündung an der Wurzelspitze. Die Bakterien gelangen über einen entzündeten Wurzelkanal oder über tiefe Zahnfleischtaschen dorthin. 

Oft liegt zunächst eine chronische Entzündung vor, die die meisten Patienten kaum oder gar nicht wahrnehmen. Manche erinnern sich an leichte Zahnschmerzen, die von der Zahnwurzel ausgehen. Aus einer solchen chronischen Entzündung kann eine akute werden, wenn sich ein Abszess bildet. 

Gelegentlich treten auch akute, d.h. unvermittelte, schnelle und heftige Entzündungen auf – jedoch eher seltener.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wie beschrieben haben insbesonders Patienten mit einer chronischen Entzündung oft keine Schmerzen. Durch regelmäßige Kontrollbesuche kann eine apikale Parodontitis als Zufallsbefund beim Röntgen entdeckt werden. Spätestens wenn Schmerzen auftreten, sollten Patienten natürlich ihren Zahnarzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen.


Wie kann eine apikale Parodontitis diagnostiziert werden?

Die apikale Parodontitis kann mithilfe von Röntgenaufnahmen des verdächtigen Zahns festgestellt werden. Allerdings sind die typischen apikalen Aufhellungen bei einer Parodontitis erst nach mehrwöchigem Krankheitsverlauf auf dem Röntgenbild sichtbar. Daher muss später gegebenenfalls eine weitere Aufnahme gemacht werden.


Das ist die Therapie einer apikalen Parodontitis

Bei einer akuten Wurzelspitzenentzündung ist eine Wurzelkanalbehandlung erforderlich. Dabei wird zunächst das Zahnmark eines Zahnes entfernt. Dann werden die Wurzelkanäle gesäubert und dicht verschlossen.

Unter Umständen werden unterstützend medikamentöse Einlagen verschrieben. Der Zahn wird dann zunächst provisorisch verschlossen. Der Zahnarzt verschiebt die Wurzelfüllung und den definitiven Zahnverschluss auf eine weitere Sitzung, die meist nach ca. einer Woche stattfindet. 

Durch eine Wurzelkanalbehandlung können abgestorbene oder irreversibel entzündete Zähne erhalten werden.


Medikamentöse Behandlung & typische Nebenwirkungen

Da es sich bei der apikalen Parodontitis um eine bakterielle Entzündung handelt, können unterstützend Antibiotika verschrieben werden, wenn eine Wurzelkanalbehandlung nicht hilft. So kann der Zahn zu 100 % ruhiggestellt werden.

Ist die lokale Therapie allein nicht erfolgreich und eine Antibiotika-Einnahme erforderlich, wird häufig Penecillin verordnet. Bei bekannten Penicillin-Allergien ist Clindamycin eine Alternative.

In der Regel dauert die Behandlung mit Antibiotika bei einer Einnahme von zwei bis drei Tabletten am Tag eine Woche. Es können typische Nebenwirkungen einer systemischen Antibiotika-Therapie auftreten, wie etwa Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare (1)

Michael M., 22.03.2021 - 20:23 Uhr

Guten Tag, laut einer Metastudie von 2018 gibt es nur dürftige Evidenz zur Anwendung von Antibiotika mit chirurgischen Maßnahmen und gar keine Evidenz zur Anwendung von Antibiotika allein gegen eine apikale Parodontitis. Hat sich daran inzwischen etwas geändert und gibt es vielleicht sogar Erkenntnisse dazu, ob das Kauen von Kaugummi den Transport des Antibiotikums an die Zahnwurzel fördert? Grüße

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