Behandlung des Zahnfleischlächelns (gummy smile) mit Botox: So geht's

Dr. Dr. Herrmann-Frühwald

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© KAL VISUALS - UnsplashDas eigene Lächeln trägt einen entscheidenden Teil zum Selbstbewusstsein bei. (© KAL VISUALS - Unsplash)Das Lächeln eines Menschen ist wahrscheinlich der angenehmste und bedeutungsvollste Gesichtsausdruck.

Es kann Herzen berühren und ist oft auch Balsam für die Seele. Die Schönheit eines Lächelns kann aber auch dadurch beeinträchtigt sein, dass zu viel Zahnfleisch sichtbar ist, was als ästhetisch störend und wenig ansprechend empfunden wird. Man redet auch abwertend von einem „Pferdelachen“ oder eben von einem „gummy smile“.

Ungefähr 7 % aller Männer und 14 % aller Frauen leiden darunter und zeigen zu viel Zahnfleisch beim Lachen.

Ein „gummy smile“ bedeutet laut Definition, dass beim Lachen über den Schneidezähnen mehr als 2 mm des Zahnfleischs sichtbar wird.

Es gibt verschiedene Ursachen für ein gummy smile, wie ein zu lang gewachsener Oberkiefer, ein tatsächlicher Zahnfleischüberschuss, zu kleine Zähne, ein verzögerter Zahndurchbruch oder ein überentwickelter Hebemuskel der Oberlippe.

Das sind die drei Arten eines Lächelns

Bevor die richtige Wahl der Therapie erfolgt, sollte auch noch die Form des Lächelns berücksichtigt werden. Es werden drei verschiedene Arten des Lächelns unterschieden:

  1. Ein „Mona-Lisa“-Lächeln ist gekennzeichnet durch stark nach oben gezogene Mundwinkel, die durch einen Muskel im Mittelgesicht verursacht werden.
  2. Beim „Eckzahn-Lächeln“ hebt sich eher der mittlere Teil der Oberlippe durch einen Muskel, der die Oberlippe seitlich hebt.
  3. Beim sogenannten „Vollzahnlächeln“ sind sowohl die Muskeln, die die Oberlippe heben, als auch diejenigen, die die Unterlippe senken, stark ausgeprägt.

Wie kann ein "gummy-smile" behandelt werden?

Aus den verschiedenen Ursachen und Formen des „gummy smile“ ergeben sich verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, wie eine kieferorthopädische Behandlung, eine kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung, die chirurgische Reduktion des Zahnfleischs oder auch eine Behandlung mit Botulinumtoxin.

Vor jeder Therapie steht deshalb eine genaue Analyse des Arztes mit einer Diagnose.

So funktioniert die Behandlung mit Botox

Das sogenannte Eckzahnlächeln ist eine gute Indikation für die Behandlung mit Botox.

Botox blockiert dabei die Freisetzung des Botenstoffs Acteylcholin an den Nervenendigungen. Dadurch wird die Erregungsüberleitung auf den Muskel blockiert. Die Injektionspunkte zur Blockade des betreffenden Muskels befinden sich seitlich der Nasenflügel. Der Wirkstoff wird meist nach Auftragen einer schmerzstillenden Salbe injiziert.

Die Wirkung tritt wie immer bei der Behandlung mit Botox nach ein paar Tagen langsam ein und hält vier bis sechs Monate an.

Nebenwirkungen sind in Form einer Über- oder Unterkorrektur möglich.

Übrigens: Ein „Mona-Lisa“-Lächeln stellt eine Kontraindikation dar; hier erhält man meist ein schlechtes Ergebnis mit einem comichaften Lachen. Weitere Kontraindikationen sind Allergien gegen Albumin oder andere Inhaltsstoffe.

Dieser Artikel dient nur der allgemeinen Information, nicht der Selbstdiagnose, und ersetzt den Arztbesuch nicht. Er spiegelt die Meinung des Autors und nicht zwangsläufig die der jameda GmbH wider.

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