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Entspannte Behandlung trotz Zahnarztangst dank Dämmerschlaf

Dr. Kemp

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© Kzenon - fotoliaBei 80% aller Patienten löst der Gang zum Zahnarzt Angst aus. (© Kzenon - fotolia)Schweißausbruch, Herzrasen und Angst - bei vielen Menschen löst der Termin beim Zahnarzt regelrechte Panikattacken aus.

Die wenigsten Menschen gehen gerne zum Zahnarzt. Ein Angstgefühl begleitet 80% aller Patienten beim Gang zum Zahnarzt. Rund 5% leiden unter so großer Angst, dass sie den Weg zum Zahnarzt erst gar nicht antreten.

Moderate Zahnarztangst ist also weit verbreitet - problematisch wird es aber, wenn die Angst so stark ist, dass medizinisch dringend notwendige Behandlungen nicht durchgeführt werden können. Neben dem bestehenden Risiko für die Allgemeingesundheit leiden Betroffene häufig auch unter den ästhetischen Folgen Ihrer Zahnarztangst.

Sind sogar zahnchirurgische Eingriffe notwendig, ist für viele Angstpatienten eine Behandlung in örtlicher Betäubung nicht vorstellbar. Eine Allgemeinanästhesie (auch als Vollnarkose bezeichnet) stellt dann häufig die einzige Möglichkeit dar, die Behandlung erfolgreich durchzuführen. Diese ist jedoch mit hohen Kosten und einem enormen Aufwand verbunden, da zunächst eine Voruntersuchung beim Anästhesisten notwendig ist, der während der gesamten Behandlung zur Überwachung der Narkose anwesend sein muss. Viele Patienten lehnen zudem den Zustand der vollständigen Bewusstlosigkeit mit einhergehendem Kontrollverlust bei einer Vollnarkose ab.
 

Welche Alternativen gibt es?

Hier stellt die sogenannte „conscious sedation“ eine schonende Alternative dar. Bei diesem Verfahren der moderaten Sedierung wird über die Gabe von Beruhigungsmitteln (Sedativa) ein Zustand tiefer Ruhe und Entspannung erzielt. Während der gesamten Behandlung bleiben Schutzreflexe wie der Atem- und Schluckreflex erhalten. Der Patient kann selbstständig atmen und bleibt ansprechbar, befindet sich aber in einem „Dämmerzustand“. Selbst aufwändigere Behandlungen können so angenehm und stressfrei durchgeführt werden.

©fotolia-119566820-AntonioguillemDank (©fotolia-119566820-Antonioguillem)Da die Sedierung vom speziell ausgebildeten Oralchirurgen selbst durchgeführt werden kann, ist die Behandlung im Dämmerschlaf nach Risikoanalyse beim gesunden Patienten ohne Anästhesisten möglich.

Über die Menge des verabreichten Medikamentes kann der Grad der Sedierung jederzeit exakt so gesteuert werden, dass die Behandlung so entspannt wie möglich durchgeführt werden kann, der Patient aber trotzdem kommunikationsfähig bleibt. Nach einer kurzen Aufwachphase kann die Praxis zusammen mit einer Begleitperson verlassen werden.
 

Kosten

Die Kosten für den Dämmerschlaf werden von einigen privaten Versicherungen getragen. Die gesetzlichen Versicherungen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Die „conscious sedation“ stellt jedoch eine im Vergleich zur Vollnarkose kostengünstige Alternative dar.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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Kommentare zum Artikel (1)


28.01.2019 - 13:16 Uhr

Ich habe bei der Krankenkasse nachgefragt wegen...

von Michael S.

... einer Narkosebehandlung und die sagten dass Sie die Kosten für die Narkose übernehmen wenn es der Arzt für Notwendig hält. Wieso steht den hier das nur manche Privatkassen die Kosten übernehmen. Mit freundlichen Grüßen Michael S.

Dr. Kemp

Antwort vom Autor am 30.01.2019
Dr. med. dent. Guido H. Kemp

Sehr geehrter Herr S., vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese Frage steht recht häufig im Raum.Um es recht kurz zu beantworten. Eine Vollnarkose ist keine Sedierung. Eine Narkose ist viel umfänglicher und muss von einem Anästhesisten durchgeführt werden. Für viele Eingriffe reicht aber die schonendere Sedierung durch den entsprechend qualifizierten und erfahrenen Zahnarzt. Dieser kann keine Narkose/ Sedierungsleistungen zu Lasten der Krankenkasse erbringen. Daher ist die Sedierung privat zu berechnen. Wenn eine medizinische Indikation für eine Vollnarkose besteht ( dies sind im zahnärztlichen Bereicht nur sehr wenige Ausnahmeindikationen, wenn das 12 LJ überschritten ist) dann kann ein Narkosearzt hinzugezogen werden. Dieser kann die Narkose dann über die Krankenkasse abrechnen. Die Ausnahmeindikationen sind sehr schön von der KZBV (Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung) in einer PDF zusammengefasst im Internet zu finden. Die von mir beschriebene Sedierung durch den Zahnarzt stellt ein zur Narkoste alternatives Verfahren dar und ist eine Wunschleistung und somit nicht erstattungsfähig. Ich hoffe, dass Ich Ihnen hiermit ein wenig helfen konnte.


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